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Handball-WM 2015: Ärger um Wildcard für Deutschland - SPIEGEL ONLINE
In den Regularien für IHF-Veranstaltungen heißt es unter Punkt 2.8: "Tritt die Mannschaft eines für die Weltmeisterschaft qualifizierten Verbandes nicht an, ... wird der Platz an die Kontinentalföderation des amtierenden Weltmeisters vergeben, die anschließend über die teilzunehmende Ersatznation entscheidet." Amtierender Weltmeister ist Spanien, demnach müsste die EHF über eine Ersatznation entscheiden.
EHF war im Wildcard-Prozedere nicht eingebunden
"Die EHF war in dem gesamten Prozess nicht eingebunden. Die Entscheidung, Deutschland eine Wildcard für die WM 2015 zu geben, lag allein in den Händen der IHF", sagte ein EHF-Sprecher auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Daher kam auch nicht die EHF-Rangliste für die WM 2015 zum Tragen, die sich aus den Ergebnissen der EM 2014 und den Playoffs zusammensetzt. In diesem Ranking ist als erste, nicht für die Weltmeisterschaft qualifizierte Nation Island aufgeführt.
Aber, und da beginnt die Spitzfindigkeit der IHF: Australien tritt ja nicht freiwillig oder aus politischen Gründen nicht an, sondern wurde kurzerhand ausgeschlossen. Und damit sich der Weltverband nicht vorwerfen lassen muss, bei der Vergabe der Wildcard einen kontinentalen oder nationalen Verband zu bevorzugen, hat die IHF einfach die Ergebnisse der WM 2013 als Grundlage genommen. Und da war das beste, nicht für die WM 2015 qualifizierte Team das deutsche auf Platz fünf, was dem Weltverband äußerst gelegen kommt.