Wiegert ist als Trainer nicht mehr zu halten!
Wenn er ganz viel Glück hat, darf er bis zur Winterpause weitermachen und bewirkt in den freien, kalten Monaten doch nochmal ein Trainerwunder. Ersteres wird wohl noch eintreten, aber eine Verbesserung wird nicht mehr kommen.
Die Aussage muss man auch nicht daran festmachen, dass die Ergebnisse jetzt wackelig sind, sondern kann man viel mehr daran festmachen, dass er sich mit seiner Philosophie in eine Ecke hat drängen lassen, aus der er jetzt so schnell er nicht mehr raus kommt.
Es gibt dafür ja diverse Ansatzpunkte:
- Alles, was die Mannschaft in der Siegesserie am Anfang des Jahres ausgezeichnet hat, ist komplett weg. Es ist Stückwerk. Auf Stückwerk kann man keinen fortdauernden Erfolg auf diesem Niveau aufbauen.
- Es wird ein Spielsystem aufdoktruiert, dass man nur mit einem Spielmacher durchzieht, der wiederum selbst für dieses Spielsystem missbraucht wird. Dieses Spielsystem in sich ist auch schon das vorprogrammierte Stückwerk.
- Wir haben außer Damgaard niemanden, der aus Stückwerk mit individueller Klasse noch was Gescheites machen kann. Es lastet alles auf seinen Schultern und nicht mal so sehr auf denen von Bezjak.
- Alternativen werden offensichtlich nicht auf Wettkampfniveau trainiert - weder in der Abwehr noch im Angriff. Ich wage die Behauptung, dass O'Sullivan so viele Freie verballert, weil er im Angriff selbst im Training nicht mehr auf Wettkampfniveau unterwegs ist. Das ist doch alles nur Kopfsache, wenn man da mutterseelenallein aufs gegnerische Tor zu läuft.
- Chrapkowski hat im Angriff noch weniger das Vertrauen von Wiegert, denn wer kam nochmal als Damgaard das letzte Mal ausgewechselt wurde? Der zweite RM auf RL...
- Die Personalpolitik gibt sowieso keine Änderung des Spielsystems her. Selbst wenn man jetzt O'Sullivan vorne überhaupt oder Bezjak mal anders einsetzen würde, haben wir immer noch die gleichen Leute im Rückraum.
Die Personalpolitik wurde ja scheinbar auch nicht besser. Dazu kommt, dass man scheinbar immer noch nicht in der Lage ist, einen Entscheidungsträger für Zugänge zu haben oder den Prozess so zu gestalten, dass man sich gesunde Spieler holt.
Die Chemie zwischen den meisten Spielern und ihm wird schon noch stimmen. Das ist aber, siehe HLPs Vergleiche, relativ egal. Die systemrelevanten Spieler folgen artig, dürfen ja auch entsprechend viel spielen. Wobei, wir haben nur einen systemrelevanten Spieler. Dem ist wohl auch egal, wer der Trainer ist, solang er werfen darf. Dem Rest der Mannschaft ist das Gegurke doch mittlerweile offensichtlich selbst egal.
Aber was würde bleiben?
Wenn Wiegert als Trainer freigestellt werden würde, bleibt da weiter die Inkompetenz der restlichen Führung. Sie würden es wieder nicht hinbekommen, einen Trainer zu verpflichten, der es hier solange überstehen würde, die vielleicht guten Ideen auch in der Kaderplanung umzusetzen.
Auch hier wieder: Es gibt sicherlich potentielle Geschäftsführer, die vom Management eines Sportunternehmens mehr verstehen, als jemand, der auf die reinen Zahlen blickt - und der dann neben charakterlichen Kompetenzen auch die Zahlen korrekt im Blick hat.
Schmedt ist schlicht und einfach nicht in der Lage, den SCM in die Sphären zu führen, die er selber immer gerne proklamiert.