Beiträge von exilberliner

    Ich habe es im Nachbarthread schon geschrieben, dass man immer so tut als wenn Romero ein Handballopa wäre, aber auch bei Christophersen wäre ähnliches geplant gewesen? Bei aller Jugendeuphorie in Berlin lässt mich das irgendwie ein bisschen am Konditions- und Fitnesstraining der Füchse zweifeln. ;)

    Na ja, Horaks Vertrag läuft ein Jahr länger und Drux soll ganz klar als der kommende Mann aufgebaut werden. Welche Rolle wäre Smöre da geblieben? Ich glaube, die des Leitwolfs, der auch mal von außerhalb die Mannschaft motiviert und den Laden zusammenhält, liegt ihm nicht. Auch die des Regisseurs auf RM ist wirklich keine ernsthafte Option mehr. Außerdem ist ihm die Nationalmannschaft sehr wichtig. Dafür will er im Verein die klare Nummer Eins auf seiner Postion sein. Und dann ist er noch ein grundsolider Typ mit kaufmännischer Ausbildung - da ist ihm die Möglichkeit, dass er nach der schweren Verletzung in der nächsten Saison noch einmal einen Rückschlag bekommt und dann 2015 ohne Vertrag dasteht, der blanke Horror. In sofern hat er sicher nicht völlig zu Unrecht den Eindruck, dass die zukünftige Rolle, die ihm bei den Füchsen zugedacht wurde, und seine eigenen Vorstellungen von den nächsten Jahren nicht ganz übereinstimmen.

    Habt ihr es denn so dicke, dass ihr euch nen reinen Abwehrspieler leisten könnt?

    Machen die Füchse doch schon seit Jahren - und Horak ist ein guter Abwehrspieler. Ich glaube aber, der durchwachsene Eindruck, den er in seinem ersten Jahr machte, sollte nicht täuschen. Seine lange Verletzungszeit und der Umstand, dass er einige Spiele in nicht richtig fitem Zustand gemacht hat, vernebeln etwas die Tatsache, dass seine Trefferquote nach wie vor gut ist. Allerdings waren die Begleitumstände seines ersten Jahres in Berlin alles andere als glücklich. Stichworte: Bude abgebrannt - Freundin weg - Verletzung. Das kann alles nur besser werden, und ich kann mir gut vorstellen, dass ein gesunder Horak in geordneten Verhältnissen noch mal richtig durchstarten wird.

    Interessant an de Konstellation finde ich übrigens auch, dass Horak und Christophersen in Berlin anscheinend sehr schnell richtig gute Freunde geworden sind. Vielleicht auch von daher keine richtige Lust auf großen Konkurrenzkampf um die Position?

    Ist die BZ seriös? Das glaub ich erst wenn der hier auf der Matte steht, wäre das ein kranker (geiler)scheiß.

    Was ist schon seriös? ;)
    Ich halte ein solches Szenario für realistisch, wenn die Füchse im Gegenzug noch einen bedeutenden Transfer für die Positionen RM/RL tätigen.

    Aus meiner Sicht ist unter dem Strich ein Spiel um Platz 3 in der CL und EHF-Cup total unnötig.

    Aus sportlicher Sicht braucht man es nicht. Aber für das Turnier ist es gar nicht so unwichtig. So ist es nämlich ein ganzes Wochenende, für das man auf guten Plätzen immerhin 200 Euro Eintritt zahlt. Es ist wertschätzend für die Mannschaften, die alle ihren zweiten Auftritt haben, was auch nicht zuletzt für die mitgereisten Fans nicht ganz unwichtig ist. Der Stimmung tat es jedenfalls auch in Berlin sehr gut, ein Rein-in-die-Halle - Finale - Raus-aus-der Halle wäre etwas ganz anderes, als sich 5 Stunden Handball+Rahmenprogramm mit dem Finale als Höhepunkt anzusehen.

    Insgesamt hat das Team gewonnen, das am konsequentesten seinen Stiefel heruntergespielt und sich nicht beeindrucken lassen hat. Glückwunsch nach Szeged!Das war absolut verdient.
    Für die Füchse war das schade, aber man kann es eben auch nicht erzwingen. Zwei Titel wären in dieser Saison vielleicht auch noch etwas viel gewesen.
    Die Organisation des Wochenendes hat für den EHF-Pokal sicherlich Maßstäbe gesetzt. Gelungenes Rahmenprogramm, gute Stimmung, vor allem auch im Finale mit vollem Haus, auch wenn der Gastgeber rausgeflogen war. Mit dem kleinen Makel war es ein ein richtig gutes Handball-Wochenende in Berlin!

    Nach meinem Eindruck war das keine Schnarchstellung, sondern ein kollektiver Krampf. Für mich war die aus der Erwartungshaltung resultierende Nervosität in der Halle so strak greifbar, und die Mannschaft ist an dem Anspruch, es gut machen zu müssen, komplett gescheitert. Es ist genau das, was den Füchsen zu einer richtig guten Mannschaft noch fehlt: Auf den Punkt auch das bringen zu können, was von ihnen erwartet wird. Es war nun mal endlich so weit, dass die Jungen nicht unbekümmert gespielt haben, sondern vor Lampenfieber kaum den Ball fangen konnten, und die Alten haben das überhaupt nicht aufgefangen, sondern haben ebenfalls komplett versagt. Eigentlich ist genau das passiert, was Pessimisten für die gesamte Saison befürchtet hatten.
    Meine These: Der Heimvorteil war alles andere als ein Vorteil, auswärts wäre es ganz anders gelaufen. Trotzdem war es kein Fehler, das Final4 nach Berlin zu holen, denn eigentlich ist es eine richtig gute Veranstaltung. Ich glaube, den anderen Mannschaften gefällt es... :unschuldig:
    Von schlechter Stimmung in der Halle kann in diesem Zusammenhang übrigens keine Rede sein (auch nicht von mangelnder Lautstärke), der erste Tag war ziemlich perfekt organisiert und auch der Rahmen (je bei "Handballevents" oft etwas peinlich) war sehr ok. Das zweite Halbfinale war zwar etwas einseitig (und das obwohl Omeyer Heinevetter leistungsmäßig in nichts nachstand), aber doch unterhaltend. Montpellier hat trotz einer nicht immer ganz konzentrierten Leistung einen starken Eindruck gemacht - die bringen in ihrer Mischung aus arrivierten und talentierten französischen und slowenischen Spielern einen ziemlich attraktiven Handball auf die Platte. Müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn die das heute nicht schaukeln.

    Was ich an diesem Tag von vorherein schwierig fand, ist die Tatsache, dass ein reguläres Bundesligaspiel ausgetragen werden soll. Das macht die Sache bei einer Absage des HSV auch irgendwie blöd für andere Mannschaften. Vielleicht hätte man, wenn es schon unbedingt sein muss, z.B. auf den ja doch etwas herumwabernden Supercup fokussieren sollen. Aber das entspricht wahrscheinlich nicht der Entstehungsgeschichte und den Personen, die dahinterstehen. Auf jeden Fall ist der "Tag des Handballs" sicher nicht das größte Problem. Irgendeine Lösung wird sich schon finden. Notfalls gibt es eben nur Kretsche gegen Buschi. Kretsche könnte ja die dann ehemalige HSV-Mannschaft für sein Team nachnominieren....

    Es wirkt ein wenig hilflos und verzweifelt, aber immerhin bemühen sich die Spieler um den Erhalt ihres Arbeitsplatzes.

    Ja, aber wie demütigend ist das denn? Zum großen, beleidigten Onkel nach Malle fliegen und ihn milde stimmen. Und wenn er ihnen wieder ein Paar Wochen Frist gibt, bis der heilige Zorn wieder über sie hereinbricht? Wie kann man sich in einer aufgeklärten Gesellschaft eigentlich auf solche Machtspielchen einlassen?

    Emsdetten nach 27 Jahren ununterbrochener zweitliga Zugehörigkeit "dauerndes Auf- und Abgesteige" zu attestieren ist schon mal einfach grober Unfug.

    Na ja, ganz blöd bin ich auch nicht. Ich wollte doch zum Ausdruck bringen, dass es der große Teil der Aufsteiger nicht schafft, sich in der Liga zu halten, Emsdetten eben auch nicht. Das Emsdetten selbst nicht ständig auf- und absteigt, weiß ich auch, schließlich verfolge ich die Liga schon ein Paar Jahre, aber es geht hier ja nicht um Emsdetten...
    Und wie ich bereits sagte: Die Mischung machts. Niemand hat etwas gegen kleine Orte . Sie sind das wichtige Standbein des deutschen Handballs. Trotzdem werden einige Großstadtstandorte mit ihrer Infrastruktur und dem anderen Umfeld der Liga gut tun. Und da ist die Standortfrage nicht unsinnig. Die Reichweite in die Öffentlichkeit ist in den kleineren Orten nun mal nur sehr gering und Handball bleibt dort ein lokales - wenn auch lokales erfolgreiches - Ereignis.

    pko
    Das ist mir natürlich durchaus bekannt.
    Der Unterschied ist, dass Neuhausen sich nicht als Verein der Region Stuttgart präsentiert (was sie selbstverständlich auch nicht müssen). So haben sie ja in ihrer Erstligarzeit bspw. in Tübingen gespielt. Mir ist auch klar, dass Ludwigshafen kein Dorf ist (wenn auch sicher nicht der Inbegriff von Metropole). Und mit Erlangen bekommen wir vielleicht einen Großstadtclub in die Liga, der seine Spiele in Nürnberg austrägt. Das ist sicher auch geographisch ganz wichtig und wäre eine gute Entwicklung. Aber: Können diese Vereine ein Umfeld schaffen, dass es ihnen ermöglicht, dauerhaft in der Liga zu spielen, eine Rolle auf den vorderen Plätzen einzunehmen und die Liga international zu vertreten? Etablieren sie Spielstätten wie die O2-World, in die vielleicht auch mal wieder große Sponsoren gehen, die man für Wettbewerbe wie das DHB-Pokal-Finale nutzen kann?

    Um das Ziel "Handball in deutschen Großstädten" anzugehen, müsste erst einmal analysiert werden, ob dort überhaupt der Markt für so etwas vorhanden ist oder etabliert werden kann.

    Na ja, "dort etablieren"... natürlich müssen sich, das zeigt ja gerade auch die Hamburger Erfahrung, die dort vorhandenen Vereine sich sportlich qualifizieren. Wenn nicht, dann eben nicht. Eine reine Standortpolitik wie im Eishockey ist sicherlich nicht wünschenswert. Wenn wir in München auf absehbare Zeit keinen Bundesligisten haben, dann ist das eben so. Aber dass ein Leipziger Erstligist einen guten Handballstandort hätte, ebenso wie ein auf solider Basis wiedererstarkter Traditionsverein im Westen, dafür braucht man glaube ich keine filigrane Analyse. Das würde für der Liga an sich sicherlich besser sein als ein dauerndes Auf- und Abgesteige von Emsdetten, Neuhausen etc. (die dortigen Handballfans mögen mir diese Aussage verzeihen). Und auch Hamburg ist nun mal selbst bei diesem chaotischen Erscheinungsbild in BuLi-Spielen immer für 8000 Zuschauer gut.

    Arcosh
    Brummsel
    Ich sehe das im Prinzip auch so. Es ist für den Handball, seine Vermarktung und seine Bedeutung elementar wichtig, dass er auch in den großen Städten vertreten ist. Das geht gar nicht gegen die Dörfer und Kleinstädte als traditionelle Standorte, die werden auch davon profitieren. Arcosh, ich glaube du hast bei deiner Aufzählung der Metropolregionen, in denen Handball präsent ist, Hannover vergessen, aber schon hier funktioniert es nicht gut, trotz einer Handballbasis, die so groß ist wie kaum irgendwo anders bleibt das Interesse an Bundesligahandball in der Region Hannover leider gering.
    Ich würde mir sehr eine starke Leipziger Mannschaft und einen wiedererstarkten TUSEM in der 1. Liga wünschen.
    Und auch Hamburg als Handballstandort ist sicher wichtig. Was aber eben doch keine Katastrophe ist: Wenn es DIESEN HSV so in der Liga nicht mehr geben würde. Ich denke, das strukturelle Negativbeispiel verdient in diesem Fall auch keine Sonderbahndlung. Welches Signal geht davon aus, wenn die HBL-Geschäftsführung Herrn Rudolph jetzt auch noch auf Mallorca hofiert? Ein Bekenntnis an ein potenzielles Hamburger Umfeld - an die Hamburger Handballfans, mögliche neue Sponsoren - zum Handballstandort Hamburg, das ist das, was ich ok finde, aber zu einem solchen Signal gehört vor allem auch Distanz zum AR als dem Master of Desaster.

    Boreas Auch von mir volle Zustimmung. Das würde ich alles unterschreiben.

    Eine Katastrophe sehe ich vor allem für Hamburger Handballfans. Wenn man nun in Hamburg keinen Handball mehr zu sehen bekommt, dann wäre das richtig blöd und täte mir richtig Leid. Es wäre einfach schade um den Handballstandort - ich bin überzeugt davon, dass wir Handball auch (ich betone: auch) in den großen Städten brauchen.

    exilberliner: Das Interesse hatte sich meiner Erinnerung nach ausschließlich auf Euch bezogen, weil die Scheichs sich nur für Hauptstädte interessieren. Kann wohl glaub ich keiner ernsthaft wollen, daß die Brüder die Buli aufmischen, oder?

    Ich ganz sicher nicht! Aber meiner Erinnerung nach wollten sie vor allem in Deutschland Fuß fassen und standen auch andernorts auf der Matte, es waren mindestens zwei weitere Clubs. Gummersbach? Ich weiß es nicht mehr...