RIESEN-POSSE UM TICO
Auch in Zürich unterschrieben - FC will ihn nicht mehr
Bitburg – Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder der FC kann schriftlich nachweisen, dass er im Recht ist. Oder: Der Klub hat sich beim Transfergeschäft von Onyekachi Okonkwo (genannt: Tico) vom Spieler veräppeln lassen und ganz schön blamiert.
Die Riesen-Posse um Tico. Der FC hatte den defensiven Mittelfeldspieler aus Nigeria am 26. Juni bereits als Neuzugang offiziell verkündet. Heute sollte der 25-Jährige ins Trainingslager nachreisen.
Daraus wird nichts! Am Montagabend verkündete der FC Zürich auf seiner Homepage:Tico unterschreibt beim schweizer Meister einen Vertrag bis 2011. „Das Wort des Spielers zählt. Er hat betont, bei keinem anderen Verein unterschrieben zu haben“, sagte Sportchef Fredy Bickel. Die Verwirrung war schon am Morgen groß. Denn Tico, wochenlang FC-Testspieler, hatte die Kölner genarrt. Anstatt sich in Südafrika um Visa-Angelegenheiten zu kümmern, lief der Mittelfeldspieler am Sonntag in einem Testspiel für den FC Zürich gegen Brondby auf (3:1). „Davon wusste ich nichts“, war FC-Manager Michael Meier erstaunt, als ihn der EXPRESS mit der Entwicklung konfrontierte.
Nach Informationen dieser Zeitung schloss sich Tico am Freitag den Schweizern an, reiste von Lagos (Nigeria) aus direkt zu Verhandlungen nach Zürich und weiter ins Trainingslager. Rechnet Christoph Daum noch mit Tico? Der FC-Trainer am Montag Abend: „Ich gehe davon aus. Michael Meier war in Zürich, hat diese ganzen Dinge unterschrieben, hat mich angerufen und gesagt: Alles in trockenen Tüchern! Klasse! Ich habe die Unterschriften jetzt! Wir haben daraufhin Lagerblom abgegeben, Vujovic abgegeben, weil die Planung darauf hinausläuft. Ich kann nur eins sagen: Ich traue diesen Aussagen und Handlungen, die der Herr Meier mir mitgeteilt hat. Und daran gibt es gar nichts zu zweifeln.“
Abwarten. Der FC, der nicht zum ersten Mal bei einem Transfer schlecht aussehen könnte, muss nachweisen, dass er in Besitz der Transferrechte ist und dass Ablöse geflossen ist. Dann könnte der Transfer nach Zürich blockiert werden. Alles aber vorbehaltlich der Einigung mit dem Spieler. Nach EXPRESS-Informationen reichen beim einem Vertrag die Unterschriften des abgebenden und aufnehmenden Klubs alleine nicht aus. Auch der Spieler selbst muss unterschreiben – andernfalls wäre der Tatbestand „Rechtsgeschäft zulasten Dritter“ erfüllt. Am späten Abend sagte Michael Meier dann: „Wir gehen davon aus, dass es keinen Sinn macht, einen Spieler zu verpflichten, der charakterlich nicht ganz einwandfrei ist.“