Hier noch ein Nachbericht von Oberberg-Aktuell:
ZitatAlles anzeigenVfL-Manager Stefan Hecker: Nach Blamage in Großwallstadt wird Fraktur geredet
(bv/19.4.2006-13:15) Gummersbach – Verteidigung des dritten Tabellenplatzes heißt die neue Zielsetzung – Zwei neue Hochkaräter sollen noch kommen.
Stefan Hecker war mindestens so enttäuscht und entsetzt wie die zahlreichen VfL-Fans an den Bildschirmen. „Das war ein skandalöses Auftreten der Mannschaft, für das ich keine Erklärung habe. Ich habe in der 46. Minute den Fernseher ausgeschaltet, weil ich es einfach nicht mehr mitansehen konnte“, war der Manager auch am Tag nach der 32:20 Niederlage in Großwallstadt mächtig angefressen. Und er will die Dinge nicht auf sich beruhen lassen. Den ganzen Morgen über erhielt er Anrufe entsetzter Sponsoren, die um Aufklärung für den saft-und-kraftlosen Auftritt der VfL-Spieler baten. „So geht es nicht weiter“, meint Hecker und will die Spieler ins Gebet nehmen. Die sollen sich, auch wenn sie nach Saisonende ihre Zelte an anderer Stelle aufschlagen, bis zum letzten Tag beim VfL wie Profis verhalten. „Es ist schon traurig genug, dass man auf die Verpflichtungen hinweisen muss, die ein Angestellter hat.“
Für Hecker sind auch die verschiedenen Nationalmannschafts-Lehrgänge keine Entschuldigung für die Leistung der Mannschaft. „Man kann schlecht spielen, aber man muss erwarten, dass ein Team kämpft und zurück läuft“, ist er wütend. Trotz des aktuellen Ärgers weist der ehemalige Top-Torhüter darauf hin, dass man in der besten Saison seit Jahren immer noch auf dem dritten Platz steht und mit 44:10 Punkten eine hervorragende Bilanz vorzuweisen hat. Dass derzeit ein Wechselfieber-Virus den VfL ergriffen hat, erfreut Hecker jedenfalls nicht unbedingt, auch wenn er zu bedenken gibt: „Der Schnitt musste irgendwann kommen.“ Allerdings hätte er sich gerne der Dienste von Kyung-Shin Yoon und Frank von Behren für die kommende Spielzeit gesichert. Bei ersterem konnte man finanziell nicht mit dem HSV Hamburg mithalten, bei von Behren, der nach Flensburg wechselt, gab es so große Unstimmigkeiten zwischen dem Nationalspieler und VfL-Coach Kljaic, so dass der frühere Mindener die Konsequenzen zog.
Beide hätten eigentlich auch nächste Saison Stützpfeiler des VfL sein sollen. „Aber man kann niemanden festbinden“, so Hecker. Also erhält der VfL 2006/07 ein völlig neues Gesicht. Doch mit den bislang feststehenden sechs Neuverpflichtungen will man sich nicht zufrieden geben. „Es werden noch zwei Verstärkungen kommen, die uns absolut weiterhelfen“, verspricht Hecker weitere Zugänge. Innerhalb der kommenden 14 Tage sollen die Dinge klar sein. Doch der VfL-Manager muss zweigleisig planen. Zum einen für die kommende Saison, in der man eine gute Rolle spielen will. Zum anderen soll die laufende Spielzeit zu einem guten Ende gebracht werden. „Wir müssen diese Saison jetzt retten und alles daran setzen, den dritten Platz zu verteidigen.“