Szilagyi: "Die Krönung fehlt noch"
Bild vergrößern
Göppingen empfängt Szilagyis Gummersbach
Viktor Szilagyi freut sich auf sportnet.at über den Europacup-Final-Einzug seines VfL Gummersbach, hofft nach seiner Verletzung auf baldige Einsätze, spricht über den Erfolgshunger des Vereins und Probleme mit der Kölner Medien-Landschaft.
"Man hat gemerkt wie hungrig der Verein gewesen ist", spricht Viktor Szilagyi im sportnet.at-Talk die Begeisterung der Menschen in Gummersbach ob des jüngsten Erfolges an. Das Erreichen des EHF-Cup-Finales bedeutet den Einzug in das erste Europacup-Endspiel seit 1983. “In den letzten Jahren war der Verein durch die vielen sportlichen Aufs und Abs und die angespannte finanzielle Situation selten positiv in den Schlagzeilen.”
"Zehn starke Minuten"
Den sensationellen Gummersbacher Triumph gegen die spanische Spitzenmannschaft CAI BM Aragon mit 14 Toren Vorsprung (“Es waren zehn starke Minuten, die den Gegner kaputt gemacht haben”) und das damit bedeutungslose Rückspiel in Spanien erlebte Szilagyi nach einem überstandenen Muskelfaserriss in der Wade von der Bank aus. “Das erste Spiel wäre noch viel zu früh gewesen, im Rückspiel wäre ich schon bereit gewesen.” Im Finale gegen den Überraschungs-Finalisten Gorenje sollte einem Einsatz also nichts im Wege stehen. “Ein sehr brisantes Duell, denn bei uns stehen drei Spieler im Kader, die früher bei den Slowenen gespielt haben”, fiebert der Spielmacher dem Enspiel bereits entgegen.
"Es wäre ein Wermutstropfen"
Auf die automatische Favoritenrolle von deutschen Klubs (außer gegen spanische Vereine) angesprochen, meint Szilagyi: “So etwas wird auch gern von den Medien gemacht. In einem Finale ist alles offen. Beide Mannschaften wollen gewinnen.” Dennoch gibt der ÖHB-Teamkapitän zu: “Es fehlt noch die Krönung. Es wäre schon ein Wermutstropfen, wenn wir das Finale verlieren würden.” Von der Auslosung am Dienstag in Wien erhofft sich Szilagyi, das zweite Spiel zuhause bestreiten zu könnnen, “aber die Erfahrung im Europacup heuer hat gezeigt, dass es nicht so ein großer Vorteil ist, wie oft angenommen.”
Noch vor den Finalspielen Ende Mai steht dem VfL Gummersbach bereits am Wochenende mit dem Cup-Final-Four in Hamburg ein weiteres Highlight bevor. Teilnehmer sind die drei deutschen Champions-League-Halbfinalisten Kiel, die Rhein-Neckar Löwen und Hamburg. “Wir sind definitiv Außenseiter. Aber der Druck für den HSV in der eigenen Halle ist enorm groß. Wenn wir das Spiel lange knapp gestalten können, werden sie vielleicht nervös”, spekuliert Szilagyi mit einer Überraschung im Halbfinale.
"Gefundenes Fressen für Kritiker"
Durch die Erfolge wurde der ständig in der Kritik stehende Gummersbach-Trainer Sead Hasanefendic zumindest vorübergehend aus der Schusslinie genommen. “Einige Leute im Hintergrund haben von Anfang an auf schlechte Leistungen gewartet. Das Auf und Ab in der Meisterschaft war dann ein gefundenes Fressen für die Kritiker oder wie man diese Leute nennen soll”, erzählt Szilagyi. Auch die Kölner Boulevard-Medien-Landschaft trägt ihr Übriges zur schwierigen Situation bei. “So etwas habe ich noch nie erlebt. Der Kölner Express und die Bild-Zeitung schaukeln sich auf der Jagd nach Sensationen gegenseitig auf.” Dennoch können alle Saisonziele - Platz fünf bis sechs in der Meisterschaft, Cup-Final-Four, Europacup-Finale – sogar noch übertroffen werden. “Die nächsten Wochen werden entscheiden, ob es eine Durchschnitts- oder eine sehr erfolgreiche Saison wird.”