Da sollte man aber nicht nur auf das Endresultat schauen, sondern das gesamte Turnier und vorallem die Spielanlage im Auge haben. Deutschland hat bei der WM 2017 die Vorrundengruppe mit fünf Siegen aus fünf Spielen dominiert und beim 27:21 gegen Kroatien, dem 31:25 gegen Weißrussland oder beim 27:23 gegen Ungarn die Spiele durchweg im Griff gehabt. Kein Vergleich zu in letzter Sekunde erreichten Punktgewinnen gegen Slowenien und Mazedonien. Dass dann in der ersten K.O.-Runde das Aus gegen Katar kam, war einer schlechten Tagesleistung geschuldet, darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass das Auftreten der DHB-Auswahl in Frankreich ein ganz anderes war als jetzt in Kroatien.
Das ist bei großen Turnieren sehr häufig zu beobachten. Also, dass Mannschaften, die sich in Vorrunden durchgewurschtelt haben, meist im weiteren Verlauf des Turniers steigern. Nicht nur Handball, auch bei Fußball-EM und -WM zu beobachten. Im Handball ist mir das häufig bei Dänemark und Polen aufgefallen. Aber auch andersherum: dass Mannschaften mit sehr guten Spielen anfangs eines Turniers in der Haupt- oder KO-runde ausscheiden.
Das Lustige ist, dass alle Mannschaften der deutschen Hauptrundengruppe (vielleicht bis auf Mazedonien, die froh sein werden, wenn sie ihr Niveau halten können) mehr oder weniger steigerungsfähig sind.