Aus der Spielordnung des DHB: § 4 Spielgemeinschaften
Absatz 1 = Mehrere Vereine eines Landesverbands können mit sämtlichen Mannschaften der
Handballabteilungen oder mit sämtlichen Mannschaften in den Bereichen Männer,
Frauen, männliche Jugend, weibliche Jugend eine Spielgemeinschaft bilden. Diese
Spielgemeinschaften sind bis zur DHB-Ebene sowie den durch die Ligaverbände
durchzuführenden Wettbewerben spielberechtigt. Die Bildung von Spielgemeinschaften
ist zulässig, wenn die beteiligten Vereine in dem jeweiligen Bereich den
eigenen Handballspielbetrieb einstellen. Die Landesverbände können für ihren Bereich
abweichende Regelungen treffen.
Absatz 2 = Die Landesverbände können ausschließlich für ihren Bereich Spielgemeinschaften
zulassen, die nur aus einzelnen Mannschaften gebildet sind, ohne dass die Vereine
den übrigen eigenen Spielbetrieb in dem jeweiligen Bereich eingestellt haben.
Absatz 4 = Der schriftliche Antrag auf Genehmigung ist von den an der Spielgemeinschaft beteiligten
Vereinen an den zuständigen Landesverband bis zum 1. April eines Jahres
zu stellen. Die Landesverbände können andere Antragsfristen festsetzen.
Absatz 6 = Die Genehmigung kann frühestens zu dem Zeitpunkt erteilt werden, zu dem sämtliche
aufzunehmenden Mannschaften die Spielsaison beendet haben.
Beim WHV gibt es Zusatzbestimmungen zur DHB-SpielO, auch zum § 4. Dort wurde von der Möglichkeit abweichender Regelungen zu den o.g. Absätzen aber kein Gebrauch gemacht.
Wenn ich die Regelungen alle richtig lese und verstehe, dann kann die Spielgemeinschaft zwischen dem DHC Rheinland e.V. und dem TSV Bayer Dormagen e.V. für die laufende Saison nicht anerkannt werden. Gründe:
1. Die Antragsfrist ist am 1.4.2011 für die Saison 2011/12 verstrichen. Bis zum 1.4.2012 ist nur noch der Antrag für die nächste Saison (2012/13) möglich.
2. Sämtliche aufzunehmende Mannschaften haben die Spielsaison noch nicht beendet, der DHC Rheinland hat ja noch nicht einmal die Rückrunde beendet.
3. Eine Ausnahme durch den WHV wäre nur "für den eigenen Bereich" möglich. Wenn ich das richtig sehe, endet dieser spätestens mit der 3. Liga. Die 2. und 1. Liga werden direkt vom DHB und der HBL gesteuert.
Im übrigen finde ich auch Absatz 1 äußerst interessant, denn das würde ja bedeuten, dass mindestens alle Seniorenmannschaften des TSV Bayer Dormagen nach Anerkennung der Spielgemeinschaft unter der Flagge des DHC, also mit dem Namen DHC Rheinland auflaufen müssten. Ich glaube nicht, dass der Vorstand des TSV das seinen Spielern vermitteln könnte. Ich glaube aber, dass er das gar nicht will (siehe meine Posts von gestern).
Fazit: Ich bin aktuell sehr, sehr skeptisch, ob Heinz Lieven die Ausnahmegenehmigung für die "SG DHC Rheinland" für die laufende Saison bekommt. Es sei denn, alle Verantwortlichen bei HVM, WHV, DHB und HBL bauen ihm goldene Brücken. Allein der Glaube daran fehlt mir... Vielleicht gelingt es ja für die nächste Saison, die formale Hürde ist dann aber noch höher, weil gleich zwei Verbände (HVM und HVN) zustimmen müssen - und es im Grunde genommen nur um eine Mannschaft, nämlich die in der 2. Liga, geht.
Wenn die SG für die laufende Spielzeit nicht anerkannt wird, hat Heinz Lieven die XXXL-Arschkarte gezogen, denn ich glaube nicht, dass der TSV sich dazu hergibt, seinen Dilettantismus dadurch zu korrigieren, dass der TSV wieder in die Spielbetriebsgesellschaft zurückkehrt. Dafür hat Heinz Lieven seinen "Partner" seit Mitte Dezember einfach viel zu respekt- und niveaulos behandelt.
Mein Szenario rund um Weihnachten: Herr Flatten muss für den HSV die Insolvenz beantragen und weiß damit auch direkt, dass es für die HSG keine Rettung geben wird. Wer kennt die beidseitigen Zahlen besser als er. Einen Tag später ruft er Heinz Lieven an, da er sich daran erinnert, dass vor Monaten die Herren Schierle und Lieven einmal zusammen einen Kaffee getrunken und über die allgemeine Lage räsoniert haben. Wiederum einen Tag später treffen sich die drei Herren. Über die groben Punkte gibt es schnell eine Einigung, weil diese ja auch die persönlichen Interessenlagen bestens bedient. Es ist ein Tag vor Weihnachten. Flugs wird zur Pressekonferenz einen Tag nach Weihnachten eingeladen, obwohl ganz, ganz viele Details noch gar nicht richtig besprochen und geklärt sind. Die PK sollte eigentlich viel später sein, weil man vor allem erst auch mit den Spielern sprechen wollte, bei denen man befürchten musste, dass sie als Leistungsträger schnell einen neuen, anderen Verein finden. Aber die Gerüchteküche brodelte einfach schon zu stark. Macht zusammen mit bösem Willen vielleicht maximal eine Woche Vorbereitungszeit vor der PK. Mit gutem Willen liefen die Gespräche wirklich schon länger. Wobei länger dann höchstens Oktober, November sein wird und sich zugleich die Frage stellt, warum so viele Dinge nicht geklärt waren/sind, als man den Weg in die Öffentlichkeit gegangen ist...