Das Versagen der HBL ist und bleibt, dass nach Kenntnisnahme der Situation in Magdeburg am entscheidenden Freitag und der Entscheidung der Spieler, doch nicht antreten zu wollen, der SCM selbst das Spiel absagen musste - mit den entsprechend folgenden Konsequenzen, die ich als solche hier nicht mal in Abrede stellen will.
Die HBL hätte hier doch sicherlich Spielraum zu einer eigenen Entscheidung spätestens nach der ablehnenden Aussage der Mannschaft gehabt (A. Wäschenbach wird doch wohl eine Vertretung bei evtl. Nicht-Erreichbarkeit haben?!?). Da diese Option seitens der HBL offensichtlich nicht gezogen wurde, wurde der SCM in gewissem Maße gezwungen Maße gezwungen, sich zu entscheiden, das Spiel auszutragen oder abzusagen: Do or die...
Letztlich wird der Verein genau diese Alternativen an die Spieler weitergegeben haben, die natürlich entsprechend der eigenen und gesamten Situation abgelehnt haben, zu spielen.
Im Prinzip greift doch auch genau die hier geäußerte Stellungnahme der HBL: Ein Spiel in Aschersleben wäre THEORETISCH(!) durchführbar gewesen, aber die Spieler des SCM und letztlich der SCM haben abgelehnt / abgesagt. Hier hat sich die HBL offensichtlich auf den Standpunkt zurückgezogen: "Wenn ihr trotz der Situation nicht wollt, seid ihr selber schuld. Absagen müsst ihr dann selber, eine dritte Option geben wir euch nicht." Menschlich in Anbetracht der Lage mehr als menschlich fragwürdig!
Das hat mit nichts mit Phantasierei zu tun, so einen Prozess nachvollziehen zu können.
Die nach der Absage greifenden Regularien sind natürlich eindeutig und grundsätzlich berechtigt, aber wie gesagt hätte die HBL es nicht erst zu diesem Prozess kommen lassen dürfen.
In der Argumentation der HBL findet sich auch kein schlüssiges Argument, warum die HBL entsprechend der Entwicklungen am Freitag das Spiel nicht selbst abgesagt hat und nur die Entscheidung des SCMs an dem Tag "nur" abgenickt hat.
Wie bereits gefragt: Ab wann sagt die HBL denn Spiele selbst ab, wenn nicht schon kurz vor dem drohenden Höhepunkt einer für viele Spieler und Ansässigen existenzgefährdeten Naturkatastrophe direkt am Wohn- und Spielort?
Jeder vernünftige Arbeitgeber stellt doch in einer solchen Situation seine Arbeitnehmer frei - ebenso wie der SCM als Arbeitgeber der Spieler. Kaum irgendwo anders könnte sich ein wie auch immer gearteter Dachverband in diese Entscheidung einmischen. Die HBL schafft es dagegen sogar noch, den "unterstellten" Arbeitgeber in eine solche Entscheidungsnotwendigkeit zu befördern.
Man kann sagen, was man will: Die HBL hat hier den Schwarzen Peter allein dadurch verdient, dass der SCM das Spiel vereinsseitig absagen musste.
Diesen Gedankengang als weniger wichtig zu erachten und demnach den Prozess nach der Absage des SCM zu verteidigen, bleibt natürlich dem Verständnis und der Meinungsfreiheit eines jeden Einzelnen überlassen.
Es wird den handvoll meckernder, teilweise persönlich betroffener SCM-Fans in dieser Diskussion sicherlich nicht um den nachgelagerten und regulierten Prozess gehen, sondern der Grundsatzentscheidung der HBL gehen, die Absage des Spiels nach den Entwicklungen dem SCM zu überlassen und selbst versagt zu haben.
Das sich hier teilweise Betroffene trotz der eigenen Situation die Zeit nehmen, ihre Meinung in diese Diskussion zu bringen, macht die Entscheidung der HBL und das Verständnis darüber natürlich nicht besser. Die Magdeburger scheinen sich ja aber auch schön um die Behebung der Flutschäden kümmern zu sollen, als sich hier einzumischen...haben halt eine von manchen ungeliebte Meinung...