Beiträge von exilberliner

    Ein Kommentar aus dem Berliner Tagesspiegel, der die Angelegenheit auch aus anderer Perspektive wertet:
    Tagesspiegel

    Finde ich sehr gelungen!

    ..und wohl auch das, was Heine mit "goldener Käfig" meint - man will sie eigentlich schützen, tut ihnen damit aber nicht immer einen Gefallen.
    Was so richtig schief läuft an der Geschichte: Die Maulkörbe und die Strafe sind ja eigentlich dazu da, keine Diskussion über die Schiedsrichter aufkommen zu lasen. Mit ihren Maßnahmen holt sich die Liga jetzt eine richtige Schiedsrichterdiskussion durch die Hintertür mit Kommentaren in FAZ, Tagesspiegel etc... Keine gelungene Öffentlichkeitsarbeit.

    Hmm... in diesem Interview sagt er schon "verarscht".
    TV | Video | Handball | SPORT1 Mediencenter (ca. ab Minute 0:55)

    Er sagt zwar "Wir haben (...) verarscht", obwohl er offenbar "Wir wurden (...) verarscht" meint, aber vielleicht hilft ihm das ja sogar juristisch ;)

    ok, ich kannte nur das Sportschau-Interview. Aber auch hier hat er niemanden beleidigt. Und man hat sogar noch die Bilder der Szene eingespielt und ihn aufgefordert sie zu kommentieren. Was soll er da sagen? Etwa: "War zwar eine falsche Entscheidung, aber das macht nichts?"

    So eine Aussage direkt nach dem Spiel in ein Mikrofon zu tätigen ist die eine Sache, aber selbst ein paar Tage später eine Entschuldigung abzulehnen und die Chance einer Relativierung nicht zu nutzen, die andere.

    Das ist doch auch nicht ganz richtig. Heinevetter wird in der Presse (z.B. hier: Heinevetter-geht-auf-die-Liga-los.html) mit den Worten zitiert:
    "Ich empfinde großen Respekt gegenüber den Schiedsrichtern. Sie gehören zu den besten Paaren der Liga, aber in diesem Fall haben sie kurz vor Schluss einen Fehler gemacht, der uns den Sieg gekostet hat. Sie haben 59 Minuten lang gut gepfiffen. Aber diese eine entscheidende Szene lässt das alles vergessen. Sie haben einen Fehler gemacht, dazu sollen sie stehen... Stattdessen sitzen sie in einem goldenen Käfig, den sie selber gar nicht wollen, und dürfen nichts sagen, obwohl sie gern reden würden."

    Das sehe ich schon als eine Relativierung an. Außerdem deutet die Aussage ja an, dass es ein Gespräch zwischen Heinevetter und den Schiedsrichtern gegeben hat. Ich glaube nicht, dass Heinevetter ein persönliches Problem mit den Schiedsrichtern hat (vermutlich auch nicht mit persönlichen Entschuldigungen im Falle einer verbalen Entgleisung), sondern eine formale öffentliche Entschuldigung ablehnt, weil er das Vorgehen der Liga nicht ok findet.

    Eine kleine Spitzfindigkeit: Heinevetter sagte nicht: "Wir wurden verarscht", sondern seine Worte waren: "Was wir uns über 60 min. erarbeitet haben wurde uns mit dem Allerwertesten eingerissen". Das ist zwar von der Intention her ähnlich, jedoch hat er weder das Wort "Arsch" benutzt noch die Schiedsrichter explizit erwähnt (wenn auch natürlich gemeint). Er hat also niemanden persönlich beleidigt oder unflätige Ausdrücke benutzt.
    Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich finde den Kommentar Heinevetters nicht richtig. Ich habe auch bisher bei jeder hier im Forum aufgekommenen Schiedsrichterdiskussion (auch bei diesem Füchse-Spiel) die Schiedsrichter verteidigt und werde das auch weiterhin tun.
    Es ist nur so: Heine ist einer der emotionalsten, wenn nicht der emotionalste Spieler der Liga. Er ist extrem ehrgeizig, Er kassiert in einem wichtigen Spiel gegen einen direkten Konkurrenten in der letzten Sekunde ein entscheidendes hoch umstrittenes Tor, das so nicht hätte gewertet werden dürfen (es hätte stattdessen 7m geben müssen). Wiederum unmittelbar darauf folgend wird ihm ein Mikrofon unter die Nase gehalten, und er macht seiner Enttäuschung Luft - wählt aber trotzdem Worte, die niemanden beleidigen. Ich finde, das sollte man nicht bestraften. Man sollte es vielmehr einfach mal dabei bewenden lassen, denn auf diese Art und Weise wird man auch die unsägliche Schiedsrichterdiskussion nicht los sondern hält sie vielmehr von Seiten der Liga am Köcheln.

    mit Kampfgeist,Willen und Teamspirit

    Also, Handballspielen können einige Magdeburger nach meiner scharfen Beobachtung auch noch. ;) Kneer, Jurecki und Musche haben mir richtig gut gefallen. Ich wünsche den Magdeburgern, dass sie sich jetzt stabilisieren, dann wird so mancher Ausflug in den Osten noch ein Riesenspaß!

    04.09.2013, 20:15 Uhr, MT Melsungen - VfL Gummersbach 30:32
    09.10.2013, 19:00 Uhr, SG Flensburg-Handewitt - TV Emsdetten
    09.10.2013, 20:15 Uhr, ThSV Eisenach - HSV Hamburg - in Coburg
    09.10.2013, 20:15 Uhr, Rhein-Neckar Löwen - TBV Lemgo
    09.10.2013, 20:15 Uhr, SC Magdeburg - THW Kiel
    11.10.2013, 19:45 Uhr, GWD Minden - TuS Nettelstedt-Lübbecke
    12.10.2013, 19:00 Uhr, HBW Balingen-Weilstetten - HSG Wetzlar
    12.10.2013, 20:15 Uhr, Frisch Auf Göppingen - Bergischer HC 06
    13.10.2013, 17:15 Uhr, TSV Hannover-Burgdorf - Füchse Berlin

    Schönes Gegenbeispiel bot am vergangenen Wochenende Bayern München. Obwohl denen ein glasklarer Elfer verweigert wurde, haderte man nicht mit dem Schiedsrichter, sondern in erster Linie mit der eigenen Chancenverwertung. Ich bin wahrlich kein Bayern-Fan, aber hier sieht man dass es auch anders geht.

    Heute hadert Bob auch nicht mehr mit dem Schiedsrichter. Kein Wort über sie in seiner Kolumne, vielmehr: "Wir haben gezeigt, dass wir an der Spitze mithalten können, aber in beiden Partien haben wir es nicht geschafft den Sack zuzumachen. Deshalb sind wir letztlich selbst schuld, dass wir uns nicht mit zwei Siegen belohnt haben, können aber trotzdem auf die beiden Unentschieden stolz sein."

    Das was ich noch dazu geschrieben habe ist natürlich Ausdruck dafür das meine Geduld für diese Art Diskussion am Ende ist. Es wird in dieser Saison gefühlt in jedem Spiel über Last-Minute-Entscheidungen der Schiris diskutiert, das ist fast schon ein Reflex. In den meisten Fällen sind das aber 50:50-Dinger und selbst wenn nicht, gilt das was ich sonst über den Spielverlauf schreibe. Berlin kann diese Spiele schon vor der Schlussminute gewinnen, haben sie aber nicht.

    D'accord, sehe ich im Prinzip auch so. Es ist natürlich aber auch so, dass es in dieser Saison nun schon einige von diesen knappen Dingern gab, dass die immer im Fernsehen kommen, die Moderatoren ihren spontanen Senf dazu geben und des Spielern und Offiziellen zwei Sekunden später ein Mikrofon unter die Nase gehalten wird (wobei selten Sinnvolles herauskommt).
    Mal sehen was Bob heute oder morgen in seiner Kolumne schreibt, in der Regel (ich glaube auch letzte Woche) sieht er es nach einmal Schlafen deutlich differenzierter.
    Sigurdsson schätze ich als Trainer sehr, gerade weil er nicht nur im Vorfeld, sondern auch am Spielfeldrand oft sehr schnell sehr richtige Entscheidungen trifft. Da hatte er aber gestern nicht seinen besten Tag, und er er wird zunehmend dünnhäutiger. Daran muss er arbeiten, denn ein Trainer seiner Klasse hat so spontane emotionale Ausbrüche nicht nötig.
    Grundsätzlich haben wir meiner Meinung nach in der Liga inzwischen ein Rumpelstilzchen-Coaching-Problem. Ich finde, die Trainer, auch die Spieler, dürfen sich an Meckereien zu viel erlauben. Eigentlich alle Trainer der Spitzenmannschaften sind da sehr gut dabei (gut, Vranjes kommt immer etwas cooler rüber...). Das war mal anders, und ich habe am Handball immer geschätzt, dass es sehr viel disziplinierter zuging als bspw. im Fußball. Vielleicht sollte man da wieder hin (zum Beispiel mit konsequenteren Zeitstrafen wegen Meckerns, die Füchse haben gestern erfahren, wie weh das tut). Und nach dem Spiel... nun gut, Sport lebt auch von den Emotionen. Es wäre nur schön, wenn ab einem bestimmten Punkt spontane Meinungsäußerung und reflektierte Analyse bzw. Berichterstattung einsetzen würden. Die Sportschau ist dafür aber auch selbst verantwortlich.
    Ich für meinen Teil würde jedenfalls lieber über das Spiel als über die emotionalen Ausbrüche nach dem Spiel zu diskutieren.

    Ich denke, wir müssen heute mit dem einen Punkt zufrieden sein.
    Wenn man über weite Strecken mit 1,5 Rückraumspielern agiert ist eben nicht mehr drin. Christophersen ist offensiv völlig außer Tritt, Horak fand im Angriff nur in den letzten paar Minuten statt. Romero bringt aus der Mitte nicht die Gefahr, die er zur Zeit von Rückraum links im Zusammenspiel mit Nielsen entwickelt.
    Die Frage, die mich am meisten bewegt ist, ob der Einsatz eines sichtlich angeschlagenen Igropulo sinnvoll ist. Kann Wiede in der Defensive wirklich so viel verkehrt machen, wie Tino im Moment im Angriff Bälle wegwirft und verwirft?

    Alles in Allem ein gerechtes Ergebnis, weil beide Teams dann, wenn sie die Gelegenheit hatten den Sack nicht zugemacht haben.

    Sehr gute Analyse, Wiesbadener! Ich sehe das ganz genau so!

    Gerechtes Unenentschieden. Natürlich war die letzte Szene wieder ein Aufreger. Ich würde mal salomonisch sagen: Das Glück des Tüchtigen. Einen sonst fälligen 7m muss man ja auch erst mal halten. Ansonsten die Erkenntnis: Wenn alle vier halben so gut wie ausfallen sieht das Spiel schnell nach Gurkenspiel aus (auch wenn es das zumindest in der ersten HZ sicher nicht war).

    Holst von Grosswallstadt nach Wetzlar --> Schmidt von Wetzlar nach Mannheim --> Gensheimer von Mannheim nach Kiel --> Klein als Janssen-Nachfolger von Kiel nach Hamburg


    Eggert bleibt entweder in Flensburg oder geht nach Paris

    Das ist ein sehr realistisches Szenario. Allein Klein in Hamburg kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, für ihn wäre das natürlich gut, aber ob das für Hamburg eine echte sportliche Perspektive ist?

    In der Abwehr deckt er meist auch nur auf Außen und braucht dort keine besonderen Fähigkeiten.

    Wobei es einige deutsche Außenspieler gibt, die in der Deckung deutlich variabel einsetzbar sind. Mit fallen sofort Löffler, Flohr, Kehrmann ein. Wenn man die Statistik nochmal in Angriff und Abwehr unterteilen würde, wäre vermutlich zu sehen, dass sich das Phänomen im Angriff viel stärker ausgeprägt ist als in der Abwehr.

    Beim Lesen der Zeitung bin ich heute auf einen Bericht vom Basketball-Spiel Telekom-Baskets Bonn - Bayern München gestoßen. So weit - so uninteressant. Allerdings hat mich das mitgelieferte Bild etwas geschockt: BBL, 1.Spieltag: Roundup: Bayern kommt mit blauem Auge davon - Sport Mehrsport Basketball
    Es geht um den körperlichen Eindruck der Nr. 54 der Bayern, John Bryant. Ist das nur ein besonders unglückliches Foto, oder kann man mit so einem Körper wirklich Basketball auf Bundesliga-Niveau spielen? Schließlich gilt er als einer der besten Spieler der Liga! Gibt es ähnliche Fälle im Handball (aktuell wohl kaum - aber historisch)?

    Wir haben als Aboabstiegskandidat 6 Jahre die erste Liga gehalten und haben das auch jetzt vor.

    Aber wie? Dafür braucht man einen Plan und und Entwicklungsperspektiven. Dazu gehört zwingend, sein Umfeld zu erweitern. Dazu gehört, für gute Spieler attraktiv zu sein. Dazu gehört, seine wirtschaftlichen Möglichkeiten zu verbessern. Man kann sich nicht in seiner Wir-sind ja-so-toll-alle anderen-sind-blöd-in-Erfurt-hat-Handball-keine-Chance-Haltung ergehen, sich ein Jahr lang freuen, wie toll die Stimmung ist obwohl man in fast jedem Spiel eine Klatsche bekommt, und allen anderen Größenwahn vorwerfen. Und wenn man dann absteigt, waren die anderen alle doof. Ehrgeiz und der Wille, sich zu entwickeln, sind doch das wichtigste im Sport überhaupt, im Profisport allemal.