Beiträge von Funkruf

    Warum macht ihr euch das so schwer? Schmidt hat wohl mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung protestiert. So sieht das zumindest im Ablauf aus, was ich mir mehrfach angeschaut habe. Er muss übrigens nichts gesagt haben, man kann auch nonverbal reklamieren. Das wird genauso bestraft.

    Entscheidend ist halt, wie intensiv die Reklamation war. In diesem Fall ist das ein Vergehen nach Regel 8:7 a), was progressiv bestraft wird. Würde Schmidt lautstark reklamieren und dabei auch intensiv gestikulieren oder sich sogar provokant verhalten, würde er sofort eine Hinausstellung erhalten, weil er gegen Regel 8:8 a) verstoßen hat.

    Eine Beleidigung kann man nicht mit einer Hinausstellung bestrafen, da es sich hier um ein besonders grob unsportliches Verhalten handelt, welches in Regel 8:10 a) aufgeführt ist. Die einzige Strafe ist die Disqualifikation mit Bericht. Bitte daher zwischen Reklamation und Beleidigung unterscheiden.

    Übrigens wäre die Hinausstellung regeltechnisch korrekt, wenn Schmidt den Ball nicht sofort fallen lässt oder niederlegt, damit dieser spielbar ist. Es wird gemäß Regel 8:8 b) direkt mit einer Hinausstellung bestraft.

    Aber wie gesagt, ich bin mir sehr sicher, das es hier eine progressive Strafe wegen Reklamation gegen die SR-Entscheidung war.

    Also ich muss sagen, dass Hannover sehr stark gespielt hat. Sie waren sehr lange ebenbürtig gewesen und waren auch eine lange Zeit in Führung gegangen. Besonders die 1. Hälfte war sehr gut. Und da muss ich besonders Olsen loben, der eine sehr gute Leisung bot und zurecht Mann des Spiels wurde. Kiel hatte viele Chancen liegen gelassen und so war das Ergebnis zur Halbzeit zwar überraschend, aber meiner Meinung vollkommen verdient.

    Knackpunkt war dann die 3. Hinausstellung von Schmidt. Kiel wurde viel besser und konnte so in Führung gehen und gerade noch eine Blamage verhindern. Ich habe mir die Stelle mit der 3. Hinausstellung angeschaut und finde sie korrekt. Duvnjak war gerade beim Torwurf und im Flug und Schmidt hat den Torwurf versucht zu verhindern, indem er ihn seitlich (vielleicht sogar schon von hinten, jedenfalls war ein regelgerechtes Ball spielen nicht mehr möglich) am Wurfarm festhielt. Das ist ein Vergehen, was eine persönliche Strafe zur Folge hat. Er muss bei sowas aufpassen, erst recht wenn er schon 2x hinausgestellt wurde. So musste er zum 3. Mal hinaus und konnte durch die Disqualifikation nur noch zuschauen. Und das hat die Mannschaft von Hannover geschwächt.

    Die beiden Schiedsrichter Behrens / Fasthoff waren nicht an der Niederlage schuld. War eine Klasse Leistung.

    Funkruf
    Hast du dir den Bogen mal angeschaut? Wenn ich das Feld Disqualifikation mit Bericht was reinschreibe ist der Bericht automatisch dabei. DQ ohne geht nicht.

    Stimmt, der Bogen sieht wieder mal anders aus, als den welchen wir hier in Berlin verwenden. Ich hoffe mal, dass endlich der E-Scoresheet bald auch hier unten zum Einsatz kommt.

    Halten wir erstmal fest. Ein Signal des Zeitnehmers unterbricht das Spiel (Regel 2:9).Die Spieluhr muss sofort gestoppt werden. Der Zeitnehmer hat das Handzeichen 16 für Time-Out zu geben (Grüne Karte hochhalten) und mit dem gestreckten Arm zur beantragenden Mannschaft zu zeigen. Wenn die Schiedsrichter zustimmen, muss der Zeitnehmer mittels separater Uhr das TTO kontrollieren. Soweit alles wunderbar.

    Es kann jedoch passieren, dass das Signal zur falschen Zeit kommt. Dann greift Erläuterung 7 B a). Das Spiel wird mit Freiwurf für die ballbesitzende Mannschaft fortgesetzt, wurde eine klare Torgelegenheit vereitelt, gibt es 7-Meter für die ballbesitzende Mannschaft. Ist mir auch schon einmal passiert, gab Freiwurf und weiter ging es. Derjenige hat die Karte dann zurückbekommen.

    Wenn du merkst, das der Zeitnehmer (oder auch Sekretär) die Aufgabe nicht richtig macht, kann dieser von seiner Funktion enthoben werden und durch jemand anderen abgelöst werden. Dies ist dann im Spielberichtsformular zu vermerken.

    Im Handball-SR findest du die treffenden Passagen in Kapitel 1.8 auf Seite 62 und 79/80.

    Moment, hier ist eine Sache wichtig. Wer lief zu früh in den Strafraum? War es der Verteidiger oder war es der Angreifer? Und dann ist die Frage ob ein Tor fiel oder nicht.

    Ich war mal Fußball-SR gewesen und kenne daher die Regel 14.

    Wichtig ist, das der Schiedsrichter das Spiel freigegeben hat, der Ball aber noch nicht gespielt wurde. Begeht der Schütze oder einer seiner Mitspieler nun einen Verstoß, wird der Strafstoß wiederholt, wenn der Ball ins Tor geht. Geht der Ball nicht ins Tor, muss das Spiel vom Schiedsrichter unterbrochen und mit einem indirekten Freistoß zugunsten des verteidigenden Teams an der Stelle fortgesetzt werden, an der sich das Vergehen ereignete. Also wenn der Spieler in den Strafraum gerannt ist, wird dort fortgesetzt, wo er den Strafraum betreten hat.
    Begeht der Torwart oder einer seiner Mitspieler ein Vergehen und der Ball geht ins Tor, wird der Treffer anerkannt und das Spiel mit Anstoß fortgesetzt. Geht der Ball nicht ins Tor, wird der Strafstoß wiederholt.

    Wenn jedoch Spieler beider Mannschaften gegen die Regeln verstoßen, wird der Strafstoß immer wiederholt, egal ob der Ball ins Tor geht oder nicht.

    9. Unsportliches Verhalten (8:4, 17:1d)

    8:4 ist nicht unsportliches Verhalten! Alle Vergehen nach Regel 8:2 bis 8:6 werden als Regelwidrigkeiten bezeichnet. Unsportliches Verhalten wird nach Regel 8:7 bis 8:10 geahndet.

    Bitte die korrekte Regel bezeichnen.

    Ich habe nun in den Handball - Schiedsrichter geschaut. Wer den Ordner hat: Kapitel 1.3 Seite 3 und Seite 4 Bildreihe 3. Da muss der Abwurf tatsächlich angepfiffen werden, wenn der Torwart über die Linie rutscht, egal was er dann macht. Den dann greift Regel 5:6. Die Schiedsrichter müssen dann korrigieren.

    Ich werde mal nach beim Phillipka-Verlag um Erlaubnis bitten, ob besagte Bildreihe hier als Erklärung eingefügt werden darf. Da kann man es wunderbar sehen.

    Ehe ich es vergesse, natürlich muss die Vorteilsregel nach Regel 15:7 beachtet werden. Verliert der Torwart den Ball nach Verlassen des Torraums, ist der Ball spielbar, da die Spielfortsetzung als ausgeführt gilt.

    Die Hinausstellung wegen dem Stoßen war also erst seine 2. gewesen? Wenn ja, kann es dann nur eine direkte Disqualifikation sein!

    Der Spieler hat dann nicht die dritte Zeitstrafe (also Hinausstellung) erhalten, den dazu ist gemäß Regel 16:4 dem fehlbaren Spieler oder Mannschaftsoffiziellen sowie dem Zeitnehmer/Sekretär nach Time-out die Hinausstellung durch das vorgeschriebene Handzeichen 14, Hochhalten des gestreckten Armes mit zwei erhobenen Fingern, deutlich anzuzeigen. Und das war hier bei der Roten Karte nicht passiert. Gemäß Regel 16:5 und 16:6 d) resultiert ja die 3. Hinausstellung in eine Disqualifikation. Dazu wird zuerst Handzeichen 14 und dann die Rote Karte (Handzeichen 13) gezeigt.