Beiträge von McPomm

    Norwegen hat verloren, weil sie auf dem Zahnfleisch krochen? Und warum krochen sie auf dem Zahnfleisch? Weil sie

    • keine gleichwertige zweite Reihe hatten (die Franzosen haben über das Turnier hinweg die Spielanteile viel besser aufgeteilt)
    • sie außer auf die Torwartleistung fast voll auf ihre Schnelligkeit (rennen, rennen, rennen) gesetzt haben; das artete (nicht nur im Finale) manchmal in Hektik aus (das ist auch der Preis der Jugendlichkeit)
    • Gerrard Ende der ersten Halbzeit die norwegischen Angreifer zum Nachdenken gebracht hat
    • Frankreich sich nicht nervös machen ließ durch das norwegische Tempo und die norwegische Deckung sehr stark anfangs der zweiten Halbzeit ausgespielt haben (Narcisse und Karabatic)

    Mir wäre es auch lieb gewesen, wenn die Schiris noch mehr Fehlentscheidungen zulasten der Katarer gefällt hätten :P . Zum Beispiel ein/zweimal ein Stürmerfoul gegen Capote, wenn er ins Eins-Eins ging. Oder bei den Fehlpässen der Deutschen einen Freiwurf für den Werfer (weil er berührt wurde oder so).

    Also, es wäre schön gewesen, hätten wir jetzt sagen können "über die Schiris dürfen wir uns nicht beschweren". Einige zeitlang sah es in der zweiten HZ ja durchaus so aus...

    Im Rückraum sind Drux, Häfner, Fäth, Glandorf, Kühn und Pieczkowski. Mal von Kühn und Häfner abgesehen die eine tolle Saison gespielt haben (und Glandorf in Klammern, weil der halt nicht wirklich im Team war), habe ich beim restlichen Rückraum zwar gehofft das sie in der Nationalmannschaft über sich hinauswachsen werden, aber auf dem Papier ist das jetzt eigentlich nicht der überragende Weltklasserückraum, den manche schon darin sehen wollen. Kann noch was werden die Jahre keine Frage.


    Ich hatte den Eindruck, dass Sigurdsson den größten Wert auf die Abwehr mit dem tollen Lemke und die guten Torhüter setzte, weil er erkannte hat, dass der deutsche Rückraum im Postitionsangriff nur internationaler Durchschnitt ist (auch wenn die Verletzten gesund werden). Also, in Verbindung natürlich mit schnellen Gegenstößen. Das muss man aber auch anerkennen, dass dies meist sogar voll hinhaute: die deutsche Abwehr schätze ich als die momentan beste der Welt ein (bis auf die letzten 10 Minuten gegen Katar). Ich würde als neuer Trainer daran auch künftig festhalten.

    Kroatien scheint leichtes Spiel gegen die körperlich unterlegenen Ägypter zu haben (13:6 Ende der ersten HZ). Wenn das so weitergeht und die Kroaten noch Kräfte sparen können (Leistungsträger wie Duvnjak bleiben z.B. zum Schluss auf der Bank), kommen sie bestimmt ins Halbfinale!

    Das war ein Rückfall in alte Zaudererzeiten. Keine 2. Weĺle, kein Mut im Angriff, zögerliche und verängstigte Pässe. Und dann haben die Kataris auch noch einen Trainer, der unserm Team sein Spiel aufzwingt und keiner auch hier im Forum merkt es.

    Dieses Spiel war der Sieg des besten Handballers: Valero Ribeira. Mit ihm und seiner Abwehrgegenpresse nach üomadiger Spieleröffnung hätte man sich auseinandersetzen müssen. Das war kein Spiel für Systemhandballer wie Kühn, Fäth und Häfner. Einzige gewählte Alternative war Holger Glandorf. Sigurdson hatte kein Vertrauen zur Alternative. Valero Ribeira hätte die Alternative erkannt!


    Ja, auch Schwalbe hat es so analysiert: https://www.facebook.com/hamburghandbal…41632219218993/
    Er sagte etwa, dass die Katarer (wie ich auch dort von Schwalb gelernt habe, heißt es übrigens richtig "Katarer" statt "Katari") sehr gut in der Deckung an die ballführenden Rückraumer der Deutschen herausgetreten sind und es ihnen gelungen ist, sie beim Pass zu stören (und sei es durch Kontakt) plus die Anspielstationen gleichzeitig abzudecken -- dadurch die vielen technischen Fehler und wenigen guten Abschlüsse der dt. Rückraumer. Der Trainer hat also schlicht gegen die Angriffskombinationen der Deutschen sehr gute Gegenmittel vorbereitet bzw. seine Spieler diese auch wohl so umgesetzt, wie er sich das vorgestellt hat. Man könnte also letztlich sagen, dass Rivera gegen Sigurdsson gewonnen hat.

    Dominik Klein berichtet übrigens auch von vor Ort (per Telefon) und analysiert meiner Meinung nach richtig.

    Deutschland souverän Gruppensieger: im Achtelfinale ausgeschieden
    Dänemark ebenfalls problemlos im Achtelfinale: scheitern an Ungarn die nur gerade so in die ko-Runde gerutscht sind.

    Das kann man häufig beobachten. Schlecht in der Vorrunde, aber wenn es drauf ankommt, wird gewonnen. Auch bei langen Fußballturnieren immer wieder zu sehen. Man denkt dann immer, dass solche Mannschaften Kraft gespart haben. Aber vielleicht ist es auch der Umstand, dass man nicht mehr Favorit ist und dadurch mental auf der "angenehmeren Seite" ist?

    Ohgott, ist Deutschland schlecht gewesen. :( Hat da in der deutschen Deckung am Ende die Kraft gefehlt, um Capote in Schach zu halten? 45 min. lang klappte das noch ganz gut. Es fehlten dann in der 2. HZ die schnellen Gegenstöße - hat auch da Katar schneller nach hinten gearbeitet bzw. mehr Kraft gehabt?

    Ähm, mir fällt da ein, dass ja Wiencek hinten offenbar gefehlt hat.

    Herr Biegler hat in meinen Augen in den letzten fünf Minuten einfach "daneben gelegen". Leider!!!


    Sehe ich nicht so.
    Im Interview sagt Wohlbold: "Michael wollte auch genau das von uns sehen, dass wir am Ende noch einmal Eins gegen Eins gehen. Aber leider sind die Bälle deswegen trotzdem nicht reingegangen. Das ist halt ein bisschen schade. Vor meinem geistigen Auge sehe ich mindestens fünf vergebene Hundertprozentige. Wir hätten das Spiel also mit fünf Toren gewinnen können.".

    Also war Bieglers Forderung, 1:1 zu gehen, richtig. Die hatten zwei Hundertprozentige vergeben, bevor sie das 20:20 gemacht haben (ich glaube, ein Siebenmeter von Huber, die Navarro gut verladen hat); und nochmal drei Hundertprozentige zum möglichen 21:20. Dass die "Ladies" das Leder nicht reingekriegt haben bzw. nicht abgebrüht genug waren (z.B. zweimal die junge Kreisläuferin Behnke, wenn ich das richtig gesehen habe), ist nicht die Schuld von Biegler. Es sei denn, man konstruiert, dass Biegler auf den kühlen Kopf in der Crunchtime hintrainiert hätte haben müssen. Aber das kann man nicht hinreichend trainieren, das geht nur über Erfahrung. Und diese Erfahrung haben sie jetzt leider machen müssen.

    Nuja, Ladies soll wohl das weibliche Äquivalent zu BadBoys sein...


    Heutzutage ist es cool, einfach die englische Bezeichnung zu nehmen. Und "Ladies" ist die englische Übersetzung von "Damen". Ich denke, mehr steckt nicht dahinter.

    Zum Spiel: was zum Schluss von der gegnerischen Torhüterin gehalten wurde bzw. von unseren Damen klarste Chancen vergeben wurden, ist erstaunlich. Okay, es gibt im Damenhandball sehr häufig relativ schwache Würfe, die haltbar sind. Aber hier geht es um freie vom Kreis und einen 7mk, die scharf geworfen wurden - leider ohne kleine Täuschung oder Verzögerung.

    Den Innenblock bildeten nur Forstbauer, Ehlers und Weller. Toto Jansen diesmal nicht dabei. Offenbar kann ein Ossenkopp nicht adäquat ersetzt werden. Er war krank und wurde erst spät in der zweiten Halbzeit eingesetzt (sein erstes Tor in der 39. min), und auch nur im Angriff. Das war ganz wichtig, denn er hat in diesen wenigen Minuten 6 Tore gemacht, einmal 3 am Stück nacheinander.

    Zum anderen darf man feststellen, dass wohl die Außen sehr gut parat stehen, wenn es mal im Glanzstück Rückraum nicht gut läuft oder sich die gegnerische Abwehr besonders auf den Rückraum konzentriert. Diesmal Stefan Schröder mit 7 und Christopher Rix mit 4 Treffern aus dem Spiel heraus.

    Frage zu Jan Forstbauer: Kann der mittlerweile irgendwie Abwehr??


    Habe ich noch gar nicht so drauf geachtet, aber ich glaube, der wechselt sich für die Abwehr immer aus. Ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er kaum eingesetzt wird, wenn sie nach links spielen.

    Da fällt mir ein: was macht eigentlich der Jonathan Papirow, von dem man seit seiner Verletzung nichts mehr gehört hat? Der ist ja meiner Meinung nach nicht nur als zweiter KM, sondern auch als Abwehrspezialist vorgesehen.

    Gibt es einen Livestream ? ?(


    Zumindest im Nachhinein kann man sich das gesamte Spiel ansehen: Altenholz – Hamburg: Der Thriller in voller Länge – RadioFOM

    bzw. direkt auf Youtube (aufgeteilt in 4 Teile plus einen fünften mit dem Interview mit den beiden Trainern nach dem Spiel): https://www.youtube.com/watch?list=PLZ…X&v=7Yn7F2RHKXw

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    Zum Spiel selbst: der HSV hätte den Sieg oder zumindest ein Unentschieden eigentlich locker eintüten können. Aber neben einem Tipp/Schrittfehler von Forstbauer, einem als Stürmerfoul gepfiffenem Zusammenstoß von Ehlers an der 9-m-Linie hat der Altenholzer Torwart noch zweimal sehr gut pariert: einmal vom eingelaufenen Stefan Schröder eine etwas zu locker geworfene hunderprozentige Chance und einen für meinen Geschmack von Forstbauer mit zuwenig Power geworfenen Rückraumball ins lange Eck.

    Aber auch die Hamburger Torhüter waren wieder sehr gut. Besonders dem etatmäßig zweiten Justin Rundt haben sie die Aufholjagd im zweiten Abschnitt zu verdanken.

    Sehr ärgerlich: im Interview vor dem Spiel erzählt Lasse Kohnagel (der zweite RR), der schon vor dem Flensburg-Spiel fehlte, dass er sich beim Fußumknicken zwei Bänder gerissen und eins angerissen hat. Das klingt nach langer Pause. :( Der Forstbauer scheint mir noch nicht ein ganzes Spiel (also 45-50 Minuten) durchzuhalten und auch kraftmäßig noch nicht wieder so durchschlagskräftig zu sein.

    Wirklich spannend wird das Weihnachts-Spiel am 26. Dezember gegen DHK Flensborg. Das könnte / dürfte einen neuen Rekord für die 3. Liga geben. Da heißt es dann "nur" noch gewinnen, um vor voller Hütte einen guten Eindruck zu hinterlassen.


    Dazu sollte man die Spiele vorher allerdings auch erfolgreich gestalten. Das wird leider schon diesen Freitag in Altenholz vermutlich schief gehen (Altenholz dürfte Favorit sein). Und was heißt "volle Halle"? Vielleicht maximal die 7500 (kommt das hin?) für die Unterränge, wenn es sehr gut läuft. Aber die angestrebten 4000 für den neuen Rekord sollte man hinbekommen :D (der alte ist wohl etwas weniger als 4000).

    Die zweite Mannschaft von Flensburg-Handewitt hat gestern zeitgleich zur ersten Mannschaft in Hamburg gespielt. Und 18:27 verloren.

    Kurios: zwei Pausen mit zusammen einer halben Stunde wegen eines zersplitterten Deckenscheinwerfers; und die Anzeigetafel ist auch die gesamte zweite HZ ausgefallen. Außerdem: sechs vergebene Siebenmeter (HSV alle 4, FLH zwei).

    Sehr bemerkenswert finde ich die nach wie vor recht hohe Handballbegeisterung in Hamburg. Wieder über 2.500 Zuschauer sind schon Wahnsinn! (konkret diesmal 2737).

    Livestream auf Sportdeutschland.tv vom Spiel
    Viel Spaß


    Oha, und diesmal sogar mit Kommentator, der Finn-Ole Martins von Radio FOM.
    Ich wusste bisher gar nicht, dass der (u.a. auf radiofom.de) schon seit Monaten den HSV und andere Nordvereine mit Videoberichten und Interviews begleitet. Ist schon eine coole Socke und macht das richtig gut!