Beiträge von exilberliner

    Die Kurve ging über Jahre hinweg von links unten nach rechts oben (siehe Plazierungen Abschlußtabellen der letzten Jahre) und wenn sie jetzt das erste Mal abfällt

    Sie fällt ja noch nicht mal ab. Ansonsten volle Zustimmung! Wir haben gegen eine richtig stark spielende Kieler Mannschaft verloren, wie fast immer. Da gibt es nichts schönzureden, aber es ist jetzt auch kein Riesenproblem. Man arbeitet daran...
    Ausgangspunkt war ja eher meine Frage, welcher Wechsel beim Spiel denn konkret planlos gewesen ist. Denn in meiner bescheidenen Kenntnis unserer Mannschaft und ihrer taktischen Möglichkeiten habe ich da nichts als planlos empfunden.

    Grundsätzlich bin ich dafür, dass Sigurdsson Trainer in Berlin ist. Solange hat der THW von Hauptstadtseite nicht viel zu befürchten.
    Ein "Spitzentrainer", der aus einem immer knapp an der Weltklasse spielenden Igropulo einen mittelprächtigen Bundesliga-RR geformt hat, der einen Smöre nicht mehr an die alte Klasse heranbringt, der einen Horak zu einem Statisten gemacht hat, der Heinevetter regelmäßig im falschen Moment ein- oder auswechselt, der permanent auf die Schiedsrichter einquasselt, ist keiner.

    Das war jetzt subjektiv. :smokin:

    Objektiv hat Sigurdsson einen Kader, der nie und nimmer zu Hause sechs Punkte gegen die anderen Spitzenteams verlieren darf. Sigurdsson ist ein Trainer, der kaum ins Spiel eingreifen kann, sein Coaching leidet unter seiner permanenten Fokussierung auf die Schiedsrichter. Das war heute wieder deutlich zu beobachten, wenn sich die Berliner Abwehr wieder mal von einfachen Rückraumkreuzbewegungen hat auseinanderziehen lassen. Da war kein Hinweis an die Spieler sondern nur die Handbewegungen "Schritte" oder "Kreis" oder "Stürmerfoul". Im nächsten Angriff mit gleichem Mittel war die Abwehr wieder nicht auf Vujin eingestellt. Gislason z.B. teilt seine Emotionen gegen die SR und gegen die eigene Abwehr auf, ersteres ist auch nicht richtig, zweiteres nennt man coachen.
    Mittlerweile wäre man in Berlin froh, zumindest mal den EHF-Cup zu gewinnen. Bei dem Mitteleinsatz ist das ein ziemlich bescheidener Anspruch. Und nein, ich glaub dem Hanning kein Wort über die armen Berliner. Da steckt mittlerweile richtig viel Geld dahinter, da sollte schon mal ein echter Titel rausschauen, hat ja auch Schwalb nach langem Anlauf geschafft... :hi:

    Verstehe.
    Hat er dir auch schon mal auf den Zeh getreten? Scheint ja doch eine etwas kompliziertere Beziehung zu sein...

    Für Sigurdsson ist die Spitzengruppe der Liga wirklich eine Nummer zu groß. So eine planlose Wechselei schafft nicht mal Gudmundsson.

    Wo war denn da eine planlose Wechselei? Er hat verschiedene taktische Maßnahmen ergriffen. Das sollte ein Trainer machen, wenn die Mannschaft zurückliegt. Vielleicht erklärst du mal, an welcher Stelle das planlos war? Sigurdsson ist ein Trainer, der es jetzt über Jahre hinweg geschafft hat, eine Mannschaft zu formen, die stärker ist als ihre Einzelteile, und darüber hinaus als Coaching auf viele Situationen Antworten hat. Das macht ihn zu einem Sptzentrainer.

    Aber heute: Glückwunsch nach Kiel. Das war eine sehr souveräne Auswärtsleitung im Stile eine Champions. Die Füchse waren eigentlich gar nicht schlecht, auch wenn einige Spieler etwas abfielen, aber realistischerweise war da nichts zu machen.

    Und mir ist jetzt auch klar, warum das Spiel so schnell ausverkauft war: Weil irgendjemand säckeweise Karten nach Kiel entführt hat! Ist natürlich auch ne Auswärtstaktik! Sagt mal Kieler, gibt es bei euch keinen Weihnachtsmarkt? ;)

    Unser Bester war halt nicht dabei das kann der BHC nicht kompensieren.

    Ja das stimmt und das wiegt schwer. Kopf nicht hängen lassen! Ich denke, die überschwängliche Reaktion von "uns" Füchsen kommt daher, dass die Angriffsleistung in den letzten Spielen sehr eingebrochen ist, und die Spiele nur mit Ach und Krach gewonnen werden konnte. Da ist dieses Ergebnis mit 36 erzielten Toren dann ein richtiger Befreiungsschlag in dieser engen Phase der Saison, das merkt man jetzt richtig.

    Sieht so aus, als hätte sich der Angriff wieder stabilisiert. Nielsen ist zurück, Horak anscheinend auch entkrampft, Smöre trifft ab und zu wieder und wenn sie kommen ist auf die jungen auch Verlass. Ich erahne die Worte des Trainers bei der Pressekonferenz: "Ich möchte mich bedanken - beim Bergischen HC - für dieses Spiel - ich bin sehr zufrieden...:" (aber das ist nicht schwer).

    Wählt man die Region nur groß genug, dann liegen irgendwann auch Berlin und Magdeburg drin.

    Es gibt vor allem handballtechnisch gesehen nicht viel zwischen Berlin und Magdeburg... :D
    Aber aus Berliner Sicht wäre ein richtiges Derby natürlich ein Spiel gegen eine andere Berliner Mannschaft oder einem Brandenburger Verein. Dafür muss man sich in Oranienburg oder Potsdam aber noch richtig anstrengen...

    Wäre eigentlich eine Partie zwischen Kiel und Rostock ein Ostsee-Derby?

    Und nun der Oberhammer. Ein DHB Funktionär welcher bei einem Bundesligaverein aktiv ist und auf der Bank sitzt.

    Das ist ja wirklich der Oberhammer! Liegt es vielleicht am Unterschied zwischen Hauptberuf und ehrenamtlicher Tätigkeit?

    Ansonsten bekenne ich:

    Ich treibe mich ja oft bei Auswärtsspielen rum, und vieles ist hartes Brot, vor allem, wenn man verliert (kommt ja bei den Füchsen zur Zeit nicht allzu oft vor...). Nun ja, man muss auch verlieren können, oder?

    Ich finde es gut, wenn Schulklassen eingeladen werden und der ein oder andere Handballfan generiert wird. Wir können wirklich jeden gebrauchen, gilt auch in Wetzlar!

    Ich finde es super, dass ein Spiel gegen Wetzlar fast ausverkauft ist. Eingeladene Kinder kann ich gut verkraften, und der numerische Rahmen wurde schon beschrieben. Ich finde es auch schön, wenn ganze Familien kommen, auch wenn Mutti oder Söhnchen mal noch nicht so viel Ahnung von Handball haben. Hast Du schon mal ein Spiel in, sagen wir, Minden gesehen, mit einem Block voll Möchtegern-Hooligans und zwei Dutzend sich ereifernden Rentnern in einer halb gefüllten Halle? (Liebe Mindener, das kann auch irgendwo anders sein). Oder ein Pokalspiel in einer O2-World mit geschossenem Oberrang und unten halb besetzten Rängen? (kann auch gerne ein live übertragenes Länderspiel sein). Ist dir das lieber?

    Kann man eigentlich in Wetzlar auch ein klein wenig stolz sein, so viele Zuschauer zu ziehen und dann och einen achtbaren Kampf zu liefern?

    Fragen über Fragen....

    Ich freue mich derweil auf das nächste Fuchsbau-Spiel mit vollem Haus.

    Ich habe das Spiel ja (leider) gar nicht gesehen, weil ich keine Zeit hatte, nach Lemgo zu kommen. Mein Eindruck beim durchschollen durch den Liveticker war aber, dass sich in der Phase, in der der TBV der das Spiel gedreht hat, eine wichtige, vielleicht entscheidende Rolle gespielt hat. Deshalb war meine Frage wirklich als Frage gemeint.

    Es ist die fünfte Station. Beim TVG war er einer der Leistungsträger in der Rückrunde und das nach einem Kreuzbandriss. Der Mann ist sehr jung nach Deutschland gekommen. Ich glaube das ist ein guter Fang und wenn er nicht wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat werden wir noch viel gutes von ihm sehen. Wen ersetzt er in Burgdorf? Ist Mocsai verletzt?

    Ja, ist er. Aber auch ohne Verletzung hatte Burgdorf meiner Meinung nach ein Problem mit der Durchschlagskraft auf RR. Ich traue Karason zu, dass ersuch da durchsetzt und wir einiges von ihm sehen. In jedem Fall ein guter Wechsel für ihn und für Burgdorf!

    Bei den Füchsen standen eigentlich nur Jaszka, Petersen und Zachrisson auf der Platte. Das hat dann gerade mal gereicht. Endlich dürfen die Füchse in letzter Sekunde auch Glück haben. Heute haben Horak und Nielsen an allen Ecken gefehlt, aber das war nicht ausschlaggebend. Es war einfach nicht genügend Konzentration und Präsenz da. Als in den letzten paar Minuten Igropulo und Heinevetter dann doch auch meinten, etwas mitspielen zu müssen, wurde das Spiel umgebogen. Nettelstedt fand ich gar nicht so stark, von wegen "gut gekämpft" - dann hätten sie das Spiel nach Hause gebracht - auch da haben die Füchse Glück gehabt. Gabor Langhans in guter Form, der scheint angekommen zu sein. Und unser guter Ex Ramón hätte uns fast den Rest gegeben. Schön für die beiden und letztlich gut für uns.

    Und bei aller Freude darüber, dass die Füchse als einziges Topteam eine "Nachwuchsstrategie" für die erste Mannschaft zu haben scheinen, müssen wir auch feststellen, dass auf Topniveau (also in den echten Spitzenspielen) die Einsatzzeiten der jungen (DEUTSCHEN) Spieler doch derzeit auch noch arg gering sind. Jonas Thümmler oder Paul Drux standen da bisher nichtmal auf dem Spielbericht und Fabian Wiede kam i.d.R. zu Minuteneinsätzen, damit Tino Luft holen konnte. Man sollte sich in Berlin jetzt dafür nicht zu sehr selber über den grünen Klee loben.

    Also, dass finde ich jetzt einerseits etwas untertrieben und andrerseits falsch adressiert. Dass Jonas Thümmler bisher nicht auf dem Spielbericht stand, stimmt einfach nicht. Ähnlich wie bei Richwien und Löffler traf es ihn bei kompletten 15er-Kader manchmal hinter der Bank sitzen zu bleiben. Er hatte aber bei einigen Spielen seine Spielanteile. Fabi Wiede und Igropulo kommen in etwa auf einen Anteil 1/3 zu 2/3, sowohl was Spielanteile als auch was Tore betrifft. Das ist für die erste Saison im Profiteam nun wahrlich nicht wenig. Und Paul Drux ist in dieser Saison eigentlich noch gar nicht vorgesehen, sondern soll nur punktuell reinschnuppern.
    Und: "Man" lobt ja nicht "sich" über den "grünen Klee", sondern die Sache kam ja von der Handballwoche, Bob war eher bemüht, Thümmler für sein Deckungsverhalten zu kritisieren und Sigurdsson spricht nicht allzu viel darüber sondern macht lieber. Und die Anhänger (s. Du und ich) sehen es ja eher differenziert.

    Übrigens: Selbst die SG FL-H stand vor noch gar nicht so langer Zeit in einem Buli Spiel komplett mit deutschen (Feld)Spielern auf der Platte.

    Konkret daran kann ich mich zwar nicht erinnern (die Flensburg-Experten wissen es sicher besser), aber das allein schaffen auch andere Mannschaften. Mit Sicherheit Lemgo, wahrscheinlich auch Balingen und so mancher Kurzzeit-Besucher der Bundesliga. Der Unterschied ist wohl der, dass die in der Handballwoche genannte (und am Spieltag über weite Strecken so auf dem Platz gestandene) Mannschaft aus teilweise sehr jungen deutschen Nachwuchsspielern derzeit den Eindruck vermittelt, in der Bundesliga eine Rolle spielen zu können.
    Trotzdem erfreuen wir Berliner uns ja auch an anderen Spielern wie Nielsen und Zachrisson, die ja nun auch alles andere als "alte Hasen" sind. Und Publikumsliebling Stochl wurde gerade zur Legende ausgerufen und Spielerpersönlichkeiten wie Jaszka gehören praktisch zum Inventar - sicherlich auch über Berlin hinaus, und wer will sie missen? Man sollte das eine tun ohne das andere zu lassen.

    Was haltet ihr von der Aktion der Handballwoche, die "Mannschaft des Spieltags" komplett mit Füchse-Spielern zu besetzen? Statement oder Übertreibung? Ich bin da hin- und hergerissen. Ja, die jungen Spieler bringen eine Super-Leistung. Ja, sie haben 19 Tore gegen das Tabellenschlusslicht geworfen (aber nur, wenn man Colja Löffler, der zwar aus dem eigenen Nachwuchs kommt, aber inzwischen seit über 2 Jahren in der BuLi-Mannschaft spielt, mitzählt). Ich bin begeistert davon, wie die Jugend integriert wird, wie sie sich schlägt und einfügt. Aber dieses Gerede von "Nur deutschen Spielern auf dem Feld" geht mir auch auf die Nerven. Das sollte doch nun wirklich auch nicht der Maßstab sein und klingt ziemlich schal. Natürlich kann man auch gute Mannschaften aus "nur deutschen Spielern" zusammenbauen. Aber wozu? Andererseits wird mit dem Statement "Mannschaft des Spieltags" die Betonung auf "Mannschaft" gelegt - und hier sind die Füchse inzwischen in der Lage, mit eigenen Nachwuchskräften eine ansehnliche und konkurrenzfähige Mannschaft auf die Platte zu bringen, in der der eigene Nachwuchs nicht nur Beiwerk ist. Was sagt ihr?