Und da es meiner Frau egal ist,
Wenn es mir egal wäre, bzw. ich mich nicht für Sport/Olympia interessiere, würde ich mit Nein stimmen. Denn dann wäre mir das von vornherein zu viel unnütze Ausgabe, es sei denn, ich bin zufällig Gastronom oder Hotelier in Schilksee. Aber auch der wird, und damit zum Boost für Kiel, ein großes Hotel vor die Nase gesetzt bekommen. Dazu eine neue Flaniermeile, obwohl man auch auf der alten flanieren kann und ein bisschen was für den Yachthafen. Segeln gehört zwar zu Kiel, ist aber nun auch nicht gerade Volkssport, in das dann reingepumpt wird. (Camp24 läuft auch so doch ganz nett).
Deutschland hat die Chance, Vorzeigespiele abzuliefern. Wenn es Hamburg nicht macht, macht es definitiv jemand anders und höchstwahrscheinlich umwelttechnisch schlechter.
Das ist tatsächlich ein Argument für mich. Denn wenn ich ja sage zum Olympia-gucken, egal wo, dann kann ich mir ja nicht in der Ferne die Spiele anschauen, mit dem Wissen, was da alles schlecht lief und läuft in puncto Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Korruption, Umweltzerstörung etc, um dann nein zu sagen, wenn es vor meiner Haustür stattfinden soll, weil ich mich gestört fühle und kein rechtes Zutrauen in die rosaroten Versprechungen habe. Aber nur ja sagen, weil es woanders noch schlechter laufen könnte? Es ist ja nicht notwendig, sie überhaupt stattfinden zu lassen. (es ist ja keine Kleidung oder Nahrung, wo ich entscheiden muss, was ich haben möchte - ein Pullover mit Blut von Kinderhänden oder Fairtrade oder einen Kompromiss)
Ob Hamburg und Kiel tatsächlich so nachhaltig, umwelt- und ressourcenschonend und auch sozial gerecht in der Nachnutzung planen und umsetzen werden/können/wollen, wage ich zu bewzeifeln. Man tut sich in Kiel schon schwer, ein kleines Freibad im Problemstadtteil zu unterhalten, weil man ein großes teures Spaßbad bauen möchte. Es muss nicht immer Elbphilharmonie oder Flughafen sein, an denen einem klar wird, was nicht gut läuft.
Ich wusste gar nicht, dass man Olympische Spiele nicht wegen der Völkerverständigung und wegen der Sportler bzw. des Sports (bzw. Handballs) ausrichtet, sondern wegen der Infrastruktur?
Wenn man/die Stadt die Stadtbahn oder Straßenbahn hätte zur Diskussion stellen wollen, könnte man ja da direkt auch einen Volksentscheid machen. Die wird ja nicht das IOC zahlen oder Mcdoof und Coke als Sponsor, sondern wir Anwohner.
Kiel ist ein großer Name im Segelsport - dass man auch weiterhin oben mitsegeln möchte ist klar, das gibt es auch nicht zum Nulltarif, sonst wird man schnell überholt. Aber der ganz große Griff zu Olympia und der ganzen Stadt und dem Umland nahe zu legen, wir machen das eigentlich für euch, überzeugt mich nicht.