Damit hat sich die Spielidee wirklich verabschiedet und die einseitige Kaderzusammenstellung wird uns den Rest der Saison beschäftigen.
Im Winter kann man nichts machen, weil sich neue Spieler nicht einspielen könnten. Dabei hat man auf der Bank genügend Schwachstellen, die gehobenerem Bundesliga-Niveau nicht entsprechen, um die drei Dauerbrenner wirklich mal sinnvoll entlasten zu können, wobei es dringend nötig wäre.
Die Ersatzleute für die drei Rückraumpositionen sind eben auch keine Hilfe in solchen Spielen.
Christiansen erzeugt weniger Druck auf den Gegner als Lagergren auf einem Bein. Auf Mitte gibt es keine Alternative, weil die Alternative auf RL ran muss. Damgaard verschwendet sein Talent weil er sich viel zu sehr hinter seinem Talent versteckt und noch immer nicht so richtig verstanden hat, es gezielt im Sinne der Mannschaft einzubringen und mannschaftsdienlicher zu spielen. Dazu kommt gerade bei ihm auch, dass er eben sehr viel weniger körperbetont spielen will, als es zB O'Sullivan verträgt.
Haben die drei Rückraum-Dauerbrenner einen miesen Tag, gibt es keine Alternativen, auf die man sich auf dem Niveau verlassen kann. Das ist eben auch mal strukturelle Fehlplanung und auch teilweise ein unerfahrener Umgang mit Typen wie Damgaard. Der könnte durchaus helfen, wenn er sich für mehr Spielanteile aufdrängen würde und die Automatismen überhaupt mal da wären.
Molina muss weg und dafür brauchen wir auf RL einen körperlicheren und erfahreneren Schützen. Steinert auf RR als Ersatz für Christiansen ist schon ein sinnvoller Weg, auch wenn das Regal nicht unbedingt ganz oben ist. Damgaard muss sich endlich auch mal vom Kopf her einfügen und es nicht erzwingen wollen.
In der mentalen Verfassung, in der er wohl gerade ist, und in Verbindung damit, dass er gegen körperlich betonte Abwehrspieler sowieso schlechter agiert, braucht man gegen so einen Gegner nicht erwarten, dass er im Moment die Kohlen aus dem Feuer holen kann. Es wäre wahrscheinlich wieder öfter passiert, dass er Kontakt beim Wurf bekommt und den Ball recht unkontrolliert zum Tor wirft. Wenn man Glück hat, gibt's noch Freiwurf. Hat man entsprechende Schiedsrichter, wird's laufen gelassen und man hat noch mehr Ballverluste. Dazu kommt seine Art und Weise, sich sowieso gern unvorbereitete Würfe zu nehmen, die in letzter Zeit eben auch selten erfolgreich waren.
Wahrscheinlich ist es eben gerade das erste Mal in seiner Karriere, dass er sich auf seine eigentliche Waffe nicht mehr ausreichend genug verlassen kann und man eben auch nicht mehr nur auf diese Waffe setzt, wenn's brenzlig wird. Damit muss man eben auch umgehen können, genauso wie man mit einem Spieler umgehen können muss, der in so einer Situation steckt.
Chrapkowski fehlt hinten. Das Tempospiel nach vorn wird aber mit ihm nicht automatisch sofort zurückkehren, weil das Selbstverständnis dafür jetzt weg ist. Wenn man es jetzt mal rausholt, passen die Entscheidungen und Absprachen sogar noch, aber man nutzt es nicht mehr in so einer Konsequenz wie zu Saisonbeginn.
Über die Schiedsrichter braucht man als SCM-Sympathisant keine Kritik verlieren. Da gab's auf beiden Seiten immer mal wieder komische Dinge. Holt man solche Typen wie Heymann aus der Luft, ist man mit Freiwurf gut bedient. Macht man das in einem Angriffslauf 3 Mal, gibt's eben 3 Mal Freiwurf.