Hier noch kurz mein Senf zum Ganzen:
Die Verlegung eines Spiels sollte nur aus objektiv nachvollziehbaren, schwerwiegenden Gründen erfolgen können. Ob hier "krankheits-bedingte" Ausfälle als Kriterium herangezogen werden sollten ist wirklich eine schwierige Frage. Ab wie vielen Ausfällen soll dies möglich sein? Darf es da relevant sein, ob es Leistungsträger trifft, oder nur die "2.Reihe"? Also mir ist schon klar, dass dies mit einer Menge heikler Fragen zusammen hängt und deshalb darf eine solche Option auch nicht leichtfertig als Lösung heran gezogen werden.
Das es darüber grundsätzlich problematisch ist eine Veranstaltung in dieser Größenordnung, erst Recht, wenn Fernsehübertragung, Fan- und Sponsoren-Interessen berührt werden ist auch klar.
Aber andererseits, wo beginnt es kritisch zu werden, wenn so ein Spiel auf Biegen und Brechen durchgezogen wird? Ich klammere da jetzt mal die "Fürsorge-pflicht" sogar aus. Nehmen wir mal an der Gegner de MT wäre jetzt eine Mannschaft, die sich im Abstiegskampf befindet und am Ende 1 Punkt mehr oder weniger über den Abstieg entscheidet (ein solches Szenario ist ja nicht ganz abwegig). Ich denke, wir bräuchten da nicht lange warten, das da auf einmal aus ganz anderen Richtungen Vorwürfe bzgl. "Wettbewerbsverzerrung" aufkommen würden. Wäre dann schon eher ein Anlass für eine Verlegung gegeben? Soll also die vermeintliche "Bedeutung" eines Spieles hier ein weiteres Plus- oder Minus-Kriterium sein?
An diesen Fragen lässt sich glaube ich ganz gut darstellen, wie verzwickt eine solche Situation ist, und alle Handballfreunde (speziell, die der beteiligten Vereine) sollten hier etwas zurück nehmen und sich nicht zu völlig überflüssigen verbalen Scharmützeln hinreißen lassen. Aller Rivalitäten zum Trotz. Es soll sich jeder mal ausmalen, wie schnell sich die Argumentationen hier ändern würden, je nach dem, in welcher Situation sich sein Team gerade befindet.
Da das "Hessenderby" von der Tabellensituation einigermaßen unkritisch erscheint, sind sportliche Auswirkungen auf Andere eher nicht zu befürchten. Von daher schließe ich mich da der Parole "Augen zu und durch" von Marcus-76 an. In diesem Spiel hat die MT aus meiner Sicht und unter den gegebenen Voraussetzungen nicht wirklich viel zu verlieren. Ob die HSG-Fans bei so einer Partie den Sieg wirklich auskosten können müssen sie selber herausfinden. Wer seine Schadenfreude dabei ausleben möchte, soll es tun. Ob die Fernsehübertragung einer möglicherweise recht einseitigen Partie eine wirkliche Werbung für den Handball wird bleibt abzuwarten. Zweifel seien angebracht.
Zu guter Letzt: Die mangelhafte Jugendförderung der MT in der Vergangenheit darf mit Recht kritisiert werden. Dies ist wohl auch erkannt worden und Maßnahmen zur Verbesserung sind meines Wissens auf einem ganz guten Weg. Nur ob dies in einem solchen Fall eine Lösung für das aktuelle Dilemma der MT wäre wage ich doch zu bezweifeln. Ich stelle mir gerade vor, die Kieler würden mit einer Truppe bestehend aus Klein/Schröder/Ekberg/Palmarsson/Wiencek verstärkt mit Akteuren aus dem 3.Liga-Team und einigen A-Jugendlichen irgendwo antreten. Ich glaube selbst nach Neuhausen, Großwallstadt oder gar Essen dürften sie da nicht mit allzu viel Ambitionen hinfahren.