Ich übersetze diesen Satz mal kurz: wenn ihr glaubt, dass das Spiel gewonnen ist, macht was ihr wollt.
Sagt mein Chef auch immer: wenn ihr glaubt, eure Arbeit gemacht zu haben, macht was ihr wollt
Ich halte Stochl für einen sehr intelligenten Torhüter, der sich wohl auch noch daran erinnern kann, wie es als junger Torhüter war. Und genau deswegen würde ich so ein Verhalten NIE von ihm erwarten - eben weil er weiß, dass es kein Gefallen ist
Also langsam finde ich diese Diskussion etwas unangemessen. Baden68, deine Argumente zum Stichwort Vertrauen, oder eben auch das von Ja! ins Feld geführte Argument, der Junge könnte sich gedemütigt fühlen - darüber könnte man diskutieren, wenn Alex Heyder ein Torwart wäre, der, etwa als 3. Mann, nahe am Profiteam wäre. Aber davon ist er noch sehr, sehr weit entfernt.
Was ist denn passiert? Heinevetter fällt sehr kurzfristig aus, Stochl steht im Tor ,das ist klar. Torhüter drei müsste ran, aber Maximilian Kroll hat sich im Pokal festgespielt, genau wie der 2. Mann der 2. Mannschaft. Was also tun? Man holt wenige Stunden vor dem Spiel einen Jugendtorhüter. Der ist gerade mal 17 Jahre alt geworden und spielt seit dieser Saison A-Jugend. Selbst bei bester Entwicklung wird er mindestens noch 3 Jahre brauchen, bis er einmal ein Profispiel auf der Platte erleben wird. Die Frage, ob er das Vertrauen des Trainer genießt, ist so was von müßig.
Im letzten Angriff kommt Stochl und sagt ihm, er solle sich doch noch mal eine Minute lang ins Tor stellen, ein Eindruck, der dem Jungen sonst noch über Jahre verwährt bliebe - schließlich steht er in seiner Entwicklung noch irgendwo zwischen Einlauf-Kid und Profi.
Petr Stochl ist ein absolut integerer, bescheidener und intelligenter Profi, der tagtäglich mit den Jungs aus der Jugend trainiert, sie alle sehr gut kennt und sich für deren Entwicklung einsetzt. Er weiß eine solche Situation ganz genau einzuschätzen und würde einen Nachwuchstorwart nie einer Demütigung aussetzen. Und für einen so jungen Spieler, der in allerletzter Sekunde eingesprungen ist, ist es eine schöne Sache, mit den "Großen" auf dem Feld zu stehen, und seien es nur einige Sekunden. Wer hätte es sich denn als Jugendlicher nicht gewünscht, mal mit den Profis auf dem Feld zu stehen, und wenn auch nur für ganz kurze und nicht spielentscheidende Zeit? Ich hätte es als großen Gefallen empfunden.