Beiträge von exilberliner

    Deutscher Sportjournalistenpreis:

    Bester Sportkommentator: Florian Schmidt-Sommerfeld
    Bester Sport-Experte: Stefan Kretzschmar
    Beste Sportsendung: Sky Handball-Bundesliga

    Sky Handball kommt also ganz gut weg und hatte einen erfolgreichen Abend.

    Dänemark hat Kevin Møller als 2. Torwart nominiert. Emil Nielsen, Michael Damgaard und Nikolaj Øris sind aus dem Kader gestrichen worden. Emil Jakobsen und Simon Hald stehen als Ersatzspieler auf Abruf bereit.

    Ja, der Kader lautet: Landin, Möller - Landin - Mensah, Hansen, Andersson - Holm, Olsen, Möllgaard - Gidsel - Svan, Hansen - Saugstrup, Toft Hansen; Ersatz: Hald, Jacobsen
    Das sind 14 +2, und nicht 15 + 2 wie bei Deutschland

    Der DHB schreibt ist einer Presseerklärung:

    Zitat

    Am 23. Juli müssen beim Technical Meeting in Tokio die 14 nominierten Spieler und der designierte erste Ersatzmann bestätigt werden. Nach jetzigem Stand werden Torwart Silvio Heinevetter und Rechtsaußen Tobias Reichmann werden am Training und der Wettkampfvorbereitung teilnehmen, aber zunächst als Reservespieler in Tokio sein.

    Das bedeutet dann wohl, dass auch aus dem 15er-Kader noch ein Spieler in den Standby-Modus gesetzt wird. Da ist also noch etwas Wettbewerb im Vorfeld.

    Ich wundere mich halt, weil Dänemark auch nur 14 Spieler + 2 Ersatzleute nominiert. Dass die Ersatzleute nicht mit ins Dorf dürfen, ist klar. Ich hatte den DHB so verstanden, das die Ersatzleute mit nach Tokio kommen, aber nicht mit ins Dorf. Welchen Status nun allerdings Spieler 15 hat... Etwas intransparent.

    Stimmt, das ist die "Nummer sicher".
    Natürlich haben wir auch junge Torhüter, die haben auch was gezeigt, aber keiner hat in der Saison so abgeliefert, dass man sicher sein kann, dass sie das bei einem erstmaligen internationalen Einsatz auch tun. Ich glaube auch nicht an Geschenke, es geht hier darum, das Risiko zu minimieren.
    Drei Spieler müssen ja noch auf "Stand by" gesetzt werden. Das wird sicher ein Torhüter sein (Bitter?), ein Außen (ich tippe auf Schiller wegen der sonst geringen Anzahl an Linkshändern), und Lemke vermute ich auch, der dann ins Spiel kommt, wenn die Abwehr in einer Partie versagt.

    Wenn man jungen, hoffnungsvollen Spielern nach der A-Jugend binden, weiterenwickeln und ihnen eine Perspektive bieten will, dann ist es nicht optimal, eine europäisch ambitionierte Mannschaft als erste und ein Drittligateam als zweite Mannschaft zu haben. Vielmehr bietet die 2. Liga die Möglichkeit, vielen Spielern nach der Jugend auf hohem Niveau einen praktischen Einstig zu verschaffen. Die Spieler, die dort jetzt vorgestellt werden, sind beste Beispiele. Die Erfahrung hat ja gezeigt, wie schwer es ist, junge Spieler, die nicht gleich absolutes Topniveau hat, zu halten. Ich denke andre Mindener Reißky und und Schluroff, an Simak in Lemgo, an Skroblien, Thümmler... Immerhin hatte es in der Vergangenheit schon mal geklappt, Siewert, Reißky und Genz in Essen zu "parken". Außerdem werden die Leistungszentren in Berlin und Potsdam noch attraktiver, weil man dann eine maßgeschneiderte Anschlussperspektive bieten kann. Aber der Knackpunkt ist sicher die Frage, ob der Aufstieg gelingt - das war ja in diesem Jahr leider nicht der Fall, und de Protagonisten sind da auch noch ziemlich zerknirscht. Hanning erwähnte übrigens auch ausdrücklich, dass das alles nicht in Zement gegossen ist und man es auch wieder lassen kann, wenn es sich nicht bewährt.
    Auch interessant: Nils Lichtlein, Marc Walter und Matthes Langhoff sind anscheinend ausschließlich bei den Profis der Füchse eingeplant, die Namen fielen jedenfalls in Potsdam nicht

    Eigentlich hat Hanning ja erreicht, was er wollte, wenn auch mit diskutabler Methode. Im Spiel war für ein paar Minuten Feuer drin, niemand hat es abgeschenkt, alle hatten etwas Druck und, wie ich finde, Kühn, Häfner und Reichmann haben sich sehr für den Olympia-Kader empfohlen - von der Einstellung und von der Leistung her. Für die Saison war das Spiel für beide Mannschaften ohnehin ohne jede Bedeutung, und so konnten alle erhobenen Hauptes vom Platz gehen.
    Mir gefällt die MT ohne Gudmundson deutlich besser. Ich habe keine Erklärung, warum er Mikkelsen so demontieren musste. Obwohl es vor und während des Spiels einige Ausfälle gab, waren die Lasten viel besser verteilt. Über die Strecke des Spiels setzt sich dann die breitere Aufstellung der Füchse durch. Da ohne den regulären Mittelblock vor allem Holm nicht mehr verteidigt werden konnte, war dann irgendwie die Luft raus. Jetzt also auf nach Tokio, Bobs Goldmedaille gewinnen ;)

    Die Spielpaarung hätte vermutlich selbst in den beiden Lagern nur mäßig Interesse hervorgerufen. Am Ausgang der Saison wird sie nichts mehr ändern. Aber vielleicht will Hanning ja genau das: Die Partie nicht zum "Spielchen" verkommen lassen sondern zu einem kleinen mentalen Stresstest in Hinblick auf Tokio machen.

    1966
    Das ist die Aussage von Bob Hanning:

    Zitat

    "Ich finde es erschreckend, dass Melsungen viele deutsche Nationalspieler für viel Geld gekauft hat, aber die Mentalität im Verein nicht mitgewachsen ist", sagte Hanning der Deutschen Presse-Agentur. "Es hat sich kein Spieler, seit er in Melsungen ist, verbessert. Im besten Fall haben sie stagniert."
    Hanning, der neben seinem Amt beim Deutschen Handballbund (DHB) Geschäftsführer der Füchse Berlin ist, tritt am Mittwoch mit dem Hauptstadtclub bei den Nordhessen an. Aktuell stehen sechs deutsche Nationalspieler bei der MT unter Vertrag: Silvio Heinevetter, Julius Kühn, Finn Lemke, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Timo Kastening. Alle haben noch Chancen auf den Sprung in den Olympia-Kader, den Bundestrainer Alfred Gislason nächsten Montag benennen will. Fast alle von ihnen durchleben aber eine durchwachsene Saison mit den hochambitionierten Melsungern, die Qualifikation für den Europapokal wurde verpasst.

    "Ich habe die Sorge, dass die Mentalität, die sich in Melsungen etabliert hat, den Erfolg der deutschen Nationalmannschaft gefährden kann", sagte der 53-jährige Hanning. "Ich glaube, dass dort eine unglaubliche Zufriedenheit herrscht und dass man nirgendwo mehr Geld verdienen kann als deutscher Nationalspieler. Und das färbt sich meiner Ansicht nach aufs Spielfeld ab."

    Darauf reagierst du mit der Aussage:

    Für mich war und ist Hanning der aller größte Dummkopf der in der HBL. . Wo lebt er .?
    Die HBL Vereine sind Wirtschaftsunternehmen und wer Geld hat , kann sich das eine oder andere Leisten und die anderen eben nicht . Und Spieler zu verteufeln ,die Geld verdienen wollen , das zeigt wie groß sein Handballverstand ist . Dann sollen doch die Füchse Geld in die Hand nehmen .

    Man kann und muss die Leistung der MT Kritisieren ,aber sich wie kleines dummes Kind sich hinstellen ,ich will auch so ein Spielzeug , finde ich DHB Vize nur völlig Dämlich

    Das hat wenig mit der Kritik von Hanning zu tun. Er kritisiert die Mentalität der Melsunger. Es ist ein Problem, wenn die wichtigsten Nationalspieler in Deutschland, und Kühn und Häfner sind das Gerüst der Nationalmannschaft, im nächsten Jahr schon wieder nicht international spielen - und das offenbar so hingenommen wird. Es geht eben gerade nicht darum, dass sich jemand ein Spielzeug leistet oder nicht, sondern darum, wie professionell Handball in Deutschland betrieben wird. Und da gibt es nunmal gewisse Defizite, die gerade nichts mit "Geld in die Hand nehmen" zu tun haben, sondern mit Einstellung. Und auch von Wirtschaftsunternehmen - und Vereine und mehr als das - sollte erwartet werden, dass sie sich nicht nur "etwas leisten können", sondern daraus auch etwas machen.

    Das mit dem Neid verstehe ich nicht, denn zum Neid gibt Melsungen nun wirklich keinen Anlass. Man beneidet, wenn überhaupt, den Erfolg der anderen, und Erfolge kann die MT nicht vorweisen. Soll man aus der Sicht eines Managers einen Verein beneiden, der viel Geld ausgibt, aber trotzdem nicht erfolgreich ist? Wäre man missgünstig, würde man sich eher ins Fäustchen lachen. Alle anderen Vereine mit Ambitionen stehen weiter oben in der Tabelle, gewinnen Meisterschaften, Pokale oder qualifizieren sich fürs internationale Geschäft.