MDR-Sportchef Mohren suspendiert
Der Schmiergeldskandal der ARD hat für den Sportchef des MDR-Fernsehens, Wilfried Mohren, erste Konsequenzen. Der MDR legte den Arbeitsvertrag mit Mohren bis auf weiteres auf Eis. Mohren ist nach dem ehemaligen Sportchef des Hessischen Rundfunks der zweite Verdächtige in der Korruptionsaffäre.
Frankfurt/Leipzig - Nach den Durchsuchungen in der Leipziger Sendezentrale hätten der Sportchef und der MDR einvernehmlich vereinbart, den Arbeitsvertrag ruhen zu lassen. Der Sportchef trage diese Entscheidung ausdrücklich mit, um Schaden vom Sender abzuwenden, hieß es beim MDR.
Gegen Mohren wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen "Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr" ermittelt. Die Leipziger Behörde habe zuvor Unterlagen von der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen Emig erhalten.
Beamte hatten am Montag das Büro des Journalisten sowie weitere Objekte durchsucht. Eine MDR-Sprecherin erklärte, die Ermittlungen richteten sich gegen Mohren als Person und nicht gegen den Sender. Der MDR zeige sich kooperativ und habe alle verlangten Akten und Schriftstücke an die Ermittler übergeben.
MDR-Unternehmenssprecher Eric Markuse sagte: "Wir hoffen, dass auch diese Ermittlungen schnell zu Klarheit führen und die Suspendierung bald wieder aufgehoben werden kann." Bereits im vergangenen Jahr wurde nach einer anonymen Anzeige gegen Mohren wegen Korruptionsverdacht ermittelt. Diese Vorwürfe erwiesen sich nach Senderangaben als haltlos und die Ermittlungen eingestellt.
Der MDR hatte nach eigenen Angaben bereits in der vergangenen Woche seine Geschäftsbeziehungen zur in den Fall verwickelten Firma SMP offen gelegt. Nach Medienberichten soll Emigs Partner Harald Frahm auch zwei Aufträge vom MDR erhalten haben. Emig, der wegen Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft sitzt, wird Bestechlichkeit und Betrug vorgeworfen, weil er in Sportsendungen seines Senders Produkte von Firmen platziert haben soll, die Kunden der Media-Agentur seiner Frau Atlanta sind. Außerdem wird ihm vorgeworfen, dass er kleine Sportvereine und Veranstalter für öffentlich-rechtliche Sendezeit bezahlen ließ.
Einem Bericht der "Bild" zufolge soll Mohren an einem ähnlichem System wie Emig gearbeitet haben. Die Leipziger Staatsanwaltschaft wollte sich zu Details der Ermittlungen und zu der Frage, ob Mohren bereits vernommen werde, zunächst nicht äußern.