Also 1. habe ich doch nur ganz wertfrei eine Statistik hier gepostet. 2. sind das ganz schön populistische Antworten. 3. ist klar, dass Teams von oben mehrheitlich gegen Teams von unten gewinnen. Das ist in jeder Liga und jeder Sportart der Welt so. Diese Domianz ist jedoch erdrückend. Und nein, das ist nicht nur sportartspezifisch.
Klar haben Underdogs im Fußball z.B. andere Chancen. Dass sich Hertha in München ein 0:0 ermauert, während Lemgo in Mannheim das nicht machen kann, liegt tatsächlich an der Sportart. Köln hat z.B. als Letzter beim Vizemeister Leipzig nicht deswegen gewonnen, weil im Fußball der Faktor Zufall eine größere Rolle spielt, sondern weil sie einfach die bessere Mannschaft waren. An der Dominanz der Bayern, die seit Jahren an die 90 Punkte holen und an total voraussehbaren CL Ergebnissen sieht man, dass sich große Qualitätsunterschiede in aller Regel auch im Fußball durchsetzen (Ausnahmen wie das angesprochene 0:0 von Hertha bestätigen die Regel).
Und schaut man mal in die 2.Liga, vor allem in die der Saison 16/17, dann sieht man, dass auch im Handball gewisse Qualitätsunterschiede immer wieder durch Heimvorteil, Schirientscheidungen, bessere Tagesform, höhere Motivation, geringere Belastung als der Gegner, Verletztensituation immer wieder zu kompensieren sind. Beispiele gibt's doch gerade in dieser Saison genug. Besonders krass ist das in der Südstaffel der 3.Liga. Normalerweise auch in den anderen Staffeln, die dieses Jahr jedoch jeweils ein Überteam haben.
In der HBL allerdings sind die Unterschiede viel zu groß. Die Topteams haben Spieler auf Weltniveau und die Abstiegskandidaten Halbprofis.
Wenn im Fußball Bayern München mit Erfurt in einer Liga spielen würde, wären die Ergebnisse genauso vorauszusehen.
Deswegen halte ich es für ein Märchen, dass es nur(!) an der Sportart liegt.
Es geht mir überhaupt nicht um Populismus. Der Punkt für mich ist: Was willst du damit sagen? Das erschließt sich mit nicht. Was bedeutet denn "In der HBL sind die Unterschiede viel zu groß"? Dass die Liga reduziert werden soll? Löst das ein Problem? Wenn ja welches? Oder wären dann weiterhin zwei Mannschaften abgeschlagen, weil das ganze im System liegt? Wie erklärt sich denn beispielsweise, dass wir in der 2.Liga mit dem BHC eine Übermannschaft haben? Sind die aus Versehen abgestiegen (was ja eigentlich nicht sein könnte, wenn von vornherein klar ist, wer absteigt), oder sind die plötzlich so erstarkt, dass sie klar besser sind als der Rest der Liga?
Ich gebe dir ja recht, dass die Spreizung, was Qualität, aber auch Etat und Professionalität betrifft, enorm ist. Aber meiner Meinung nach funktioniert die Liga trotzdem. Und zwar so gut, wie in keinem anderem Land. Und dass die Spreizung so groß ist, halte ich eben doch auch für sportartspezifisch. Es wird immer wahrscheinlicher sein als in anderen Sportarten, dass die Aufsteiger auch wieder absteigen. Und trotzdem haben wir in den letzten Jahren auch immer wieder Beispiele für Mannschaften, die es schaffen, sich in der 1. Liga festzusetzen und dort eine gute Rolle zu spiele, ja sogar bis in die Spitze vorzudringen. Nur ist das eben nicht jedes Jahr der Fall, aber damit kann man doch leben.
Die Südstaffel der 3. Liga ist für mich die Ausnahme und nicht die Regel, denn klar: Ausnahmen gibt es immer
Was mich ärgert ist eben diese Grundhaltung, ein im Grundsatz funktionierendes System schlechtzureden. Und ich bin im Grundsatz froh, dass Spitzenhandball in Deutschland sportlich grundsätzlich so gut funktioniert. Und ähnlich ist es dann mit den Zuschauerzahlen. Nirgendwo kommen so viele Menschen zum Handball wie in Deutschland. Klar ist das an vielen Orten trotzdem noch ausbaufähig, und viele Dinge könnte man für einen noch größeren Publikumszuspruch noch verbessern. Aber grundsätzlich erst mal über Zuschauerzahlen herzuziehen finde ich destruktiv.