Wenn Alice Cooper von Orks träumt und Ozzy Osbourne von Klingonen, dann kommt vermutlich das heraus, was gestern in Athen zu bestaunen war: ein Eurovisions-Finale, das ausgerechnet von den finnischen Trashrockern Lordi beflügelt wurde.
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Lordi, diese kosmetisch aufgemotzten Knallchargen des Heavy Metal, waren also nur auf den ersten Blick skurrile Außenseiter. Ästhetisch bezogen sie sich auf die lange Tradition des Trash im Pop, auf die Ausstellung des Künstlich-Hässlichen, wie sie musikalisch von Kiss über Alice Cooper bis Ozzy Osbourne praktiziert wurde und in den wüsten Szenarien der Schockrocker Gwar und Slipknot immer wieder Gestalt annimmt. Geisterbahn-Ambiente, Kirmes-Grusel, Zombie-Look: Lordi taten alles, um nicht geliebt zu werden - und waren am Ende die großen Gewinner.
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Die große Grand-Prix-Ode hat bei den Zuschauern ausgedient, sie votierten auffallend für zeitgemäße Tanz-Nummern, jetzt müssen das nur noch Schmalz-Veteranen wie Ralph Siegel begreifen.
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Deutschland blieb Platz 15 - und ein großer Trost: Siegels Schweizer schnitten noch schlechter ab. Sie standen am Ende auf dem 17. Listenplatz.
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Und dann die Deutschen: Als Texas Lightning mit "No, no, never" ins Rennen ging, wehte ein Hauch von Professionalität durch den Saal. Sängerin Jane Comerford versuchte nicht verzweifelt, erotische Phantasien aus "9 1/2 Wochen" zu bedienen, kein Musiker griff dramatisch in die Luft, als würde er am Rand einer Klippe hängen - und Olli Dietrich tat das, was er am besten kann: trommeln und dabei missmutig aussehen.
Doch deutscher Country, mit seinem eingebauten Augenzwinkern, war womöglich zu dezent für die Popsause, über der Lordis Streitaxt hing wie ein ästhetisches Damoklesschwert.
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