Quelle: HP Söflingen und Südwestpresse Ulm
Söflingen behält die Nerven
Völlig unerwartet haben die Söflinger Drittligahandballer den Tabellendritten Konstanz mit 26:21 bezwungen. Die Kuhberghalle stand am Sonntagabend erstmals seit dem 12. November 2011 wieder Kopf.
"Die Mannschaft wie auch die Zuschauer haben diesen Sieg gebraucht wie ein Stück Brot." Zwar dürfte dieses - vermutlich ungarische - Sprichwort von Söflingens Trainer Gabor Czako nur den wenigsten der 600 Zuschauer geläufig gewesen sein. Doch jedem war klar, was gemeint war: Wenn schon der Klassenerhalt in der 3. Handball-Liga für die TSG immer noch in weiter Ferne liegt, so war es doch Balsam für die geschundenen Seelen, dass mit dem 26:21 (12:11) gegen die HSG Konstanz der ersten Sieg seit dreieinhalb Monaten gelang.
Nicht nur weil der Erfolg gegen eine - ersatzgeschwächte - Topmannschaft gelang, waren die Verantwortlichen glücklich. Auch die Tatsache, dass die Mannschaft trotz vieler einfacher Fehlwürfe in der ersten Hälfte die Nerven nicht verlor, lässt darauf hoffen, dass in den restlichen zehn Saisonspielen weitere Erfolgserlebnisse folgen.
Zwar war der Sieg nach holpriger Anfangsphase der geschlossenen Mannschaftsleistung anzurechnen. Am Ende stach aber trotzdem einer heraus, der das Publikum mit starken Aktionen immer wieder anheizte: Torwart Markus Brodbeck vereitelte in der zweiten Hälfte eine Chance nach der anderen, was den inzwischen verunsicherten Konstanzern wohl die letzte Hoffnung auf eine Wende raubte und den recht sicheren 26:21-Erfolg der Söflinger sicher stellte.
Dabei hatte es nach den ersten 15 Minuten des Spiels noch so ausgesehen, als gehe das Duell klar an den Favoriten vom Bodensee. Denn bis dahin schien Konstanz über Spielstände von 2:5, 4:6 und 8:10 alles im Griff zu haben. Doch nun minimierte Söflingen seine Fehlerquote im Angriff und erzielte mit dem letzten Tor vor dem Pausenpfiff die verdiente 12:11-Führung.
Wie überzeugend die Söflinger trotz der stets präsenten Abstiegsangst in der zweiten Hälfte auftraten, überraschte angesichts der acht sieglosen Spiele in Folge aber dann doch: Unabhängig von gleich vier verworfenen Strafwürfen baute die TSG in der immer lauter werdenden Kuhberghalle ihren Vorsprung auf 18:13 aus. "Bei dem Fünf-Tore-Vorsprung war ich mir dann sicher, dass wir das nicht mehr hergeben", sagte ein über beide Ohren strahlender Kapitän Stefan Klaus nach der Partie. Die Zuschauer, darunter TSG-Manager Uli Gebhard waren sich da noch nicht so sicher. Er traute sich erst drei Minuten vor Schluss zu jubeln, als Klaus beim 25:20 der zweite Treffer hintereinander gelang und damit der Söflinger Vorsprung auch von höheren Mächten nicht mehr einzuholen war.
Für den Konstanzer Co-Trainer André Melchert war der Erfolg des Außenseiters gar nicht so überraschend. "Ich denke, die Söflinger stehen zu unrecht da unten. Sie könnten weiter oben sein, wenn man sich die Personen ansieht, die dort spielen", sagte der Coach, der den Cheftrainer Daniel Eblen vertreten musste. Der Grund: Dieser war über die Leistung seiner Mannschaft so entzürnt, dass er sich bei einem Wutausbruch verletzte und mit Verdacht auf Fußbruch ins Krankenhaus musste.