Da wird mir als HSV Anhänger langsam schwindelig. Umbruch, schön und gut. Aber soll die Mannschaft komplett ausgetauscht werden? Duvnjak ist sicher nicht zu ersetzen. Und dass Schwalb keine allzu großen Stücke auf Petersen hält, war hier aufgrund der relativ geringen Einsatzzeiten schon zu erkennen. Schon mal Glückwunsch an die Füchse!
Hamburger Abendblatt vom 27.12.:
Die Planungen für die Spielzeit 2013/2014 laufen unterdessen weiter. Die Neuzugänge Henrik Toft Hansen, Petar Djordjic, Adrian Pfahl und Kentin Mahé (spätestens 2014) werden der Mannschaft ein anderes, vor allem jüngeres Gesicht geben. Bei den vier Einkäufen wird es vermutlich nicht bleiben können, denn Linksaußen Fredrik Petersen wird nach Abendblatt-Informationen den Klub im Sommer verlassen.
Der 29 Jahre alte schwedische Nationalspieler, Olympiazweiter 2012 in London, hat demnach mit Laufzeitbeginn zum 1. Juli 2013 einen Dreijahresvertrag beim Bundesligakonkurrenten Füchse Berlin unterschrieben. Der HSV hatte Petersen im August vom insolventen dänischen Meister AB Kopenhagen verpflichtet und ihm einen Einjahresvertrag gegeben. Er sollte den Langzeitverletzten Torsten Jansen, 36, ersetzen, was ihm zuletzt hervorragend gelang. Am vergangenen Sonnabend warf Petersen beim 30:29 gegen Wetzlar zwei Sekunden vor Schluss den Siegtreffer.
In Hamburg, das ist der Grund für seinen Umzug, hatte der schnelle Linksaußen in den vergangenen Monaten trotzdem nicht die erhoffte Rückendeckung gespürt. Sein Pendant Matthias Flohr kam oft länger zum Einsatz, die nun im Februar anstehende Rückkehr Jansens droht seine Spielmöglichkeiten zusätzlich einzuschränken. Während Präsident Rudolph den Vertrag mit dem von mehreren Bundesligaklubs Umworbenen schon verlängern wollte, hatte Schwalb damit keine Eile. "Wir müssen stets auch taktische Dinge berücksichtigen", hatte der Trainer wiederholt betont. Im Gegensatz zu Jansen, einst einer der besten Abwehrspieler der Welt, war Petersen in der Deckung bislang nur beschränkt einsetzbar.
Während der HSV Petersens Abgang verkraften dürfte, droht das Interesse des französischen Tabellenführers Paris Saint-Germain HB an Spielmacher Domagoj Duvnjak, 24, den Verein nachhaltig zu schwächen. Die ambitionierten Franzosen, die von der Qatar Sport Investment finanziell großzügig unterstützt werden, wollen den Kroaten und dessen Landsmann, Kreisläufer Igor Vori, 32, aus Hamburg holen.
Für Duvnjak, Vertrag bis 2014, soll der HSV bereits eine Ablösesumme von mehr als eine Million Euro aufgerufen haben. Eine ähnliche Summe hatten die Hamburger im August 2009 an RK Zagreb gezahlt. Duvnjak entwickelte sich beim HSV unter Trainer Schwalb zu einem der besten Handballspieler der Welt, einer, der in jedem Spiel Topleistungen bringt. "Er ist ein Vorbild an Professionalität", sagte Schwalb kürzlich über ihn. Duvnjak fühlt sich zwar in Hamburg wohl und kann sich ein Engagement über das Jahr 2014 hinaus beim HSV vorstellen, der Scheichklub Paris HB scheint indes gewillt, sein Gehalt zu verdoppeln. "Eigentlich ist das ein Angebot, das man nicht ablehnen darf", heißt es in Duvnjaks Umfeld. Der HSV will aber um seinen besten Spieler kämpfen. Vori indes darf voraussichtlich, wenn er dann will, trotz laufenden Vertrags im Juli 2013 nach Paris ziehen.