Ich muss zugeben, dass ich in der letzten Saison die Rhein Necker Löwen für ihr Auftreten in der Champions League stark kritisiert habe. Inzwischen kann ich es aber nachvollziehen.
Das liegt allerdings in erster Linie daran, dass wir in dieser Saison selber davon betroffen sind und man sich dadurch mit den Gegebenheiten mehr beschäftigt. Diese völlig aufgeblähte Vorrunde lässt meiner Meinung nach sämtlichen Wettbewerbscharakter missen. Denn wenn man ganz ehrlich ist, marschieren Mannschaften wie Paris oder Barcelona vorne weg und alle anderen Mannschaften haben in etwa ein und denselben Level, so dass es, denke ich, später völlig irrelevant ist, ob man Gruppenzweiter, Gruppenvierter oder gar Gruppensechster wird. Erst wenn es um die KO-Spiele geht, wird sich zeigen, wer nach Hin- und Rückspiel die Nase vorn haben wird. Und bei diesen Mannschaften wird meiner Meinung nach oft die Tagesform bzw. Der Ligaspielplan entscheiden und weniger ob man zuerst ein Heim- oder Auswärtsspiel hat.
Wie schon mehrmals geschrieben habe, habe ich absolutes Verständnis für die Art und Weise, wie unser Trainer in der Champions League spielen lässt. Irgendwann muss ich eine Mannschaft, die sich im 3-Tagesrhythmus befindet, gleichzeitig aber einen extremen personellen Umbruch zu verkraften hat, auch mal einspielen. Daher habe ich verstanden, dass das Ziel unseres Trainers das bloße Weiterkommen in der Champions League ist. Ich gehe davon aus, dass die SG den sechsten Platz in der Gruppenphase anpeilt. Nicht mehr und nicht weniger. In dieser Sichtweise passt natürlich das Auswärtsspiel in Paris nicht wirklich rein. Allerdings gehe ich auch davon aus, wäre der Start dort nicht so überraschend gut gelungenen, wäre man auch dort unter die Räder gekommen.
So muss ich ehrlich zugeben, dass auch mir gestern ein wenig die Einstellung zu diesem Spiel gefehlt hat. Und das, obwohl die zumindest von den Namen her bestbesetzte Mannschaft der Welt zu Gast war. Denn im Grunde war abzusehen, dass aufgrund der Konstellation eher ein lustloses Trainingsspiel zu Stande kommt. Für die SG zählt in erster Linie die Liga – mit dem Topspiel am kommenden Montag.