Ungewohnt moderate, ja teilweise sogar kritische Töne, die da heute in der NGZ erklingen. Jetzt, wo die Kuh vom Eis ist, gibt es auch keinen Grund mehr, Parolen durchzuwinken. Dafür ist jetzt also mal wieder hauptsächlich die Bayer AG schuld. Vielleicht fragt Volker Koch sich ja mal selber nach seinem Beitrag zur aktuellen Entwicklung. Er war so nah dran an Heinz Lieven, dass er sowohl mit seiner Berichterstattung als auch in Gesprächen zumindest hätte versuchen können (müssen?), diesen zu einer Veränderung in bestimmten Bereichen zu bewegen. So aber hat er bis zum letzten Tag fast jegliche Kritik hinterm Berg gehalten, die heute zumindest in moderater Form zu lesen ist. Bei manchen dauert es eben etwas länger: Auch Uli Derad hat Koch selbst noch in Kiel in der Anfangsphase zwei wohlwollende Artikel gewidmet, ehe er eingesehen hat, dass dieser für das erneute Millionenloch am Höhenberg hauptverantwortlich war. By the way: Wenn die NGZ heute schon auf den Ausstieg der Bayer AG vor drei Jahren zurückblickt, dann hätte dort eben auch etwas zu den erheblichen Fehlleistungen von Derad stehen müssen. Denn richtig ist ja, dass Heinz Lieven angetreten war, um dessen Scherbenhaufen zusammen zu kehren, um es besser zu machen.
Richtig amüsant finde ich, dass Detlev Zenk in seiner Analyse ("Warum das Fass übergelaufen ist") als allerersten (!) Punkt ausgerechnet den fehlenden VIP-Raum im Sportcenter ins Spiel bringt. 1. Gab es dieses Jahr einen, wenn es auch nur ein Zelt war, durch das es in die Kabine reingenässt hat... 2. Gab es davor einen, der dann vom Pächter/Hallenwirt einkassiert und wieder als Raucherraum genutzt wurde. Dafür hat Uli Jung aus seiner Warte sicherlich gute Gründe gehabt, die auch etwas damit zu tun haben, wie Heinz Lieven mit ihm umgegangen ist. Nicht nur einmal sind zwischen den beiden ja lautstark verbale Scharmützel erfolgt... 3. Gab es doch im Untergeschoss mal einen VIP-Raum, der direkt neben dem Raum lag, in dem mal die Pressekonferenzen stattgefunden haben. 4. Ist es sicherlich nicht der Vorstand des TSV Bayer Dormagen schuld, dass die aktuelle Lösung die aktuelle Lösung war. Die Zeltpläne waren ja ureigenst von Heinz Lieven. 5. Steht und fällt das Wohl und Wehe eines Handball-Zweitligisten nicht mit diesem Thema. Aus der Zweiten Liga aufgestiegen ist der TSV ohne einen VIP-Raum, die PKs waren im Raucherraum! Insofern wirft es ein bezeichnendes Licht auf den DHC-Pressesprecher, wenn er in seinem lokalen Internetportal als "Journalist" ausgerechnet diesen Punkt on top setzt! Da ich ihn gut genug kenne, erahne ich auch schon seine Replik: Die Reihenfolge hatte keinerlei wertende Bedeutung. Geschenkt, Detlev! 
Last but not least: Dass Heinz Lieven wieder einmal in einem gutsherrenartigen Alleingang entschieden und diese Entscheidung vermutlich ohne jegliche Beratung mit sachkundigen Dritten gleich auch noch in die Tat umgesetzt hat und dabei noch nicht einmal die Herren Schierle, Flatten, Ratka informiert hat, ist leider völlig typisch für ihn - und das bei allem Positiven, was er in den vergangenen Jahren für den Dormagener Profi-Handball geleistet hat, in einem ganz negativen Sinne. Ich glaube, Heinz Lieven war in seiner One-Man-Show insgesamt nicht nur völlig überfordert, er war am Ende auch völlig fertig und hat von Montag auf Dienstag einen ganz persönlichen Rettungsanker geworfen, der aber auch eine persönliche Bankrotterklärung ist. Ich war mir bis dahin sicher, dass er angesichts des Kyocera-Deakls und der neuen Sponsoren/Mitgesellschafter Schierle und Burgwächter bis zum Saisonende durchzieht, dann an Flatten übergibt, sich in den Aufsichtsrat und dann auch recht schnell ganz zurückzieht. So aber ist er gescheitert - und das leider vor allem an sich selbst...