Karl, mei Drobbe! Bin selbst jetzt noch fix und fertig, wenn ich an gestern denke. Gummersbach von Anfang an voll da, die Löwen geistig komplett abwesend. Vier der ersten fünf Würfe kann Lichtlein abwehren, und den anderen Ball hätte er auch gehabt, wäre der nicht vom Block ins Tor abgefälscht worden. Das war ganz, ganz schwach, was die Löwen gezeigt haben. Fäth stand komplett neben sich, Mensah nicht weniger, Nielsen bekam keine Anspiele an den kreis, da der VfL das gut unterbinden konnte, und die Außen existierten auf Löwenseite nicht, da ohne wirklichen Druck und Zug zum Tor agiert wurde und sich dadurch keine Möglichkeit ergab, auf eine Seite hin abzuräumen. 14 Gegentore kann man schon mal kassieren in einer Halbzeit, aber die Art und Weise war doch etwas erschreckend. Gegen Martinovic fanden die Löwen zu Beginn kein Mittel, und auch Pouya hat mir bis zur Halbzeit gut gefallen. Das wirkte alles sehr strukturiert und gut durchdacht.
Als die zweite Halbzeit genauso anfing, wie die erste geendet hatte, und die Löwen bei 12:18 standen, hatte ich ernste Bedenken, ob sie das noch wuppen. Die Wende kam dann, weil aus meiner Sicht drei Dinge mehr oder minder gleichzeitig passierten: Die Löwen wechseln auf eine 5:1-Abwehr mit Nielsen auf der Spitze, Taleski kommt auf RL, und Gummersbach spielt bei Unterzahl und sechs Toren Vorsprung ohne Torwart. Letzteres war für mich ein kapitaler Taktikfehler des Trainers. Ruckzuck kassierte der VfL drei Treffer ins leere Tor, die Löwen waren heiß auf mehr und glaubten wieder daran, das Spiel noch drehen zu können. Innerhalb von knapp fünf Minuten wurde so aus dem 12:18 ein 18:18, und ab da war ich mir sicher, dass es ein Heimsieg wird. Beim VfL ließen die Kräfte mehr und mehr nach, Pouya nun mit einigen wilden Aktionen, und auch die anderen Spieler des VfL wirkten recht platt und unkonzentriert. Da die Löwen dann genug davon hatten, den gegnerischen Torhüter warm zu schießen, wurde es doch noch ein scheinbar glatter 30:24 Sieg.
Noch was zu Taleski: In diesem Spiel war er wirklich richtig gut! Nicht nur vorne hat er mit seinen fünf Toren für den Umschwung gesorgt, sondern auch hinten. In der Abwehr auf der Halbposition sehr aktiv und aggressiv, teilweise weit heraus gerückt, hatte er aber dennoch seinen eigentlichen Gegenspieler immer im Blick und war schnell genug wieder zurück.