18.04.2005 - EHF-Qualifikation wieder aus eigener Kraft möglich
Sieben Spieltage stehen in der Handball-Bundesliga noch auf dem Programm, dann sind nicht nur Meisterschaft und Abstieg geklärt, sondern auch die Auswahl der deutschen Klubs, die an der europäischen Wettbewerben teilnehmen dürfen. Vor dem Auswärtsspiel beim VfL Pfullingen (Mittwoch 20 Uhr) hat sich für den VfL die Lage nach dem Final-Four-Pokalfinalturnier in Hamburg erheblich verbessert. Durch die Qualifikation der HSG Nordhorn für den Pokalsieger-Wettbewerb reicht den Gummersbachern am Ende eine erfolgreiche Verteidigung des siebten Tabellenplatzes.
Trainer Lajos Mocsai hat sich als Vorbereitung auf das Spiel in Pfullingen ein hartes Programm einfallen lassen. Einen Tag nach dem Kölnarenasieg gegen den HSV Hamburg absolvierte das Team zwei Trainingseinheiten, Kraft und Ausdauer wurden in den insgesamt drei Stunden geschult. Der Samstag war ein Regenerationstag, am Sonntag gab es taktische Lektionen in der Abwehrarbeit. Der VfL-Coach hatte die Videos der Pfullinger Spiele gegen Flensburg und Kiel analysiert und will nichts dem Zufall überlassen. So gab es auch am Montag nach einem erneuten Krafttraining am Nachmittag eine Übungsgreihe für den Angriff, der sich auf die offensive und harte Abwehr des nächsten Gegners einstellen sollte. Und auch am Dienstag wurde vor der Abfahrt nach Süddeutschland noch einmal hart trainiert.
Pfullingen hat zwar acht mal hintereinander verloren und kämpft gegen den Abstieg, doch da neun der elf Punkte in der Kurt-App-Sporthalle geholt wurden, weiß jeder Gegner, was ihn erwartet. "Der kleinste Etat, der kleinste Kader, die kleinste Halle", mit diesem Slogan hält sich der süddeutsche Klub nun schon im dritten Jahr in der Eliteliga und ärgerte dabei so manchen Favoriten. Auch der VfL ließ dort schon Federn, in der Ära Hasanefendic gab es eine Niederlage, die für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Ein Bulgare (Andrej Kurtscheew), ein Mazedonier (Vladimir Temelkow) und ein Tscheche (Martin Setlik) bilden in diesem Team das internationale Gerüst, ansonsten baut der Klub und Trainer Eckardt Nothdurft, der als Spieler im Übrigen auch schon mal beim VfL als Linksaußen sein Glück versuchte, ausschließlich auf deutsche Handballer, die alle keine internationale Erfahrung haben. Eine klare Sache also für den VfL - auf dem Papier.
Das Statement von Lajos Mocsai
Der Gegner:
Diese Mannschaft kämpft zuhause mit allen Mitteln um jeden Punkt gegen den Abstieg. Es wird so schwer wie in Großwallstadt, ich erwarte ein hartes und körperbetontes Spiel. Es wird ohne Zweifel ein heißer Tanz. Ich will jedes Spiel gewinnen, mit dieser Einstellung fährt auch die Mannschaft nach Pfullingen. Wir bekommen es mit einer sehr offensiven Deckung zu tun, da wird harte Arbeit verlangt. Gegen Hamburg waren wir am Ende konditionell und taktisch überlegen. In der Bundesliga fällt die Entscheidung fast immer in der letzten Phase des Spiels, darauf müsen wir uns einstellen.
Die Lage:
Ich ärgere mich, wenn ich immer wieder in der Presse lese und von den Zuschauern höre, dass wir wie gegen Hamburg unsere letzte Chance haben. Ein Trainer muss drei Jahre arbeiten können, nur mit Kontinuität ist es möglich in die Spitze zu kommen. Die Zukunft kann man nur ohne Druck aufbauen. Hier sind die Erwartungen hoch, die Realität ist aber eine andere. Uns fehlt ein international erfahrener Rechtsaußen und ein zweiter Spielmacher von der Qualität Houlets. Was die drei Neuen wirklich bringen, bleibt abzuwarten.
Wer ganz oben ist, hat zwei Weltklassetorhüter. Ich bin seit 1978 Trainer und sage: von einen Tag auf den anderen geht es nicht. Welthandballniveau braucht vor allem Zeit, diese Unruhe von Außen macht es einem Trainer sehr schwer.
Der VfL:
Alle waren sehr motiviert auf dem Training. Leider musste Francois Houlet nach einem Zusammenprall ins Krankenhaus. Dort wurde an der Wade glücklicherweise nur eine Prellung diagnostiziert. Er hat einen Tag pausiert, Ich gehe aber davon aus, dass der spielt. Wir brauchen auch Alexander Mierzwa, denn der Druck von Linksaußen gegen diese Pfullinger Deckung ist sehr wichtig.