Beiträge von anonymer-scm-fan

    Fällt Musas Ausfall denn mit der aktuellen Truppe so schwer?

    Das bisschen Kreisläufer-Spiel, was der SCM im Positions-Angriff nutzt, sollte und muss man auch mit Kalarash hinbekommen. Ansonsten wäre er hier auch falsch und der SCM nutzt seine Kreisläufer ja seit Jureckis Abgang eh kaum. Hier muss der Kreisläufer eher körperlich ackern als den Ball fangen können.

    Herausragende Führungsspieler gibt es beim SCM in engen Spielen sowieso nicht. Da geht es nur um Effektivität und Effizienz von Aktionen in entscheidenden Phasen und da ist sowieso jeder in der Mannschaft bestenfalls schwankend.

    In der Abwehr wird man sehen müssen, ob ein anderer Mittelblocker es ebenso vernünftig hinbekommt. Da wird am schwersten wiegen, dass nun jemand mit Chrapkowski spielt, der es in der HBL auch nicht gewohnt ist, im Mittelblock zu spielen und die Kommunikation zwischen Chrapkowski und seinem Nebenmann wird vermutlich fehleranfälliger sein als zwischen Chrapkowsi und Musa, die schon zusammen gespielt haben.

    Aber auch der Mittelblock ist nach dem Weggang von Lemke kein so wichtiger Faktor mehr im SCM-Spiel.

    Der SCM wird in der aktuellen Verfassung vermutlich nicht besser und nicht wesentlich schlechter spielen als mit Musa.

    Der SCM muss erstmal den Beweis erbringen, dass man gegen bessere Vereine der HBL 60 Minuten lang konzentriert agieren kann. Selbst in Nettelstedt waren die ersten 20 Minuten dahingehend wieder Grütze.

    Wetzlar ist doch schon gut beraten, über das gesamte Spiel das eigene Level zu erreichen und abzuwarten, wann der SCM sich selbst im Weg steht. Der Matchplan hatte Kiel und Hannover auch ganz gut getan.

    Der SCM ist in der aktuellen Verfassung der Mannschaft in so einem Spiel nicht von vornherein der Favorit - einfach weil die letzten Auftritte diese Bezeichnung schon ad absurdum führen.

    Was eben fehlt, ist die charakterliche Eigenschaft, sich mit konstruktiver Kritik konstruktiv beschäftigen zu wollen und zu können.
    Reibungspunkte setzt man ja gewissermaßen, aber eher unfreiwillig und eher als Slapstick-Einlage, siehe die präsidiale Aussage im Beiblatt.

    Schmedt denkt wahrscheinlich auch noch, zu wissen, was die "Fans" wollen. Wer will, dass man gehört wird, muss die Sponsorenleiter erklimmen. Kritik würde beim SCM erst anfangen, weh zu tun, wenn ein beträchtlicher Geldeingang minimiert würde.

    Mich würde ja mal interessieren, wie sie die Fan-Kultur verändern wollen.

    Und mal eins ehrlich gesagt: Wenn man Sponsoren hunderte Dauerkarten zusätzlich rein buttert, dann geht dies eben auch mit einer entsprechenden Stimmungsentwicklung einher. Wobei die Spiele gegen "Kleinere" schon immer vor sich hin plätscherten. Da ist er wohl noch nicht lang genug beim Handball, um das zu wissen...

    Beim Berlin-Spiel war das Knistern in der Halle auch von Anfang an spürbar, dass die Halle auch Gas geben wollte. 40 Minuten lang war es dann auch entsprechend laut. Der Fanblock in Hannover war auch 45 Minuten lang nicht zu überhören. Noch(!) muss man den richtigen Fans nicht sagen, wie Fan-Kultur und Stimmung gehen...

    Das ist in der aktuellen Phase auch kein Führungsspieler-Problem, sondern ein Kopf-Problem einzelner Spieler.

    Es fehlt die Abgezocktheit, die Bälle 100%ig verwandeln zu wollen statt oftmals nur halbherzig oder ohne Vorbereitung. Lieber beim in den Winkel krachen mal einen daneben setzen statt beim Schön-Spiel-Trickwurf. Es fehlt auch die Ruhe, mal aus dem Risiko rauszugehen und sicherer zu spielen. Lieber die Abwehr nochmal verlagern als mit einem Risikopass Weber auf die Grundlinie schicken, von wo er dann auch tatsächlich noch wirft.

    Wiegert ist schon einer, der die Mannschaft auch führen kann. Die Ansagen in den AusZeiten sind ja klar und strukturiert. Jetzt fehlen die letzten 10 Prozent individuelles Konzentrieren-Wollen bei dem ein oder anderen.

    Letztendlich zeigen solche Äußerungen auch, dass man überhaupt kein Gespür für die Gründe etwaiger Kritik hat. Vielleicht läuft da auch manches Mal Pipi Langstrumpf in Dauerschleife.

    Die Aussage von Wiegert in der Auszeit würde ich da auch noch in eine andere Richtung bewerten: Das war wirklich ein Warnschuss, nicht die gleichen Fehler wie in Kiel oder Hannover zu machen. Hätte die Halle angefangen, zu murren, hätten unsere Goldhändchen wohl noch mehr gezittert. Die Aussage "ist die Halle leise, sind wir laut" kann man ja auch in Richtung Aufwecken deuten, getreu dem Motto "jetzt legt endlich los".


    Steve: Gegen Kiel, Berlin und Hannover haben sie schon gekämpft. Da würde ich Ihnen nicht absprechen, dass sie sich körperlich völlig verausgabt hätten. Da kommt aber oftmals dazu, dass ohne große Not wirre Einzelentscheidungen getroffen werden, die dann die komplette Mannschaft in ein Loch reißen.

    Bei einigen Spielern gibt es ein Disziplin-Problem im Sinne vom konsequenten Erarbeiten und vor allem Nutzen von Chancen. Das schlägt sich in Passen, Würfen und 7m wieder. Das war auch gegen Minden wieder zu sehen, weshalb es eben auch keine +15 wurden.

    Ohne Alternativen zu diesen Spielern wird es in wichtigen Spielen wieder nichts. Das ist auch was, was man zum Glück schnell abstellen könnte, wenn man denn will.

    Wie dumm muss man eigentlich sein, die Halle mit solchen Aussagen zu provozieren?

    Wenn die Mannschaft ihre Leistung so auf die Platte bringen würde, dass man als Fan das Gefühl hat, dass sie enge Spiele gegen starke Gegner auch gewinnen kann, dann ist die Halle immer da.

    Wer aber gegen Minden aus einem Zwei-Klassen-Unterschied sich selbst so grandios verbaut, mehr Kapital draus zu schlagen, muss sich nicht wundern, wenn die Halle abwartet. Der SCM bietet dem Fan das Raunen ja immer wieder an.

    Diese Saison ist bislang die Saison der wegen Dummheit vergebenen Chancen. Man müsste mal Statistik darüber führen, wie viele Ballverluste es wegen unkonzentrierter Pässe oder Würfe es gab.

    Was für eine Fan-Kultur haben wir denn? 110 Dezibel gegen Berlin, stimmungstechnisch ein 18. Heimspiel in 150km Entfernung.

    Wenn er diese Fan-Kultur verändern will, muss entweder die Mannschaft Leistung bringen oder man muss die Halle abgeschlossen lassen.

    Mit dieser Führungsriege werden SCM und HMD nicht weiter vorankommen.

    Der SCM im Angriff sowohl aus dem Positionsangriff als auch bei den Freien zu oft völlig undiszipliniert.

    Das wird gegen Teams der oberen Hälfte wieder bestraft werden. Quenstedt hat heute gezeigt, was ein Torwartwechsel bei so einem Spielverlauf bewirken kann.

    9 Tore Differenz sind für den Klassenunterschied zu wenig.

    Es wird so laufen wie sonst auch gegen die Kleineren: Die Erwartungen der Fans eines hohen Sieges werden durch Gewürge und unnötige Fehler schnell wieder kaputt gemacht.

    Der Zuschauereinbruch ist ja jetzt auch kein Phänomen dieses einen Spieles. Wir liegen da. 600-800 Zuschauer pro Spiel unter dem Vorjahres-Schnitt vergleichbarer Spiele.

    Gibt's nächstes Jahr eben wieder ein paar aufgehübschte Sponsorenpakete.

    Die Außen sind ja auch nicht das Problem. Wenn die einen normalen Tag haben, können die auch durchspielen. Da muss man nur wechseln, wenn einer einen schlechten Tag hat.

    Bei Musa kann es wirklich zum Faktor werden. Wenn er müde wird, wird die Abwehr auch schwächer.

    Das wirkliche Problem ist die Alternativ-Losigkeit im Rückraum und das Festhalten an gewissen Spielern auch in Schwächephasen, sodass man seine paar Alternativen auch noch weiter einschränkt.


    Den Gedanken bei Webers letzten 7m hattest du doch auch nicht exklusiv. Dass er den schön mittig aufs Tor wirft, ist Crunchtime-Coolness. Das nehmen wir als Positives mit. Wie gesagt, Mortensen hat gezeigt wie es geht. Der hat auch einen verworfen, musste später wieder ran und hat die wichtigen 7m alle knallhart ins Lattenkreuz genagelt. Da könnte Weber auch mal an der Wurfkraft arbeiten...


    Dem Gefeiere auf den offiziellen SCM-kanälen braucht man keine Aufmerksamkeit schenken. Das ist reines Marketing und Zuschauerlocken bzw. bei Laune halten. Hätte man den real zweitbesten Keeper der Liga, hätte man nicht 6:6 Punkte.

    Weber ist sowieso nicht so der Inbegriff mentaler Härte... oder vielleicht doch, wenn er Ziemer beim 7m in der Crunchtime mitten durch die Hüfte werfen will. Dazu kommt aber auch, dass bei genau diesem angesprochenen Wurfversuch von Außen der Winkel recht schwierig war. Mit jeder anderen Wurfvariante hätte er da auch versagt. Das eigentlich Dumme ist, dass sie mit genauso dieser Aktion bei ungünstigem Winkel in diesem Spiel drei Mal versagt haben. Es hat auch 2-3 Mal geklappt, aber da sah es zumindest von der Tribüne nach einem besseren Winkel aus.


    @obo: Ja, Wiegert muss jetzt vor allem mit sich selbst ins Gericht gehen, was die Entwicklung und den Nutzen von Alternativen angeht.

    Wie er die Außen wechselt, kann man ja noch nachvollziehen. Bei ähnlicher Qualität sollen alle auch zu ihren Spielanteilen kommen, dabei sind Musche und Weber für die stärkeren Gegner gesetzt. Sozialwechsel halt, aber wenigstens auf ähnlichem Niveau.

    Wieso er bei den Keepern nicht mal reagiert, versteht nur er selber. Ja, dann hält Green in der ersten Halbzeit eben gut. Wenn dann aber zwischen 30. und 45. Minute nichts mehr kommt, dann kann man doch Dario probieren. So viel nehmen sich die beiden auch nicht.

    O'Sullivan und Bezjak ist sowieso klar. Da muss er mal aus dem möglichen Denkansatz rauskommen, dass Sully hinten und für die 1. / 2. Welle so wichtig ist, dass er sich nicht verletzen darf. Ja, das stimmt, aber trotzdem ist er eine sinnvolle Alternative für vorne. Oder es liegt nicht mal dran und Bezjak ist unersetzbar...

    Für Damgaard gibt's keine Alternativen und das hat er als GF Sport mitzuverantworten.

    Das Herumtoben an der Seitenlinie bei Fehlentscheidungen kriegt man aus einem emotionalen Trainer nicht raus. Das ist auch nicht der Punkt, warum man solche Spiele verliert. Ich habe auch den Eindruck, dass er teils schon zurückhaltender geworden ist. Dass Musche nach der 2-Minuten-Strafe gegen Berlin so ausgerastet ist, hat überhaupt nichts mit dem Trainer zu tun - zu dem Umstand, dass er da unschuldig war und trotzdem bestraft wurde, kam der Frust des Spielverlaufes hinzu. Das war einfach ein Ventil und dass hatte nichts mit Wiegert zu tun.

    Off-Topic: Nach der Handballecke lag das alte SCM-Forum vermutlich auf Platz 2 der meistgenutzten Handball-Foren in Deutschland. Dass das hier rüber schwappt, war klar. Über Inhalte mag man streiten, ist aber auch egal. Aus SCM-Sicht war es Outsourcing der Meinungsmache.


    Zum Spiel ist vieles gesagt. Die Burgdorfer haben die Chance genutzt, die ihnen geboten wurde. Da kann man das Spiel, trotz aller Euphorie, auch zu einer kritischen Selbsteinschätzung nutzen, denn der Unterschied der ersten Halbzeit kam auch nicht von ungefähr. In Hannover wird man von Spiel zu Spiel gucken. Das kann am Ende der Saison ein großes Ding geben oder man steht halt mit einer vergleichsweise ordentlichen Saison im gesicherten oberen Mittelfeld. Wäre für den Verein am Ende einer Saison sicher beides in Ordnung.


    Capitano, eine Mannschaft, die unter die Top5 kommen will, muss solche Chancen nutzen. Die Liga ist eng, ja - das bedeutet aber auch, dass solche Spielverläufe noch schmerzhafter sind. Das waren 4 Big-Points.

    Beim Spiel gegen Kiel könnte man vielleicht noch gelten lassen, dass der THW von alleine die Qualität auf die Platte bringen kann, einen 6-Tore-Rückstand zu Hause noch zu drehen.
    Gegen Berlin hat man verloren, weil die Füchse es geschafft haben, dem Tempospiel der Magdeburger im Rückzugsverhalten entgegenzustehen.

    Hannover wurde aber doch nicht von sich aus so wesentlich stärker, dass sie das Spiel selbst gedreht hätten. Der SCM hat viel und meist ohne Not mitgeholfen - dass das sauer aufstößt, ist sicherlich berechtigt.


    Das Wohl und Wehe der speziellen Sorte SCM-Fan wurde aus Berlin ja treffend wiedergespiegelt. Es wäre auch anders, wenn das ein plötzlicher Ausrutscher gewesen wäre, wo man sich wirklich hätte schütteln und voraus schauen können. Die Probleme, wenn auch auf hohem Niveau, liegen tiefer. Wenn man die Parole ausgibt, dass man den Abstand zu Platz 3 verringern will, dann dürfen solche Spiele nicht 2 Mal in 2 Wochen passieren.


    Was dieser Kader hergibt, ist bekannt und muss auch nicht nochmal zerkaut werden.
    Die strukturelle Schwäche der Kaderpolitik muss nun durch umso besseres Coaching ausgeglichen werden. Das wird jetzt wirklich der Scheideweg für Wiegert.

    Er hat eine Mannschaft, die seinen Stil umsetzt und mit diesem Spiel weitestgehend erfolgreich sein könnte. Zu jedem Spieler wurde die letzte vertragliche Entscheidung unter seiner sportlichen Leitung gefällt - damit ist es sein Wunschkader bis 2019.

    Er ist jetzt als Trainer gefragt, aus solchen Spielen das Richtige mitzunehmen und mit der Mannschaft intern schonungslos aufzuarbeiten. Wenn man sich wieder in die eigene Tasche lügt, wird sich wieder nichts ändern.

    Als wenn die, im Grunde genommen falsche, 2-Minuten-Strafe gegen Wiegert irgendwas an der Ursache der Niederlage geändert hätte. Mal davon ab, dass die Burgdorfer in der Situation ähnlich wie beim Football mit einem Vorblocker den Weg zum Tor freigeräumt haben... Wer sich bei so einem Spielstand nicht über so eine Entscheidung aufregt, dem geht sein Team und das Spiel am Arsch vorbei.


    Legt man mal die Tempo-Theorie zu Grunde: welche zweite Garde sollte denn dann kommen, um Entlastung zu schaffen? Wer bitte? Ernsthaft. Als würde der Kader für irgendwas außer den Außen und den Keepern für irgendeinen einen annähernd gleichwertigen Ersatz bereit halten.
    Der eine kann nur vorne, der andere darf nur hinten, das schon auf zwei Positionen... Christiansen ist athletisch genug, der rennt und rennt und rennt.

    Würde man es auf dem Niveau nicht hinkriegen, dass Teilzeit-Handballer selbst die Hälfte der 60 Minuten ihre Arbeit ohne entscheidenden Fitness-Verlust durchziehen können, wie will man sie dann mehr einsetzen?


    Die Mannschaft kann schon das Tempospiel konsequent gehen. Das Problem ist, dass man vorne völlig unnötig und aus dem Nichts dumme Entscheidungen trifft und die Bälle damit vertändelt. Diese Mannschaft inkl. Trainer ist aktuell einfach nur zu blöd, um gegen gleichwertige Gegner zu gewinnen. Burgdorf wurde selber doch kaum signifikant besser. Das Spiel hat der SCM ganz alleine verloren.


    Das Gerüst steht bis 2019. Somit wissen wir wenigstens, was wir die nächste Zeit haben. Die letzte Hoffnung ist, dass Wiegert mal einsieht, dass manche Goldhändchen nicht in Stein gemeißelt sein müssen. Wenn Bezjak, Green und Weber murren, dass sie auf die Bank sollen, dann sollen sie auch mal vernünftigere Aktionen bringen und nicht nach 40 Minuten aufhören, mit Köpfchen zu spielen.

    Wie man 7m in der Crunchtime wirft, hat Mortensen gezeigt. So einen findet man doch beim SCM wohl auch?

    Bestimmte Spieler haben eine Allergie gegen Siege. Bezjak ist der Spielmacher der dummen Entscheidungen, dicht gefolgt vom Schützenkönig und dem Torwart, der dem Werfer noch mehr Platz bietet. Wiegert muss seine Einsatzplanung überdenken, sonst brennt der Weihnachtsbaum schon wieder im Herbst. Die letzten 20 Minuten O'Sullivan vorne, Quenstedt und bei Unterzahl Torwart drin lassen.

    Man muss den Spielern nicht mal unterstellen, dass sie nicht wollen würden. Die geben was sie können. Die Struktur im Kader ist einfach unausgereift. Wenn der Gegner Plan A in den Griff bekommt und eine ähnliche Qualität hat, dann ist es eben vorbei. Das heißt nicht, dass die einzelnen Spielern nicht ihr bestes geben würden. Als Kollektiv können sie eben nur ein bestimmtes Level erreichen...

    Mal sehen, wie gut der SCM morgen sein will....

    Die Magdeburger Abwehr stand ganz gut, man hatte aber wieder öfter Probleme mit dem Anspiel auf den Kreisläufern.

    Kurz vor der Halbzeit hatte der SCM wieder seine 5 vogelwilden Minuten. Zum Ende hin stach der Stuttgarter Angriff kaum noch und der SCM konnte mit Tempo noch was fürs Polster tun.

    Petterson und Mertens haben gezeigt, dass sie gute Alternativen für Weber und Musche sind.

    Letztlich hat ja jeder seine individuelle Wahrnehmung vom Spielgeschehen. Von oben sieht es anders aus als vorm TV und auf der Platte im Getümmel ist es wieder ganz anders.

    In der Nachbetrachtung sieht man auch einiges nochmal anders als in der Halle.

    Die taktischen Vorgaben, die unter anderem auch zu Verweigerungen von Würfen führen können, die 'von oben' frei aussehen, waren in diesem Bezug auch gar nicht mal so schlecht gedacht. Im Grunde genommen haben wir keinen Rückraum, der alleine ohne Hilfe so eine große Abwehrreihe überwinden kann. Man kann es stumpf trotzdem versuchen oder man probiert es mit Risikopässen auf Musa, der dann auch keine Chance hat, oder man bindet die Außen mit ein.

    Die Außen müssen dann eben treffen und stehen in einer gesonderten Verantwortung. Bei uns geht dabei die Mehrzahl über RA. Da kann man vielleicht auch mal variabler werden, auch LA mal mehr einzubinden, um einen verlässlichen Plan zu haben, wenn Weber schlechte Wurfentscheidungen trifft. Die hatte er auch selbst bei ein paar Treffern, z.B. den Ball so tief über den Keeper legen zu wollen, dass der den stehend mit dem Bauch gehalten hätte.

    Die Fähigkeiten der Spieler bestimmen die taktischen Möglichkeiten. Das ist nicht mal abwertend gegen die Spieler gemeint. Verlässlich ist, dass wir jetzt bis Sommer 2019 wissen, was wir taktisch erwarten können. Solange die 1. und 2. Welle rollen kann, ist wahrscheinlich vieles in Ordnung. Müssen wir in den Positionsangriff bleibt zu hoffen, dass da die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Da wir über den Rückraum nur wenige Möglichkeiten zu Torchancen haben, steigt mit der Qualität der gegnerischen Abwehr eben auch im überdurchschnittlichen Maße das Risiko des Scheiterns.

    Es fehlt neben Damgaard eben ein zweiter Rückraumspieler, der individuell Torchancen erzeugen und verwerten kann. Der SCM wird dadurch weiterhin nur so gut sein, wie uns die gegnerische Abwehr lässt. Mannschaften, die unter die ersten 4 wollen, sind aber so aufgestellt, dass dort einige Spieler notfalls mit ihrer individuellen Klasse die gegnerische Abwehr knacken können...

    Die Art der Niederlagen gegen zwei, im Sinne des SCM-Fan-Herzens auch so gesehene, Rivalen, führt eben zu Kritik.

    Trennt man mal das Spiel vom Generellen:

    - Es war über 40 Minuten ein tolles Spiel der Magdeburger und der Berliner. Beide Teams haben sich leistungstechnisch nichts gegeben, das Ergebnis war entsprechend.

    - Dann trifft der SCM ein paar Minuten das Tor nicht und anschließend auch ein paar dumme Entscheidungen in Einzelfällen. Die Berliner spielen auf dem Level, dass sie vorher auch hatten, ihren Stiefel konsequent runter und gewinnen deshalb mit +4.

    - In der Nachbetrachtung kann man auch sagen, dass Wiegert beim Coaching keine spielentscheidend Fehler gemacht hat, sondern in den letzten 5 Minuten mit einer Formationsumstellung noch was retten wollte. Die hätte vielleicht früher kommen können, hätte aber vorne Damgaard geopfert.

    - Die Berliner konnten wechseln ohne das in irgendeiner Art und Weise ein Qualitätsverlust im laufenden Spiel vorhanden war.


    Soviel zum Spiel als Übergang zum Grundsätzlichen:

    Man muss, nur weil man mal eine Serie hatte, die auch spielplanbegünstigt war, nicht gleich alle Kaderentscheidungen toll finden und die Kaderzusammensetzung abfeiern als würde man damit alles gewinnen. Die Kritik an der Kaderpolitik und an einzelnen Spielern gab es zwischendurch auch. Da hat es die Kritiker der Kritiker auch nicht gestört, weil ergebnistechnisch fast alles in Butter war. Da muss man jetzt aber nicht so tun, als wären diese Kritikpunkte nur wegen 2 Niederlagen aus der Schublade rausgekramt worden.

    Der SCM setzt auf einen Kader und auf eine Kaderpolitik, in dem man über dem Durchschnitt auf Spezialisten setzt. Bezogen auf den Rückraum setzt man nur auf RR darauf, dass beide Spieler beides können - mal ganz unabhängig davon wie man deren Spielweise als Fan im Einzelnen bewertet. Auf RM haben wir einen Spielmacher, der in der Abwehr so wichtig ist, dass er auch wirklich nicht ausfallen darf und deshalb nur in der 1. / 2. Welle mit in den Angriff gehen darf. Dadurch spielt der andere RM vorne durch, egal wie es bei dem läuft. Beim RL treibt man es auf die Spitze. Einer, der vorne eine Waffe ist, aber nur Angriff kann und einer, der nur hinten helfen kann. Beim dritten muss man dann erstmal sehen, was der in der HBL leisten kann. Hier liegt der Befürchtung einer Alibi-Verpflichtung leider recht nahe - ohne das gegen den Spieler zu meinen.

    Auf RL hätte man einen holen müssen, der neben starker Defensivqualitäten auch vorne wirklich eine Entlastung zu Damgaard ist. Diesen Kader schleift man jetzt bis 2019 mindestens mit. Mit dem Kader wird man aber in dieser Zeit aber auch nur um Platz 4 bis 7 spielen. Auf Platz 4 schafft man es aber auch nur, wenn eine eigentlich besser geplante Mannschaft eine komplette Saison versagt und die Teams, mit denen man eigentlich konkurriert, nicht besser sind, als man selbst.

    Für den SCM ist es diese Saison am Interessantesten, was Melsungen, Hannover und Leipzig dieses Jahr machen. Ja, man hat auch Qualität, die Großen zu ärgern, aber mit diesem Kader ist keine Kontinuität verlässlich gegeben, die es wirklich ermöglichen würde, von selbst und ohne fremde Patzer bei den Top4 mitzumischen. Das ganze Konstrukt hängt dazu zu sehr von 2-3 einzelnen Spielern ab.