Beiträge von anonymer-scm-fan

    Wiegert ist einerseits als Trainer selbst gereift, dafür scheint er auch selbstrefelktierend und realistisch genug, aus Erfahrungen richtige Schlüsse mitnehmen zu können.

    Zum anderen hat er jetzt einen Kader zusammen, den er so mit der Idee seiner Spielweise zusammen stellen konnte. Unser Rückraum braucht auch keine Gardemaß-Shooter, da sie auf eine Art und Weise zusammenspielen können, die Torgefahr jedes einzelnen trotzdem auch nutzen zu können. Deshalb ist Lagergren derzeit sportlich sehr viel wert, da er das fehlende Puzzlestück war, diese Qualität im gesamten Rückraum zu haben. Christiansen ist da ein anderer Typ, von dem man diese Spielweise nicht unbedingt erwarten braucht. In Bezug auf Damgaard kann man nur die Daumen drücken, dass er mit der Mannschaft ebenso mitreift und sich in dieses erfolgreiche Spielsystem einzufügen.

    Bezjak sagte nach dem Kiel-Spiel bei Sky, dass ja nun jeder in der Verantwortung für Torgefahr steht, da Mika fehlt. Es ist wichtig, dass die Mannschaft das auch weiter so sieht, wenn ihr technisch bester Schütze wiederkommt. Der Integrationsprozess von Damgaard könnte länger dauern, als man es jetzt allgemein hofft. Es ist aber auch vollkommen richtig, die funktionierende Alternative vorzuziehen. Das sorgt ja auch dafür, dass sich Damgaard im Hintergrund "in Ruhe" wieder ranarbeiten kann und nicht sofort 100%ig funktionieren muss.

    Wenn da mal nicht die Person Robert Weber in der Kritik völlig egal ist, sondern es nur gegen die, leistungsbezogene, Entscheidung des Vereins eines verdienten Spielers gegenüber geht.

    Es geht, wie so oft, einfach nur gegen Entscheidungen der Vereinsoberen. Wirtschaftliche und sportliche Rahmenbedingungen werden da allzu gern völlig außer Acht gelassen.


    Für das Teamgefüge ist es völlig richtig, dass Pettersson spielt, wenn Weber in den letzten Wochen, warum auch immer, die von ihm erwartete Leistung nicht bringt und Pettersson ihn sportlich überholt hat.

    Ohne es persönlich irgendwie weiter werten zu wollen, kann Weber auch jemand sein, der im Moment einer solchen für ihn Enttäuschung die notwendige Motivation für Spitzenleistung verliert. Es wäre durchaus menschlich. Dann ist es auch legitim, wenn der Trainer darauf reagiert. Selbst wenn Weber jetzt sagt, dass er die Saison ordentlich beenden will, ist zumindest unterschwellig die Art und Weise des Abschiedes ein Hemmnis.

    Bei Green ist die aktuelle Bevorzugung auch sportlich unterlegt und bedarf in der Handhabe keinerlei weiterer Diskussion.

    Die Mannschaft muss einfach damit weiter machen, was sie in den letzten Spielen so stark gemacht hat. Es waren ja keine glücklichen Siege. Wie Kretzsche es in der Vorberichterstattung sagte: Man hat eine Philosophie und man glaubt daran.

    Wenn die Mannschaft in ihrer Art und Weise Handball zu spielen, keinen Zentimeter nachlässt, dann hat Gummersbach nicht die Mittel. Der SCM darf aber nicht überheblich oder unkonzentriert werden. Gerade nach Topspielen zu Hause ist so ein Auswärtsspiel auch mal ein guter Gradmesser. Wie kommt man damit zurecht, wenn wieder "Alltag" ist und man als Favorit ins Spiel geht.

    Zieht man die Spielphilosophie knallhart durch, ist man mindestens bis Berlin verlustpunktfrei.

    Auch wenn man als Kieler davon ausgehen kann, dass der THW immer noch eine große Zahl der Spiele gewinnt, war das gestern eine Bestätigung der Entwicklung, dass man bei Top-Mannschaften nicht mehr so auf dem Niveau agiert, dass es bräuchte, um Top-Spiele auswärts auch mal zu gewinnen. Wie es dann im Verlaufe gegen kleinere Teams so aussieht, muss man abwarten. Niederlagen in Flensburg und Magdeburg tun eben erstmal nur dann für den THW weh, wenn man um die Meisterschaft / CL-Quali spielen will. Flensburg und Kronau müssen sich aber auch erstmal hier beweisen.

    Glückwunsch an den SCM zum hochverdienten Sieg! Da haben sie die nächste Charakterprüfung mit Bravour gemeistert. Kein Anzeichen einer Schwächephase.

    Lagergren ist Gold wert für das Spielsystem. So ein Spielertyp war das fehlende Puzzleteil, das Wiegerts Spielidee im Rückraum endlich aufgeht bzw. war seine Verpflichtung der entscheidende Schritt zu dieser Spielweise. Damgaard wird das adaptieren und sich mannschaftsdienlich einfügen müssen. Ich gehe davon aus, dass er das kann. Jetzt dürfte es eine Saison werden, die seit langem wohl mal nicht allzu schnell zur Übergangssaison wird. Wenn alle tragenden Säulen fit bleiben, kann man Platz 3 ins Auge fassen.


    Kiel mit einem Trainerproblem kein Anwärter auf die Meisterschaft in dieser Saison. Da weiß kaum ein Rückraumspieler, was man aus dem gebundenen Spiel heraus machen kann, um die Abwehr zu knacken. Zarabec hat frischen Wind gebracht, aber zum Glück dürfte er erst zu spät. Kiel darf gern weiter mit so einem kopf- und ideenlosen Rückraum agieren. :hi:

    Für den SCM ist das heute der nächste Prüfstein, wie weit die Truppe im Kopf ist. Dass sie so deutlich in Melsungen gewinnen, war schon überraschend und ein erstes Achtungszeichen, dass die Entwicklung der Mannschaft weiter nach vorne geht.

    Gegen Kiel wird man dann wieder mehr sehen. Persönlich sehe ich den SCM hier leicht im Vorteil, weils ein Heimspiel ist, die Kulisse und Motivation gegen Kiel immer stimmt und Kiel selbst nicht mehr diese absolute Killer-Mentalität aufs Parkett bekommt, die es braucht, um in einem Börde-Hexenkessel bestehen zu können. Es muss eben einfach zum Hexenkessel werden. Der SCM hat einen Tick mehr Vorteile auf der eigenen Seite, Kiel hat eindeutig den größeren Druck.

    Eine Niederlage ist nicht der Untergang des Abendlandes und selbst ein Sieg wäre kein sicheres Zeichen dafür, dass man automatisch mit der Art Handball direkt zu den Meisterschaftskandidaten zählt.

    Über höhere Ambitionen als Platz 3 oder 4 kann man dann reden, wenn man es bis 22:0 Punkte schafft und in Flensburg zwei Mal gewinnt (oder zumindest mal das Liga-Spiel).

    Aus den Erfahrungen des EHF-F4 sollte man tunlichst davon abraten, den SCM in überambitionierte Kreise zu reden. Dafür hatten wir eben, bezogen auf Platz 4 / 5 bisher nur Melsungen auswärts und mit Abstrichen Leipzig in eigener Halle als Gradmesser. Die wurden erledigt, das lässt aber nicht automatisch auf mehr schließen.

    Wenn man schon Äpfel mit Birnen vergleicht:

    - Der 5-Jahres-Vertrag für Musche ist zwar ungewöhnlich, wird dem Verein aber letztlich eher helfen als schaden. Man sollte davon ausgehen können, dass Musche bis 2024 die entsprechende Leistung bringen können wird. Darüber hinaus hat der Verein mehr als nur sportliche Gründe, diesen Spieler langfristig zu halten. Identifikationsfigur, Magdeburger Kind, Antreiber wurden ja vom Verein auch genannt. Bei der Lösung 3 + 2 wäre er 2022 vielleicht weg oder teurer.


    - Sigurdsson bringt mit 39 seine Leistung und ist mit seinem Charakter, zumindest was man von Außen so sieht, sicherlich auch neben dem Feld sehr viel wert für die Rhein-Neckar-Löwen. Sportler auf dem Niveau in dem Alter sind ja nun auch eher die Ausnahme. Die Entscheidung, ihn damals mit 36 verpflichtet zu haben, werden die Löwen sicherlich nicht bereut haben.


    Körperlich sollte Weber auch in der Lage sein, noch einige Jahre in der Liga mithalten zu können. Ob sein sportliches Leistungslevel in Form der Torquote nochmal auf gehobenes Niveau steigt, liegt größtenteils an ihm selbst. Bei seiner Spielweise sollte das mit 32 möglich sein. Für einen kleineren Verein kann er vielleicht dann auch noch neben dem Feld nochmal einen anderen Wert haben als es wahrscheinlich in Magdeburg der Fall sein dürfte.

    Ein gutes Beispiel, was bestimmte Charaktereigenschaften ausmachen können, sieht man ja auch bei Tulpe in Lemgo. Der ist im Lipperland wahrscheinlich Gold wert, auch wenn er auf der Platte nicht mehr kontinuierlich der beste Spieler sein dürfte. Beim SCM ist sein Abgang letztlich auf und neben der Platte scheinbar kaum ins Gewicht gefallen.


    So eine Einschätzung hat auch nichts damit zu tun, den Spieler an den Pranger stellen zu wollen. Von mir aus hätte er auch ruhig nochmal 2 Jahre bekommen können, aber eben aufgrund des Alters leistungsbezogen. Das hatte ich kurz vor der Bekanntgabe auch selber so geschrieben, dass das meine Meinung zu ihm ist.

    Solche Entscheidungen gehören nunmal dazu. Wenn's so wäre, wie manch einer es sich hier scheinbar wünschen würde, würden wir noch mit der ersten Generation der Hall of Fame spielen. Aber gut, weil nicht sein darf, was nicht sein soll, ist diese Entscheidung des Vereins schon wieder grundsätzlich ganz ganz schlimm...

    Das bestätigt also so manche Vermutung. Das bedeutet auch nicht mal automatisch, dass Pettersson direkt die Nummer 1 ist oder Weber nur Backup wäre. Auf der Platte hätte sich das dann schon deutlich abgezeichnet und ist jetzt dafür noch zu sehr "andersrum". Genauso könnte man die These in den Raum stellen, dass das Duo Weber/Pettersson bis 2020 geplant war und dann einer von beiden ab 2020 Backup für einen anderen RA hätte sein können.

    Bei dem Alter ist ein "von Jahr zu Jahr schauen" seitens des Vereins mit leistungsbezogeneren Klauseln doch nicht unüblich, gerade bei der Leistungskurve seit 2017. Natürlich ist das für Weber keine große Planungssicherheit, aber was will er in seinem Alter denn erwarten? Der Payday ist vorbei und er wird doch realistischerweise höchstens mit 2-Jahres-Angeboten rechnen dürfen.

    Mit seiner nachlassenden Trefferquote ist er doch auch ein Stück weit selbst verantwortlich, wie viel sportlichen Wert der Verein noch in ihm sieht. Dass er selbst noch 5-6 Jahre auf hohem Niveau spielen möchte, ist ja sein gutes Rechtund er kann das körperlich wahrscheinlich auch erreichen. Aber er kann doch nicht erwarten, dass der Verein ihm diesen Wunsch mit einem Persilschein erfüllt. Da dürfen 10 Jahre Vereinszugehörigkeit und die Leistungen der schon etwas zurückliegenden Vergangenheit keine entscheidende Rolle spielen. Es heißt nicht umsonst LEISTUNGSSPORT.

    Dass der Verein ihm nur einen Jahres-Vertrag angeboten hat, heißt ja nicht, dass der Verein nicht auch bereit gewesen wäre, einen Spieler, der seine Leistung bringt, noch länger hier zu halten. Mit den Ansprüchen, die der SCM mittlerweile wieder hat, brauchen eben auch ältere Spieler einen gewissen Wert, um Teil der Mannschaft bleiben zu können. Diesen Wert hat man ja bei Weber auch trotzallem erstmal noch gesehen, sonst hätte man ihm den Vertrag doch gar nicht erst angeboten.


    Es zwingt ihn ja auch niemand, den Vertrag anzunehmen. Aber der Beigeschmack seiner Äußerungen seit der Bekanntgabe ist dann eben doch ein bisschen fade bzw. stellt ihn selbst, unter Berücksichtigung manch anderer medialen Äußerungen von ihm, leider in ein gewisses Licht. Seinet und um seiner Verdienste willen hätte das nicht sein müssen, dass es mit dieser Einschätzung auseinander geht.

    Da muss Chatton wohl mal anfragen. ;) Für Burgdorf wäre er sicherlich auch interessant und dürfte auch grundsätzlich ins Gehaltsgefüge passen. Das wäre aber auch erstmal eine Entscheidung gegen Kastening, da Weber sicherlich den Anspruch und die Qualität hat, bei euch 1. RA zu sein.

    Weber kann sich nach seinen bisherigen Aussagen nicht erlauben, schon etwas Neues zu haben.

    Das Ganze klang ja wirklich schon nach "hauptsache weg und was Neues wird sich schon finden".

    Hätte er etwas fixiertes Neues, wäre das sicherlich im Rahmen der Bekanntgabe auch veröffentlicht wurden. Nach seinen bisherigen Aussagen, scheint er hier ins volle Risiko zu gehen.

    Wenn Weber viel spielen will, kommen in der HBL nicht mehr so viele Vereine infrage. Bei fast allen Vereinen der oberen Tabellenhälfte ist die RA-Position in der nächsten Saison geklärt mit Leuten, wo er sich die Spielzeit sicher teilen müsste.

    Der einzige Verein, der sich da anbieten könnte, wäre in der Tat Leipzig. Die haben für die kommende Saison aktuell nur von Gruchalla und Weber wäre ein Spieler, der deren Ambitionen nochmal unterstreichen könnte (wenn die Leistung wieder besser wird). Vielleicht wirft Kretzsche im Hintergrund die Angel aus. Dort könnte er spielen und hätte sicherlich einigen Wert für das Team.

    Im weiteren Verlauf wären da Göppingen, Erlangen, Stuttgart und Wetzlar, wo er aber eben nur im unteren Mittelfeld mitspielen könnte und die Frage, ob sich diese Vereine solch ein Kaliber leisten können / wollen.

    Was stand denn dann auf den kommunizierten Vertragsangeboten drauf?

    Wenn es Angebote gegeben hat, ist es Entscheidung des Spielers, ob er sie annimmt oder nicht.

    Da kommt es ja dann auch auf Selbst- und Fremd-Wahrnehmung an - zumindest, wenn man annimmt, dass der Verein Angebote unterbreitet, die leistungsrealistische Werte beinhalten.


    Und sportlich betrachtet hätte der SCM eigentlichen keinen Grund und zeigt nach Außen auch keinen, warum man Weber hätte raushaben wollen. Vor der Bekanntgabe hat er sehr viele Spielanteile bekommen, oftmals auch recht unabhängig von der Leistung. Der Verdienst und die Leistungsfähigkeit und Wichtigkeit scheinen zumindest auf der Platte schon richtig berücksichtigt zu werden.

    Wenn nun bspw. das Vertragsangebot stark leistungsbezogen gewesen sein sollte, entspräche das aber auch dem inzwischen normalen Vorgehen und wäre auch insgesamt nicht verwerflich.

    Dass solch ein Angebot dem Spieler nicht gefallen muss, steht natürlich auf einen anderen Blatt. Die Enttäuschung darüber und eine gewisse empfundene persönliche Kränkung wäre letztlich auch nachvollziehbar. Das Profisportler-Leben ist aber nunmal zeitlich absehbar und erfordert eben auch einen gewissen Leistungsanspruch.

    Der Kaderplanerunterstützer vom Besten, also sowieso der beste Kaderplanerunterstützer, geht vielleicht nicht immer zum selben Bäcker oder der hatte auf Dauer zu kleine Brötchen...

    Das Ganze passt ganz gut in die Handschrift, die nun auch immer mehr unter Wiegerts Sport-GF-ära zu erkennen ist: ich weiß wo ich wann Bedarf habe und ich suche gute Qualität in einem Alter, wo noch das ganz große Ding möglich ist. Kuzmanovski würde dahingehend schon passen. Mit 20-22 Jahren in der SEHA-League und anderen internationalen Turnieren auf sich aufmerksam machen bringt einen Spieler ja schonmal aufs Radar.

    Was noch untypisch ist, dass der SCM, sollte es wahr sein, einem 20-Jährigen so viel zutraut und auch schon 2 Jahre im Voraus Nägel mit Köpfen macht.


    Alles in allem müsste man aber abwarten, wie er dann hier zurecht käme, wenn der Wechsel tatsächlich passiert. Die spielerischen Qualitäten sagen ja nichts über den Charakter aus. 22 / 23, fremdes Land, andere Kultur, einer unter vielen, höhere körperliche Anforderungen, alleine... Das geht nicht immer gut...

    Warum es der Verein nicht offiziell macht, verstehe wer will.

    Wer hätte etwas davon, dass es eine Ente ist? Es wurde aus Mazedonien in den Raum geworfen (Facebook-Beitrag April 2017), ein halbes Jahr später aus Mazedonien heraus weiter verbreitet (englischer Wiki-Artikel) und geistert nun weiter. Mazedonische Quellen müssen dem Besten ja nicht Rede und Antwort stehen.

    Dass er sich aufgrund ausstehender Gehaltszahlungen aus dem laufenden Arbeitsvertrag hinaus bringt, ist doch legitim. Ein solcher Spieler geht in seinem Heimatland für den Rest einer Saison nicht eine Entwicklungsstufe rückwärts, wenn er nicht schon was ab 2019 hätte.

    Mit 22 Lenzen Kapitän eines Vereins in der SEHA-League... Wenn der jetzt komplett frei verfügbar wäre, kann der sich doch vor Angeboten kaum retten...

    Sollte man ihn wirklich haben, wäre das Spiel gegen Kiel bzw. im laufenden Donnerstag ein geeigneter Moment es kundzutun....

    Wenn beim SCM alle dabei sind, aktuell ein Spiel auf Augenhöhe mit Vorteilen für die Mannschaft, die Heimrecht hat.

    Kiel mag den teureren Kader haben, aber dieser Kader scheint gegen eine gut strukturierte Abwehr, die das Publikum im Rücken hat, aktuell nicht in der Lage sein, den angeblichen Qualitätsvorteil auch tatsächlich auf die Platte zu bringen. Die breitere Bank sorgt auch nicht unbedingt für frischen Wind. Sie hätten da hauptsächlich den Vorteil, mal Pausen machen zu können. Beim SCM müssen gewisse Spieler in solchen Spielen dann einfach funktionieren. Das tun sie mit dem Publikum im Rücken dann aber auch oft.

    Also damit hatte ich schon Probleme, als Yves Grafenhorst noch für angeblich arrogante Würfe gedisst wurde. Habt ihr eigentlich selbst mal gespielt? Ein Spieler wird instinktiv immer die Wurfauswahl treffen, die er in dem Moment für am erfolgversprechendsten hält. Das geht natürlich in Sekundenbruchteilen und das Unterbewusstsein spielt auch ne Rolle. Mal einen Heber oder Dreher einzustreuen, ist völlig richtig und weder Weber noch Grafenhorst sind/waren deshalb arrogant.


    Eine gewisse Wurfauswahl kann man ja nachvollziehen, eben weil sie aus der Sicht des Spielers durchaus erfolgsversprechend ist und dazu gehören auch mal Heber und mal Dreher. Das ist letztlich auch alles ok, auch wenn man die Spieler sporadisch für solche Würfe kritisiert.

    Weber ist nun schon ein Spieler, der viel mit Drehern statt Raketen arbeitet. Auch alles ok.

    Was ich aber durchaus für "arrogant" halte, ist wenn ein Spieler seine Standardwürfe teils so unpräzise wirft, dass der Torwart einfach nur existieren muss, um die Würfe zu parieren. Wenn man solch ein Wurfmuster hat, dann muss man auch erwarten dürfen, dass der Spieler seine Würfe so gestaltet, dass sie rein gehen.

    Letzte Saison waren die Dreher um den Torwart immer mal wieder so nahe angesetzt, dass der Torwart gar nicht mehr ausweichen konnte. Beim 7m gegen Melsungen holt er auch einen seiner "normalen" Wurfmuster raus, wirft aber den eigentlichen Dreher ums Torhüter-Bein genau ans Standbein.

    Auf dem Niveau, auf dem er sich sieht, auf dem er agieren will und auf dem er auch hier agieren sollte, darf sowas eigentlich nicht zu häufig passieren. Es wäre ja nicht weiter wild, wenn sowas einmalig bliebe aber bei Weber sind wie gesagt schon manche Wurfentscheidungen bei, die man hinterfragen könnte. Nichtmal in der Auswahl an sich, sondern in der Ausführung.

    Das wäre aber etwas, wo man als Spieler direkt ansetzen kann, solche Würfe auch wieder so zu werfen, dass sie öfter rein gehen. Er ist für seine Quote selbst verantwortlich. Er müsste sich dem aber bewusst sein und dann auch wieder treffsicherer werden wollen.

    Ohne seine Verdienste schmälern zu wollen, ist ja Weber auch einer derjenigen Charaktere gewesen, die mit so manchen sehr optimistischen Aussagen und Analysen für etwas Stirnrunzeln gesorgt haben. Sollte er seine eigene Leistungskurve ebenso gesehen haben und sollte der Trainer ihm eine der realen Leistungskurve entsprechendere zukünftige Rolle in Aussicht gestellt haben, kann das schon für Differenzen sorgen.

    Vielleicht sieht er sich noch als Top-Torschützen, der die Kanone jagen will. Genug Futter hat er letztes Jahr bekommen, die Quote war aber schon durchwachsen. Wenn nun auch, zurecht, das Standbein 7m wegfällt, ist er eben nicht mehr in der Rolle eines Anwärters auf den Torschützenkönig. Das hätte er sich aber auch in weiten Teilen selbst zuzuschreiben, weil sein Wurfentscheidumgem bzw. seine Präzision mittlerweile auch grausig,, teils auch zu arrogant sind.

    Zumindest was man auf dem Feld von Außen bewerten kann, braucht der SCM ihn in einer gewissen Rolle schon und ein Weber auch auf Normalniveau mit gelegentlichen Topspielen muss man erstmal ersetzen. Dann muss er diese Quote aber auch liefern. Wenn ihm diese altersgerecht und in der Entwicklung der Mannschaft angemessene zugedachte Rolle nicht gut genug ist, gut, dann ist die Entscheidung aus seiner Sicht konsequent.

    "Hätte gerne verlängert" kann ja in dieser Konstellation auch passen... Quenstedt hätte sicher auch gerne verlängert, wenn Kiel nicht gewesen wäre.