Quelle: Gäubote
Die Defensive erwartet 60 Minuten Schwerstarbeit
Handball: Drittligist SG H2Ku Herrenberg tritt am heutigen Samstag beim heimstarken TV Kirchzell an
ZoomDie SG-Spieler (hier Ingo Krämer im Spiel gegen Friedberg) müssen in der Abwehr richtig zupacken GB-Foto (Archiv): Schmidt
Der überraschende Punktgewinn am vergangenen Wochenende gegen Konstanz hat dem Drittligisten SG H2Ku Herrenberg neues Selbstvertrauen eingehaucht. Vor dem Duell am heutigen Samstag (19.30 Uhr/Parzival-Halle) beim heimstarken TV Kirchzell tritt Coach Stephan Christ aber auf die
Euphoriebremse.
Sven Gruber
Die Erleichterung im Training nach dem 25:25-Unentschieden gegen die HSG Konstanz war spürbar. "Die Gemütslage bei allen war in der Montagseinheit deutlich entspannter", stellte Trainer Stephan Christ zufrieden fest. "Wir haben gezeigt, dass wir an einem guten Tag konkurrenzfähig sind", erklärte Christ mit Verweis auf das vergangene Wochenende. Er trat aber gleich wieder auf die Euphoriebremse: "Im Grunde haben wir bisher noch nicht viel erreicht und sollten daher gegen Kirchzell schleunigst nachlegen."
Das allerdings ist beim Blick auf die bisherige Saisonbilanz der Unterfranken kein leichtes Unterfangen: In sechs von sieben Anläufen blieben die Kirchzeller in der heimischen Parzival-Halle unbesiegt. Unter anderem schickten die Unterfranken um Coach Gottfried Kunz den TSV Friedberg mit einer beachtlichen 22:30-Klatsche im Gepäck auf den Nachhauseweg. Gegen den derzeitigen Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten II allerdings wurden die Hausherren selbst mit 21:30 abgewatscht.
Rückenwind aus dem Konstanz-Spiel
Die SG fährt mit dem Rückenwind aus dem Spiel gegen Konstanz nach Kirchzell. Die Zielsetzung ist dementsprechend: "Die Mannschaft muss die gleiche Mentalität an den Tag legen und eine hervorragende Abwehr stellen. Dann können wir das Spiel möglichst lange offenhalten und auf etwas Zählbares hoffen." Auf die Abwehr kommt viel Arbeit zu. In den beiden Rückraum-Youngstern Mario Stark und Steffen Kaufmann bekommt es die Gäste-Defensive mit zwei torgefährlichen Rückraumschützen zu tun. Beide wurden im Handballleistungszentrum Großwallstadt ausgebildet - die Nachwuchsakademie des Erstligisten. Auch Kreisläufer Marius Fuchs entspringt dieser Talentschmiede.
Angeführt wird die relativ junge Truppe von Routinier Andreas Kunz. Der 30-Jährige feierte im April 2008 unter dem damaligen Bundestrainer Heiner Brand sein Debüt im Nationaltrikot. Anfang dieser Woche sorgte Kunz für Schlagzeilen: Laut des "Mannheimer Morgen" ist der erstligaerfahrene Linksaußen als Ersatz für Nationalspieler Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss) bei den Rhein-Neckar Löwen im Gespräch. Nicht zuletzt das ist ein Indiz für die Qualität des Kaders: "Kirchzell ist der klare Favorit. Auf unsere Verteidigung wird 60 Minuten Schwerstarbeit zukommen", vermutet Christ. Nur aus einer stabilen Defensive heraus sind die Gäste derzeit in der Lage, sich auch in der Offensive die nötige Sicherheit zu verschaffen. Deshalb hat Christ unter der Woche verstärkt am Zusammenspiel in Kleingruppen arbeiten lassen. Denn er rechnet nicht damit, gegen den TVK einen hohen Rückstand aufholen zu können: "Das können wir zu Hause schaffen. Auswärts aber können wir das nicht umbiegen."
Tremmel ist mit von der Partie
Personell hat sich die Lage zumindest auf Rechtsaußen entspannt. Manuel Tremmels Knieverletzung hat sich lediglich als Meniskusquetschung in Verbindung mit muskulären Problemen herausgestellt. Er ist heute mit von der Partie. Hinter dem Einsatz des Kreisläufers Patrick Sattler dagegen steht ein dickes Fragezeichen: Er hatte sich im Spiel gegen Konstanz am vergangenen Wochenende eine Prellung im rechten Knie zugezogen - und konnte aufgrund eines Blutergusses die komplette Woche nicht trainieren. Rückraumspieler Marcus Granberg plagt sich derzeit mit einem Infekt herum. Sein Einsatz ist ebenso ungewiss. "Wir können das aber zurzeit kompensieren", sagt Christ.
Für ihn wäre zumindest ein Punkt in Kirchzell "genauso grandios" wie das 25:25-Unentschieden gegen Konstanz: "Es ist wichtig, dass wir bis Weihnachten noch Zähler einfahren, um uns nicht abhängen zu lassen." Derzeit rangiert die SG H2Ku mit sechs Pluspunkten auf Rang 14 - dem ersten Abstiegsplatz. Noch aus einem weiteren Grund möchte der Coach nicht leer ausgehen: "Wir könnten uns den Druck für das anstehende Heimspiel am kommenden Wochenende gegen den starken Aufsteiger Großsachsen selbst nehmen."
Für die Fahrt nach Kirchzell setzt die SG einen Bus ein. Abfahrt ist am heutigen Samstag um 15.15 Uhr am Hallenbad Herrenberg. Anmeldungen nimmt Peter Kiener unter (0 70 32) 2 40 13 oder per E-Mail an kiener.peter@sgh2ku.de entgegen.