Glückwunsch an Porto.
Die haben ihre körperliche Überlegenheit in der Abwehr richtig genutzt und alles reingeworfen, was sie hatten. Hatten schließlich auch nichts zu verlieren.
Der SCM ist in seiner aktuellen Ausrichtung gegen solche Gegner einfach begrenzt. Da kommt man nicht in die eigenen Stärken, weil der Gegner genau weiß, wie man diese unterbinden muss. Porto wusste das und man hat es genutzt.
Die Stärkephase des SCM ist aber nicht erst seit gestern Abend zu Ende. Auch in der Liga merkte man schon seit einigen Spielen, dass die Formkurve deshalb nach untern geht, weil die Gegner sich auf die Spielphilosophie des SCM eingerichtet haben.
Berlin war dahingehend schon ein Fingerzeig, was passiert, wenn der SCM von einer körperlich überlegenen Mannschaft an den richtigen Stellen gestört wird. Um die Passwege zu stören, muss man nicht die Qualität von Berlin oder Flensburg haben.
Man war die körperliche Spielweise der Portugiesen nicht gewohnt. Das war die einzige Chance, die sie hatten, und die haben sie bis aufs Messer in die Wagschale geworfen.
Und was will man da machen? Wie will man sich auf sowas denn vorbereiten? Wir sind eben auch noch beim Boxen, wo man sich zur Vorbereitung auf einen vielleicht unkonventionellen Gegner eben mal einen ähnlichen Sparringspartner zum Training einkaufen kann.
Ich denke, man darf gespannt sein, wie sich Porto im weiteren Wettbewerb zeigt. Vielleicht werden sie ja gegen eine deutsche Mannschaft gelost. Für die HBL-Teams wird das kein angenehmer Gegner.
Nun spart man sich im Frühjahr 6, 8 oder 10 weitere Spiele. So ein Knall im aktuellen Zeitpunkt der Saison kann auch nachhaltig was Gutes in der Mannschaft bewirken. Das Team hat auch immer wieder gezeigt, dass sie aus solchen Ereignissen etwas mehr zusammen gewachsen sind. Die 15-Tore-Heimniederlage gegen Hannover vor ein paar Jahren war auch so ein Ding, ohne die die Entwicklung des Teams nicht so weit gegangen wäre, wie sie inzwischen dann doch gekommen sind...
Also wenn es ein Spiel gibt, wo man sagen muss, dass man den Mund abputzen, Lehren draus ziehen und weiter machen muss, dann ist es das Spiel gewesen. Das war ein kollektives Versagen, aus dem es letzten Endes in dem Spiel keinen Ausweg mehr gab. Da hilft auch kein Trainer, dem man ach so bessere Qualität zuschreibt. Ich sag nur Sedarusic 2006. Auch solche Spiele gibt es einfach mal in einem Mannschaftssport.