Vielleicht sollte man inzwischen im Handball auch mal über mehr als nur 2 Schiedsrichter nachdenken, um die Arbeitslast zu teilen. Das Zitat der US-Reporter passt und auch Wiegert hatte mal vor Jahren in Interview einen an ihn gerichteten und gut gemeinten Rat weiter erzählt "Denk einfach dran, dass das keine Profis sind, so wie ihr."
Das ist auch nicht despektierlich gemeint. Das Spiel ist einfach wahnsinnig schnell. Neben einheitlichen Regelauslegungen die von der IHF bis in die Kreisklasse mal gleich vorzugeben und anzuwenden wären mal abgesehen, helfen hier mehr Augen ggf. auch einfach mehr.
Der Videobeweis bringt im Handball nichts, wenn die, die die Möglichkeit nutzen könnten, aus irgendwelchen Gründen nicht Gebrauch machen. Dazu kommt, dass es dann so viele Szenen gibt, die man bewerten müsste.
Im Thema Videobeweis könnte man auch den Teams die Möglichkeit des Anforderns geben. Eine Challenge-Karte einführen und wer falsch liegt, bekommt irgendeine Art Strafe. Das könnte z.B. sein, dass man dann keine Challenge in der HZ mehr nehmen darf, wohingegen man bei richtiger Challenge weiter challengen darf, oder ggf. einen Angriff in Unterzahl oder irgendwas eher kleines. Leider ist man dann aber weiterhin abhängig von den Auslegungen der Schiedsrichter und hat zu selten objektiv eindeutige Situationen - z.B. Abwehrspieler steht bei einem Stürmerfoul im Kreis -> 7m Team A statt Ballbesitz Team B. Das Schritte-Thema könnte man so ggf. auch lösen. Wenn ein Spieler vor einem Kontakt schon 4 Schritte macht, muss der Kontakt egal sein. Dann ist es Schrittfehler und nachgelagerte Fouls "egal".
Handball ist aber anders als Fußball, Volleyball oder Football aber eigentlich keine Sportart, bei denen die Videobeweise nicht so sehr ins Gewicht des eigentlichen Spielflusses fallen. Neben einem "vernünftig machen" muss man es eben auch ertragen wollen.