Beiträge von khs

    Quelle: Südkurier 30.8.12

    Samstag Saisonstart in der 3. Handball-Liga. Personelle Sorgen trüben Konstanzer Perspektiven.

    Am Wochenende startet die 3. Liga in ihre dritte Saison. Verläuft der sportliche Vergleich in den Hallen genauso turbulent, wie in der Sommerpause auf Funktionärsebene um Teilnahme oder Nichtteilnahme am Spielbetrieb dieser Liga gerungen wurde, darf man sich auf eine spannungsgeladene Runde freuen.

    Ausgangspunkt waren wirtschaftliche Schwierigkeiten von Lizenznehmern der ersten und zweiten Bundesliga, verbunden mit dem Verzicht von eigentlich in die 3. Liga aufstiegsberechtigten Vereinen, was dem Drittletzten der Südstaffel in der vergangenen Runde, der TSG Söflingen, eine Relegations-Chance zum Klassenerhalt einbrachte. Da in dieser Relegation aber Eintracht Hagen (Weststaffel) zunächst gegen Söflingen und anschließend auch Pohlheim (Oststaffel) die Oberhand behielt, richtete sich der Blick der HSG Konstanz hinsichtlich der in Runde 2012/13 wartenden Gegner auf die Staffel-Einteilung. Diese offenbarte mit den Aufsteigern TVG Großsachsen, der Bundesligareserve der Rhein-Neckar-Löwen und dem SV 64 Zweibrücken sowie der aus der Staffel Ost in den Süden gewechselten TSG Münster mehr oder weniger bekannte Mannschaften.


    Den großen Knall verursachten dann jedoch Anfang Juli die Stuttgarter Kickers mit ihrem Rückzug vom Spielbetrieb und der sich Mitte Juli anschließenden Insolvenz. Nicht nur, dass in Söflingen erneut Träume entstanden, denen sportgerichtlich Nachdruck zu verleihen gesucht wurde. Auch bei der Zusammensetzung der Staffeln Süd und Ost kam es durch das Nachrücken von Pohlheim nochmals zu einer Verschiebung. Mit der HSG Nieder-Roden wechselte ein Aufsteiger von der Ost- in die Südstaffel, der genau wie Großsachsen im ersten Jahr des Bestehens der 3. Liga bereits Erfahrung in dieser Spielklasse gesammelt hatte.

    „Das sind dieses Jahr wieder richtig gute Mannschaften, die man keinesfalls unterschätzen darf“, sagt HSG-Trainer Daniel Eblen. Er hat großen Respekt bezüglich der Spielstärke der insgesamt fünf Neulinge, von denen nach den Ergebnissen der Vorbereitung zu urteilen, am ehesten die TSG Münster Mühe haben dürfte, Schritt zu halten. „Der Rückzug von Oliver Junker und die Verletzung von David Twardon tun uns schon sehr weh“, beklagt der HSG-Coach bereits vor dem Saisonstart am Samstag bei der SG Kronau/Östringen II Verletzungspech, zumal Matthias Stocker trotz erneuter Operation einfach nicht so auf die Beine kommt, wie er sich das gewünscht hatte. „Da ist Geduld gefragt, ohne momentan eine eindeutige Prognose abgeben zu können“, so Eblen. Der vergangene Saison aus Balingen gekommene Mittelmann Stocker versucht momentan in seinem Stammverein wieder Anschluss an altes Leistungsvermögen zu gewinnen.

    „Wir werden uns erneut einfach auf uns selbst besinnen müssen und schauen, was zu erreichen ist“, sagt Eblen, der mit Blick auf die Aufstellungsprobleme bei der Formulierung des Saisonziels nach dem vierten Platz in der vergangenen Saison eher zurückhaltend ist. „Man muss sehen, dass sich Horkheim nach der Insolvenz von Stuttgart mit Sebastian Seitner verstärken konnte und dem TSV Friedberg mit Jan-Marko Behr ein neuer Rückraumspieler mit Erstliga-Erfahrung zur Verfügung steht. Natürlich wurden wir nach der Bekanntgabe unserer Neuverpflichtungen Gerrit Bartsch und Simon Oesterle seitens der Konkurrenz hoch gehandelt, aber das muss zwischenzeitlich wohl wieder relativiert werden!“, sagt der frischgebackene A-Schein-Inhaber Daniel Eblen, der mit der HSG Konstanz den Weg der Konsolidierung fortsetzen will. Und das bedeutet für ihn, möglichst Talente aus der Region ans Leistungsniveau der 3. Liga heranzuführen.

    wird die Zeit zeigen.
    Ja es ist richtig, wir haben uns punktuell verstärkt, in den nächsten Tagen wird noch ein Linkshänder als Ersatz für Michael Hau hinzustoßen. Mal sehen.

    Ich bin jedenfalls gespannt wie sich die Mannschaft heute abend im ersten Trainingsspiel bei der SG BBM Bietigheim schlägt!


    und der neue ist schon da

    Quelle: Die Stimme

    Sebastian Seitner wechselt nach Horkheim


    Seitner (links) im Duell mit Horkheims Felix Günthner. Foto: Veigel Andreas Veigel Handball - Bei der Suche nach einem erfahrenen Rückraumspieler ist Handball-Drittligist TSB Horkheim in der Verfügungsmasse des HV Stuttgarter Kickers fündig geworden. Der zweitligaerfahrene Linkshänder Sebastian Seitner wechselt als Ersatz für Michael Hau ins Unterland.

    „Er hat am Montag die mündliche Freigabe von Kickers-Präsident Jürgen Hollenbach erhalten“, sagte Pressesprecher Michael Roll am Montag gegenüber der Heilbronner Stimme.

    Der 33-jährige Seitner war 2010 vom TV Bittenfeld zu den damals sehr ambitionierten Kickers in die Oberliga gewechselt. Wegen finanzieller Schwierigkeiten hatten die Kickers in der vergangenen Woche den Spielbetrieb eingestellt.

    „Das ist genau der Typ Spieler, den ich noch gesucht habe. Linkshänder, torgefährlich und abwehrstark“, sagte TSB-Trainer Volker Blumenschein. Spätestens bis zum 1. August soll Seitner in die Saisonvorbereitung der Horkheimer einsteigen. son

    Quelle: Heilbronner Stimme

    Sebastian Seitner wechselt nach Horkheim


    Seitner (links) im Duell mit Horkheims Felix Günthner. Foto: Veigel Andreas Veigel Handball - Bei der Suche nach einem erfahrenen Rückraumspieler ist Handball-Drittligist TSB Horkheim in der Verfügungsmasse des HV Stuttgarter Kickers fündig geworden. Der zweitligaerfahrene Linkshänder Sebastian Seitner wechselt als Ersatz für Michael Hau ins Unterland.

    „Er hat am Montag die mündliche Freigabe von Kickers-Präsident Jürgen Hollenbach erhalten“, sagte Pressesprecher Michael Roll am Montag gegenüber der Heilbronner Stimme.

    Der 33-jährige Seitner war 2010 vom TV Bittenfeld zu den damals sehr ambitionierten Kickers in die Oberliga gewechselt. Wegen finanzieller Schwierigkeiten hatten die Kickers in der vergangenen Woche den Spielbetrieb eingestellt.

    „Das ist genau der Typ Spieler, den ich noch gesucht habe. Linkshänder, torgefährlich und abwehrstark“, sagte TSB-Trainer Volker Blumenschein. Spätestens bis zum 1. August soll Seitner in die Saisonvorbereitung der Horkheimer einsteigen. son

    Fortsetzung des obigen Gesprächs

    Wie macht man das, Herr Lüttin? Der SV Allensbach hätte in diesem Jahr über den Umweg Relegation die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga schaffen können – und darauf verzichtet.


    Lüttin: Wir sind in die Runde gestartet mit dem Aufstieg als Ziel. Das wird auch in der kommenden Saison so sein. Er muss eben auch machbar sein. Nicht nur finanziell, sondern auch strukturell. Unsere Spielerinnen haben gesagt: Sportlich wollen wir unbedingt, ob wir es dann beruflich auf die Reihe bekommen, da sind Zweifel vorhanden.

    Eblen: Noch mal, man wollte eine Stärkung des Handballs durch die eingleisige 2. Bundesliga und hat erreicht, dass man sich in der Sportwelt lächerlich macht. Ein Beispiel: Im Norden ging es um den Aufstieg in die 3. Liga. Die Oberliga-Ersten wollten alle nicht, da sollte der Vierte die Qualifikation spielen. Erst als sie dann in die Satzung geschaut haben, bemerkten sie, dass das gar nicht möglich ist. Da sind wir doch Schaustellertruppen, aber keine Leistungssportler mehr.


    Sie sagten lange, dass mehr als die 3. Liga für die HSG Konstanz nicht drin sei. Was haben Sie denn für Ziele?


    Eblen: Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder ich will gewinnen oder ich verliere. Bei der Leistungsdichte in unserer Liga muss man vom ersten Spieltag an alles gewinnen wollen, sonst steigt man ab. Um das glaubhaft zu machen, gibt es für uns nur eins: Es kann nur das Ziel sein, um den Aufstieg mitzuspielen. Ob das dann möglich ist, ist eine andere Geschichte. Aber wenn man keine Ziele vorgibt, muss man sich nicht wundern, wenn man im Niemandsland endet oder ganz unten. Aus unserer Sicht kann nur der aufsteigen, der vielleicht nicht das meiste Geld hat, aber die besten Leute. Wenn man die Mannschaft sieht, unsere Rückrunde nimmt und die Neuzugänge, die kommen, dann muss man sagen, dass wir ganz vorne mitspielen können.

    Lüttin: Das trifft auch auf uns zu. Wir haben eine zweitligataugliche Mannschaft. Daher war und ist unsere Zielsetzung die Meisterschaft. Ich rechne immer noch ein bisschen damit, dass man vernünftiger wird und solche Strukturen macht, dass der Verband wieder für die Vereine da ist und es ihnen ermöglicht, seriös spielen zu könne. Vor zwei Jahren, als die Idee einer eingleisigen 2. Bundesliga erstmals aufkam, war ein vernünftiger Vorschlag auf dem Tisch: Man spielt im Süden und im Norden jeweils eine Achterrunde. Das wären 14 Spiele gewesen. Und nach diesen 14 Spielen nimmt man die oberen vier und die unteren vier Mannschaften zusammen und spielt noch eine Achterrunde. Das wäre machbar gewesen. Dann hätten die Südteams nur viermal in den Norden fahren müssen und umgekehrt auch. Das wäre zu stemmen gewesen.


    Leiden Allensbach und Konstanz so weit im Süden nicht generell unter einem Standortproblem?


    Lüttin: Alle aus dem Raum Frankfurt haben es natürlich besser. Die sagen, uns ist es egal, ob wir so oder so rum fahren. Metzingen oder Nellingen waren für uns ja fast Heimspiele.

    Eblen: Standortnachteil hin oder her. Wir wohnen doch in einer tollen Lage. Vielleicht kann man dem ja auch einen Vorteil abgewinnen, dass wir durch Uni, Fachhochschule oder die Bodenseeregion mehr gute Leute bekommen. Wenn die nicht nur wegen dem Geld kommen, dann kann das langfristig auch positiv sein. Dennoch muss man das sportliche Niveau hochhalten und einige Plätze für den eigenen Nachwuchs freihalten. Was nützt es mir, wenn ich Jugendarbeit betreibe wie ein Bundesligist, dann aber die Spieler wegschicken muss, weil meine erste Mannschaft nicht stark genug ist für sie?


    Was muss sich nun ändern?


    Lüttin: Wenn ich Konstanz und Allensbach zusammennehme und sehe, was in den vergangenen Jahren an Arbeit geleistet wurde, dürfen wir beide behaupten: Wir sind der Marktführer in Sachen Handball in der Region. Und wer guten Handball spielen oder sehen will, der muss im männlichen Bereich nach Konstanz und im weiblichen nach Allensbach kommen. Wir werden weiterhin ausbilden und wir werden weiterhin keine Drahtseilakte machen. Wir wollen einfach bodenständig bleiben und dem eigenen Nachwuchs die Chance geben. Auch das kostet Geld. Otto weiß, wie teuer eine Saison in der A-Jugend-Bundesliga sein kann.


    Gibt es eine Sehnsucht nach der 2. Bundesliga?


    Eblen: Schon. Wenn ich mit den Spielern spreche, die ja fünfmal in der Woche trainieren, und die sehen, dass sie als Mannschaft sportlich die Möglichkeit haben, ganz oben zu sein, dann müssen wir als Verein auch in der Lage sein, die Infrastruktur und die finanziellen Mittel zu bringen. Sonst bleibt einem guten Spieler ja nur übrig, uns zu verlassen. Wer morgens aufsteht, um abends ins Training zu gehen, der will auch am Wochenende gewinnen.

    Lüttin: Wenn man sein sportliches Ziel erreicht und der Verein sagt, nein wir können es nicht, dann ist das die Höchststrafe für einen Sportler. Es müssen Verbandsstrukturen verändert werden, dass es auch für seriös arbeitende Vereine möglich ist, das sportliche Ziel erreichen zu können.

    Eblen: Der Verband ist ein ausführendes Organ und sollte eigentlich das ausführen, was die Vereine wollen. Jetzt ist es höchste Zeit, zu hinterfragen, was die Vereine wollen. Man sieht es doch: Viele Vereine und Personen, die maßgeblich dran beteiligt waren, dass diese Strukturreform mit der eingleisigen 2. Bundesliga zustande kam, sind nicht mehr im Amt oder gibt es nicht mehr.


    Stimmt es nicht mehr zwischen Verband und Vereinen?


    Eblen: Ein typisches Beispiel dafür ist unser letzter Spieltag. Drei Tage vorher hat der Verband verfügt, dass alle Spiele eine halbe Stunde früher angepfiffen werden – wegen des Champions-League-Endspiels der Fußballer. Wie amateurhaft muss ein Verband sein, um auf solche Ideen zu kommen? Wenn ein Verein drei Tage vorher kommt und ein Spiel verlegen möchte, so viel Geld kann der gar nicht aufbringen, um damit durchzukommen. Aber beim Verband? Nur für den Fußball? Da sind wir wieder ganz am Anfang unseres Gesprächs

    Quelle: Südkurier vom 30.5.12

    Regionalsport SeeWest
    „Wer bildet denn aus in der ersten Liga?“
    29.05.2012 Von DAS GESPRÄCH FÜHRTE INGO FEIERTAG
    „Wir werden weiterhin ausbilden und wir werden weiterhin keine Drahtseilakte machen“, sagt Manfred Lüttin (SV Allensbach, links) im Gespräch mit Otto Eblen (HSG Konstanz) und dem SÜDKURIER. lDas Projekt eingleisige 2. Bundesliga
    Zur Person: Manfred Lüttin
    Zur Person: Otto Eblen



    In der vergangenen Saison wurde im Handball erstmals in einer eingleisigen 2. Bundesliga gespielt. Im SÜDKURIER ziehen Otto Eblen und Manfred Lüttin, Präsident und Manager der Ex-Zweitligisten HSG Konstanz und SV Allensbach, Bilanz
    Seit einem Jahr gibt es im Handball die eingleisige 2. Bundesliga. Wie haben Sie, als Ex-Zweitligisten der damaligen Süd-Gruppe, die Premieren-Saison erlebt?


    Manfred Lüttin: Von unserer Seite kann man sagen, dass das mit Sicherheit nicht das Gelbe vom Ei, der Weisheit letzter Schluss, war. Aber man hat ja nicht auf die Leute gehört, die im Vorfeld abgewunken haben. Ein Viertel der Frauenmannschaften, egal, ob sie eh abgestiegen wären oder nicht, haben keine Lizenz für die 2. Bundesliga eingereicht, die jetzt mit einer Mannschaft weniger spielen muss. Eine Liga darüber geht es genauso chaotisch zu. Alle Erstligisten haben zwar die Lizenz bekommen, ich denke aber, dass das zweitrangig war, dass sie einfach froh waren, die Liga voll zu kriegen. Wenn man in einer Liga mit elf Teams mit fünf Punkten den Klassenerhalt schafft, dann sagt das alles. Und in den 3. Ligen gibt es keinen Absteiger.


    Drastische Worte. Ist es bei den Männern ähnlich schlimm, Herr Eblen?


    Otto Eblen: Grundsätzlich ist die Frage: Warum gibt es die eingleisige 2. Bundesliga? Meiner Meinung nach versucht der Deutsche Handball Bund immer, dem Fußball nachzueifern und denkt, dass alles was im Fußball gut ist und funktioniert, auch im Handball so sein muss. Aber wir haben ganz andere Voraussetzungen: Im Fußball werden bis zur 3. Liga erhebliche Fernsehgelder bezahlt und bei uns eben gar nichts. Die Reise für einen Handballer nach Rostock ist jedoch genauso teuer wie für einen Fußballer. Das ist aus meiner Sicht der größte Fehler: dass man sich keine eigenen Gedanken macht und Strukturen schafft.

    Der andere Punkt ist, dass wir eine sehr steile Spitze haben und da die sportliche Konkurrenz viel größer ist als in anderen Sportarten. Ich schätze die 3. Liga heute erheblich stärker ein als die 2. Bundesliga Süd, in der wir damals gespielt haben.


    Ist die Reform gescheitert?


    Lüttin: Das weiß ich nicht. Selbst wenn man die finanzielle Grundlage schaffen könnte: Unsere Spielerinnen gehen alle einer Arbeit nach oder studieren. Wenn man bedenkt, dass wir 20 000 Fahrtkilometer hätten schultern müssen bis nach Flensburg, dann weiß ich nicht, wie wir das mit unserem Personal auf die Reihe gebracht hätten.


    Ohne einige Profis oder mindestens Halbprofis scheint das nicht machbar.


    Eblen: Die Begründung bei den Männern war ja, dadurch die Nationalmannschaft zu stärken und den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln. Wenn wir sehen, wo die Nationalmannschaft jetzt steht und dass die Talente vermehrt in der 3. Liga auftauchen, dann kann jeder daraus seine Schlüsse ziehen.

    Lüttin: Genau das Gleiche gilt für die Frauen. Die Bosse in der ersten Liga waren der Meinung, die zweite sei nicht schlagkräftig genug, man müsse etwas tun. Aber die zweite Liga war es gerade, die ausgebildet hat und bei der sich die erste Liga bedienen konnte, als die große Abwanderung nach Dänemark war. Wenn ich daran denke, wen wir ausgebildet haben: die Nationalspielerin Kerstin Wohlbold, die Erstliga-Spielerinnen Kira Eickhoff und Celia Schneider. Das ist jetzt nicht mehr möglich. Die Vereine werden unter Druck gezwungen, sich mit ausländischen Spielerinnen zu verstärken, oder abgetakelte Spielerinnen zu holen, die dann Halbprofis sind. Auf der Strecke bleiben die Jugendspielerinnen. Wer bildet denn aus in der ersten Liga?

    Eblen: Wir haben ja bei den Männern immer sehr gute Junioren-Nationalmannschaften. Im absoluten Leistungsbereich, sprich erste Liga oder A-Nationalmannschaft, setzt sich das dann nicht fort. Jetzt überlegt man: Was könnte man machen, damit es besser wird, sieht aber nicht, woran es liegt, oder will es nicht akzeptieren. Eines der Ziele hat man mit der Reform also nicht erreicht.


    Was war das zweite?


    Eblen: Das andere war, eine starke 2. Bundesliga zu bekommen, damit der Aufsteiger in die erste Liga nicht immer Kanonenfutter ist und gestählt nach oben kommt. Jetzt muss man nur die erste Liga anschauen: Da hat sich gar nichts geändert. Da kämpfen fast alle finanziell ums Überleben, kaum einer kann die ganze Woche ruhig schlafen. Auch an dieser Struktur hat die zweite Liga überhaupt nichts verbessert.


    Jetzt gelten Ihre Vereine als sehr bodenständig und vernünftig. Sie machen keine Schulden, setzen auf junge Spieler – und verlieren unter Umständen gegen Teams, die Spieler haben, die sie sich eigentlich nicht leisten können.


    Lüttin: Wir sitzen da beide im gleichen Boot und wissen, was wir uns aufgebaut haben. Solange ich noch mitmische, werde ich mein Lebenswerk nicht fahrlässig aufs Spiel setzen. Der Lizenzierungsvertrag ist bei uns fertig gewesen. Wenn man sieht, was die haben wollen, frage ich mich, wie das andere schaffen? Viele Vereine bezahlen auch noch die Gehälter im Kuvert. Wenn ich da was von der Berufsgenossenschaft erzähle, dann fragen die mich: Was ist das denn für ein Verein? Es ist unumstritten, dass auch Aufstiege nicht wahrgenommen werden, weil sie dann ihre Bücher offenlegen müssten.

    Eblen: Den schlimmsten Punkt sehe ich darin, dass sich sportlich erfolgreiche Mannschaften während der Runde überlegen, ob sie aufsteigen wollen, weil es eigentlich keinen Sinn macht. Da muss man sich fragen: Warum spiele ich noch? Die eingleisige 2. Bundesliga verhindert die sportliche Entwicklung des Handballs in Deutschland. Allein die Diskussion, ob man aufsteigen will oder nicht, ist kontraproduktiv. Wie will man vor die Mannschaft hinstehen, wenn die Halle voll ist, und sagen: Wir wollen nicht aufsteigen.

    Quelle: HP Konstanz

    Kein Ende – Nur ein Neuanfang

    Tobias Eblen beendet seine aktive Laufbahn bei der HSG Konstanz


    Das letzte Meisterschaftsspiel in der Saison 2011/12, in Herrenberg, war für Tobias Eblen der Abschluss einer langen und erfolgreichen Handballer Laufbahn. Mit einer kurzen Unterbrechung war der 35jährige, 18 Jahre unverzichtbarer Bestandteil der HSG Konstanz. Tobias Eblen gehörte als Spielmacher und Abwehrspieler immer zu den zuverlässigen Größen in der Mannschaft. Sein kämpferischer Einsatz und sein Auge für die Kreisläufer waren sein Markenzeichen. Lange Jahre übertrug Trainer Adolf Frombach seinem Spielmacher, das Amt des Mannschaftskapitäns.
    An seinem 17.Geburtstag spielte der A-Jugendliche erstmals in der I.Mannschaft. Gegen den TuS Schutterwald, in der Südbadenliga, hatte der Mittelmann mit 5 Toren einen tollen Einstand. Trainer Adolf Frombach zollte auf seine eignen Art, dieser Leistung hohe Anerkennung: „Wenn ein Kind das Spiel machen muss, sind die Anderen für den A…." Zusammen mit Adolf Frombach, seinem Trainer und Antreiber, erreichte der trainingsfleißige Spielmacher mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zusammen mit seinem genialen Gegenpart am Kreis, Dimitri Bountov war das ungleiche Paar, gefürchtet und geachtet in der gesamten Liga. Wie in jeder Sportlerlaufbahn gab es Höhen und Tiefen. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga war sicher ein Höhepunkt. Seine zahlreichen und schweren Verletzungen konnten ihn nicht abschrecken, er kam immer wieder zurück. Wichtig war dem Spielmacher die Harmonie in der Mannschaft. Deshalb bezeichnet der Physiotherapeut auch die letzten aktiven Jahre als seine schönsten.
    Immer wenn er gebraucht wurde, konnte sein 2. Trainer und Bruder, Daniel auf ihn zählen. Die Nachfolgeregelung für seine wichtige Spielmacherposition lag ihm besonders am Herzen. Nach der guten Leistung von Yannick Schatz in der vergangenen Saison und dem starken Neuzugang Gerrit Bartsch, sieht der nun die Möglichkeit kürzer zu treten. Er will seine Karriere als Spieler beenden, wenn das Schiff „HSG" in ruhigen Gewässern Fahrt aufnimmt. Nun will er ohne Druck beim Schweizerischen Nachbarn, Kreuzlingen seinen geliebten Handballsport weiter betreiben.
    Einem Sport in den er geboren wurde. Bereits mit vier Jahren wuselte der blonde Brillenträger durch die Sporthallen. Mit seiner E-Jugend wurde er „Inoffizieller Deutscher Meister". Viele weitere Meisterschaften konnte er feiern, nur als Auswahlspieler wurde er nie berufen. Was ihn besonders anspornte, im Handball Erfolg zu haben.
    Bereits während der aktiven Laufbahn war er als Trainer tätig. Und als Trainer wird er zur HSG Konstanz, seinem Heimatverein, zurückkehren. Hier will er seine Erfahrung, Spielfreude und Spielverständnis an zukünftige Talente vermitteln. Das ist schließlich Familiensache.

    Der langjährige Spielmacher und Mannschaftskapitän der HSG Konstanz wird am 14. Juli im Rahmen des „Dentsplycup" gebührend verabschiedet.

    Quelle: Südkurier

    Von Gewinnern, Routiniers und Allroundern
    02.06.2012 Von ULRICH HAAFF0 Grund zum Feiern gab es oft bei der HSG Konstanz. Das Team von Trainer Daniel Eblen beendete die Saison auf Rang vier.


    Nach einer starken Saison der HSG Konstanz zieht Trainer Daniel Eblen eine persönliche Bilanz beim Vierten der 3. Handball-Liga Süd.
    Eine Saison fast aus dem Bilderbuch legten die Drittliga-Handballer der HSG Konstanz als Tabellenvierter aufs Parkett. „Das war sicher mehr, als man erwarten durfte“, sagte Trainer Daniel Eblen. Präsident Otto Eblen ernannte Stefan Bruderhofer zum „Gewinner der Saison“, nachdem der in Singen groß gewordene Nachwuchsmann im Rückraum immer zu Stelle war, wenn es darauf ankam. Im SÜDKURIER zieht der Trainer seine ganz persönliche Einzelbilanz.

    Stefan Bruderhofer: „Stefan bringt einfach schon tolle physische Voraussetzungen zum Handballspielen mit und hat hart an sich gearbeitet, um dieses Niveau zu erreichen.“

    Oliver Junker: „Wenn man sieht, wie selten er zum Schluss im Training war und wie souverän er doch aufgetreten ist, kann man abschätzen, welchen Stellenwert die Erfahrung hat. Super Auge, gutes Stellungsspiel, wichtige Tore und stark im Mittelblock der Deckung!“

    Yannick Schatz: „Der zweite Sieger der Saison. Als er zu uns kam, hat er gleich voll eingeschlagen. Zwischenzeitlich gab's aber dann immer mal wieder ein kleines Tief, weil zu wenig Torgefahr von ihm ausging. Seit wir daran arbeiten, hat sich sein Wert für die Mannschaft extrem gesteigert!“

    Tobias Eblen: „Da weiß ich gar nicht, den wievielten Frühling er durchlebt. Perfekter Lenker unseres Spielsystems im Rücken von Yannick Schatz, wann immer man ihn brauchte.“

    Matthias Faißt: „Ein Kapitän, wie man ihn sich vorstellt. Extrem wichtige Körpersprache für die Mitspieler. Neben dem Minimalisten Oliver Junker fällt auf, dass er einen aufwändigeren Handball-Stil pflegt, was den Eindruck hinterlässt, ihm fehle zum Ende der 60 Minuten ein bisschen die Kraft.“

    Matthias Stocker und David Twardon: „Wenn's in dieser Saison überhaupt Verlierer geben kann, dann sind es auf Grund ihres Verletzungspech die beiden. Matthias hat schon sehr an seiner Situation zu knabbern, da sein Genesungsverlauf nur sehr schwer vorauszusagen ist. Das wichtigste für ihn ist, Geduld zu haben und auf seinen Körper zu hören. Bei David hält das Knie gut, jetzt liegt's an ihm, soviel Muskulatur aufzubauen, dass es möglichst nicht zu weiteren Verletzungen am Gelenk kommt!“

    Kai Mittendorf: „Unser Allrounder, dem ein bisschen die körperliche Durchschlagskraft für den Rückraum fehlt, der von der Mittelposition aus auch am Kreis spielen kann. Hat ein bisschen das Problem als Allrounder auch in der Abwehr stark gefordert zu sein.“

    Markus Schoch: „Meist unterschätzter Spieler im Kader, hat sich taktisch und körperlich zu einer Größe entwickelt und kann zu einem richtigen Abwehrchef reifen. Gibt denjenigen, die im Angriff Verantwortung tragen, Zeit zum Luft holen. Spielt dabei so unauffällig und solide, dass selten wahrgenommen wird, wie wichtig er für das Team ist.“

    Simon Flockerzie: „Seit er letztes Jahr zu uns gestoßen ist, sind wir drei Stufen besser geworden. Nicht nur, weil er enorm torgefährlich ist, sondern auch für den Rückraum Räume schafft. Hat ein großes Kämpferherz, was am Ende manchmal die Kräfte schwinden lässt.“

    Sebastian Groh: „Bester Torschütze von Linksaußen. Hat die Mannschaft schon allein schon vom Typ als Spaßvogel her bereichert. Trotzdem sehr ehrgeizig mit deutlicher Verbesserung des Abwehrverhaltens in der Rückrunde.“

    Christoph Babik: „Erlebt diese Saison eine ähnliche Situation wie Oliver Junker. Studienbedingt wochenlang oft gar nicht im Training, was für einen Spieler in seinem Alter äußerst schwierig ist.“

    Marc Hafner: „Sehr gut in die Saison gestartet, hatte dann lange Probleme mit der Wade. Litt wie alle Außenpositionen unter verbesserungswürdigem Timing des Rückraums.“

    Simon Gessler: „Sehr aktiver Spieler mit guten technischen und athletischen Voraussetzungen. Musste erkennen, dass Training und Umsetzung im Spiel verschiedene Sachen sind und braucht daher weiter Erfahrung.

    Alexander Lauber: „Junger Mann, der seine Sache bei seinen Kurzeinsätzen gut gemacht hat und je nach Entwicklung vielleicht auch weitere Einsätze aus der zweiten Mannschaft heraus bekommen wird. Mutig für sein Alter.“

    Maximilian Wolf: „Hat in der Bundesliga-A-Jugend eine gute Saison gespielt und gegen den TV Hochdorf gezeigt, dass er talentiert und gut ausgebildet ist. Wird mit Fleiß und Ehrgeiz sicherlich weiterhin Spielanteile bekommen.“

    Marco Marques: „Hatte es schwer, nachdem Patrick Glatt als Nummer eins eine derart starke Saison gespielt hat. Hat – zumal zum Ende der Saison hin – gezeigt, wie gut er ist.“

    Patrick Glatt: „Hat eine richtig starke Saison gespielt. Steht sich vielleicht auf Grund seiner Emotionalität manchmal selbst im Weg, aber wir sind richtig froh, dass wir ihn haben!“

    Andre Melchert: „Großen Anteil an dieser Saisonleistung hatte auch unser Co-Trainer Andre Melchert, der gerade durch meine körperlichen Wehwehchen doch viel Verantwortung übernehmen musste. Ihn kann man eigentlich gar nicht genug loben.“