Langsam zeichnet sich ab, dass die ganze Geschichte ein ziemlicher Phyrrussieg für den HSV werden könnte:
Aufsichtsrat weg, Trainer weg, Geschäftsführer weg, ein Fanclub weg, kein hinreichender Kader. Natürlich sind all diese Posten zu ersetzen, aber: Wer auch immer sie einnimmt ist doch eigentlich von vornherein diskreditiert.
Welcher Trainer mit Bundesligaqualitäten ist eigentlich auf den Markt? Und wer lässt sich von Rudolphs Gnaden inthronisieren?
Welcher Spieler kann eigentlich unter diesen Umständen geholt werden? Das geht eigentlich nur gegen viel Geld oder bei sehr großer Verzweiflung. Die üblichen Floskeln ("Bin gespannt auf ein interessantes Projekt", "das Umfeld des Vereins überzeugt mich und passt hervorragend zu meiner persönlichen Situation", "der Verein bietet mir ein hervorragendes Gesamtpaket" etc.) würde niemand einem Trainer oder einem Spieler als Begründung für einen Wechsel nach Hamburg abnehmen. Als Begründung, beim HSV anzuheuern, kann eigentlich nur "Ich brauche schnell Kohle, dafür gehe ich auch das Risiko ein, dass ich sie morgen nicht mehr bekomme" oder "Mich will ja niemand anders" gelten. Bin mal gespannt, ob überhaupt alle ausgelaufenen Verträge verlängert werden können. Und ob Spieler, die eigentlich auch Angebote von anderen Vereinen haben (Nilsson, Mahé), werden jetzt auch nicht gerade von der Situation motiviert, in Hamburg weiterzumachen.
Und dazu kommt noch die alte Frage: Welche Geldgeber steigen eigentlich ein, solange Rudolph das Sagen hat? Letztlich finanziert jeder Euro, den man in den Verein steckt, doch nur Rudolphs Eitelkeit.
Und dann Rudolph selbst: Sein Verhalten hat doch pathologische Züge. Wer lässt sich denn auf die geschäftliche und persönliche Zusammenarbeit mit einen Menschen ein, der so unberechenbar ist. Wer hilft diesem Mann eigentlich? (und das meine ich ernst und nicht provokant).
Ich bin sehr gespannt, ob und wer in nächster Zeit noch Freude an diesem formalen Sieg von Dienstag hat.