27:31 na das war dann wohl der Abstieg

Nein, war er nicht. Warum? Weil diesbezüglich der VfL mehr Glück als Verstand hat, wenn ich mir die Ergebnisse bei BHC, TVG und Burgdorf anschaue.
Trotzdem gibt es ansonsten nichts, das mir an diesem Abend Anlass zur Freude gibt.
Das war ein spielerischer und charakterlicher Offenbarungseid in blau-weiß.
Dies bezieht sich auch auf den neuen Trainer.
Eines vorneweg: Christoph Schindler hat (nimmt man das heutige Spiel zugrunde) nicht gegen Sead gespielt. Das war ja noch katastrophaler als die Leistung in den letzten Wochen. Wenn bei anderen Spielern schlechte Leistung mit "gegen den Trainer spielen" erklärt wird, so muss man bei Schindler wohl das Gefühl haben, dass er nicht nur gegen den Trainer spielt, sondern auch gegen sämtliche Castor-Transporte und Walfänger dieser Welt. Ich hoffe, dass er gegen die RNL mal eine Denkpause auf der Tribüne erhält. Ich bin sonst niemand, der unbedingt einen Einsatz der U23-Spieler fordert, aber ich wünsche mir für das nächste Spiel zumindest für eine Viertelstunde mal Eisenkrätzer auf der Mitte. Schlimmer kann es doch nicht werden.
Ebenfalls Putics und Pfahl. Fabrizierte ersterer zu seinen Fehlwürfen wie Schindler haarsträubende Fehlpässe, so traute sich Pfahl (heute mit viel Pech und Unvermögen in den Würfen) oftmals erst gar nicht Pässe zu spielen und nahm sich ohne Not Halbchancen, die eine leichte Beute für den (weißgott nicht überragenden) HBW-Keeper waren.
Gefallen haben mir über weite Strecken die Außen. Insbesondere in der ersten Viertelstunde lief viel über Zrnic und Mahé. Und es lief gut. Als Schindler jedoch endlich (aber nur für kurze Zeit) erlöst wurde (oder wurden wir von ihm erlöst???), rückte Mahé auf die Mitte und es kam auch bei ihm der Bruch. Zwar war er am Ende bester Torschütze, aber zum vielen Licht gesellte sich auch der Schatten in Form von schlimmen Fehlpässen.
Zu den Torhütern: Rezars fünfminütiges Intermezzo in Halbzeit 2 könnte ebenso ein Slapstickfilm mit Aussichten auf die Goldene Rose von Montreux sein, ein Preis, den vor gut zwanzig Jahren ein britischer Mini-Cooper-Fahrer mit Teddy abräumte.
Somic hielt zu Beginn besser als sein Gegenüber (oh Wunder, man kann ja sogar führen, wenn der TW mal ein Paar Bälle abgreift), aber nach zehn Minuten kam nichts mehr bis zu einer Phase kurz vor Schluss, als es nur noch darum ging, ob der VfL mit 4 oder mit 7 Toren verliert. Natürlich war vieles bedingt durch die grottige Abwehr und viele Tore kamen durch Gegenstöße oder die Zweite Welle zustande. Aber mehrmals (wenn die Abwehr ihre wachen Momente hatte) war er früh genug in der TW-Ecke, aber die Dinger flutschen durch die Hosenträger. Das darf doch wohl nicht sein?! Nicht zu erwähnen, dass von außen quasi alles rein ging. Gehaltene Siebenmeter kenne ich als VfL- Fan seit Wochen nur von der Gegenseite.
Wann wird hier endlich die Reißleine gezogen?
Trainer: für mich kein Wandel erkennbar, in der 2. HZ keine Auszeit genommen, wirkte resigniert. Co-Trainer Geerken machte fleißig Notizen oder ist es ein Rücktrittsgesuch? Von der Haupttribüne kamen des öfteren "Geerken raus"-Rufe. Wenn Somic kaufmännisch was drauf hat, können die beiden gerne mal die Posten tauschen.
Schiedsrichter: schlecht (Balinger Härte wieder unzureichend bestraft, kuriose 7m-Entscheidungen), aber ich werde mich hüten sie auch nur ansatzweise für dieses Debakel verantwortlich zu machen.
Mein Fazit: Tabellentechnisch ist der Klassenerhalt weiterhin realistisch, das heutige Debakel muss jedoch zu Konseqenzen führen.
Direkt nach dem Schlusspfiff habe ich gesagt, das RNL-Spiel werde ich mir nicht antun, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Noch eine Sache: Ist es wirklich notwendig, bei -5 Toren eine Minute vor Schluss laut Ladi-ladi-ladi-ladi-o zu spielen? Der Trauermarsch von Chopin wäre da passender gewsesen.