Quelle: HP Neuhausen / Filder
Katastrophale zweite Halbzeit - 28:38-Niederlage gegen Groß Bieberau
Youngster Timo Durst traf dreimal, dennoch verloren die MadDogs deutlich gegen Groß Bieberau.
Nichts zu holen gab es für die Drittliga-Handballer des TSV Neuhausen im Heimspiel gegen die TSG Groß Bieberau. Dabei sah es vor der Minus-Kulisse von 200 Zuschauern bis zur 32. Minute und einer 17:15-Führung alles noch gut aus, aber danach war es als hätte jemand den Stecker gezogen. Die Abwehr stellte ihre Arbeit vollkommen ein und auch der Angriff konnte nicht mehr an das zuvor gezeigte anknüpfen. Groß Bieberau ließ sich nicht zweimal bitten und schaukelte einen ungefährdeten Auswärtssieg nach Hause.
„Ausschlaggebend war unsere geschlossene Mannschaftsleistung. Neuhausen ist nur mit vier Rückraumspielern angetreten, wir dagegen mit sechs. Schon in der ersten Halbzeit haben wir viel gewechselt und haben das Tempo hochgehalten. Hinzu kam eine gute Torhüterleistung. Nach der hohen Niederlage im vergangenen Jahr hatten wir ein mulmiges Gefühl, deshalb ein großes Kompliment an meine Mannschaft“, zeigte sich Gäste-Spielertrainer Florian Bauer zufrieden mit dem Auftritt seines Teams.
„Glückwunsch an Florian, der Sieg war verdient. Die erste Halbzeit war von uns noch gut, und wir hatten nicht so große Schwierigkeiten mit der kompakten Abwehr von Groß Bieberau. In der zweiten Halbzeit haben wir es jedoch keine mit keiner Abwehrformation geschafft den Rückraum von Groß Bieberau beim Wurf zu stören. Außerdem haben wir nicht die nötige Aggressivität gefunden, die uns ansonsten zu Hause auszeichnet. Grenzwertig finde ich, dass von höherer Stelle nicht eingegriffen wurde, denn bei diesen Straßenverhältnissen hätte dieses Spiel nicht unbedingt angepfiffen werden müssen. Philipp Frey ist beispielsweise schon um 13 Uhr in Ulm losgefahren und mit 50 Km/h über die Autobahn gefahren“, versuchte TSV-Co-Trainer Markus Locher, der den erkrankten Florian Beck vertrat, die Niederlage zu erklären.
Zu Beginn lagen die Gäste einmal in Führung, danach legten die MadDogs stets vor und waren beim 5:3 erstmals mit zwei Toren vorne (12.). Allerdings glichen die Hessen nur kurze Zeit später wieder aus. Beim 8:9 (20.) hatte die Turn- und Sportgemeinschaft erstmals wieder die Nase vorne, und baute den Vorsprung zum 11:13 aus (27.). Mit einer Auszeit ordnete Markus Locher die Seinen wieder, was sich in den letzten 133 Sekunden in einem 3:0-Lauf und einer gleichbedeutenden 15:14-Halbzeitführung gipfelte.
Auch die ersten Aktionen im zweiten Durchgang waren vielversprechend, doch nach dem 17:15 (32.) zog wohl irgendjemand von den Gästen den Stecker bei den Hausherren. Weder in der Abwehr noch im Angriff funktionierte noch etwas. Groß Bieberau ließ sich nicht zweimal bitten und drehte die Partie mit einem 7:0-Lauf vorentscheidend. Auch das zwischenzeitliche Time-Out von Markus Locher nutzte nichts. Auch vier der nächsten fünf Treffer gingen auf das Konto der Hessen und spätestens zu diesem Zeitpunkt, beim 19:26 war die Entscheidung gefallen. Vor allem das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart funktionierte in keinster Weise, denn die TSG-Akteure wurden kaum einmal entscheidend am Torwurf gehindert. Kontinuierlich wuchs der Rückstand, wobei der Angriff trotz vieler Fehlwürfe noch einigermaßen funktionierte. Letztlich sprang eine auch in der Höhe verdiente 28:38-Heimniederlage heraus. Es zeigte sich wieder einmal, dass in der dritthöchsten deutschen Spielklasse nur etwas zu holen ist, wenn über 60 Minuten ans Limit gegangen wird.
Am kommenden Samstag, 26. Januar, 20 Uhr, zählt für die MadDogs beim Tabellennachbarn TV Hochdorf nur ein Sieg, um aus der Negativspirale herauszukommen, und wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser zu kommen.
TSV Neuhausen – TSG Groß Bieberau 28:38
TSV Neuhausen: Herrmann, Schmidl, Durst (3), Fuchs (1), Kroll (2), Klingler (2), Wohlrabe (5/2), Hebisch (2), Schöbinger (1), Flechsenhar (6), Frey (6/3).
TSG Groß Bieberau: Karmatschek, Podsendek, Göbel (2), Malik (10/3), Seel (4), Gaydoul, Buschmann (8), Lemke (4), A. Rybakov (1), Konrad (5), Bauer (1), D. Rybakov (2), Arnold (1), Döll.
Schiedsrichter: Meike/Plinz (Denzlingen/Waldkirch).
Zuschauer: 200.
Zeitstrafen: Fuchs, Kroll, Schöbinger; Malik, Seel, A. Rybakov, Konrad, Arnold (2).