Beiträge von exilberliner

    @ exilberliner
    ... da liegst Du aber bezüglich Brandenburg falsch. Kennst Du die herrliche "Brandenburg-Halle" in Frankfurt/Oder? Auch gibt es dort die riesige "Oderland-Halle" (gleich neben an).

    Ja stimmt, geschrieben ohne richtig nachzudenken. Und natürlich ist die Potsdamer Halle am Luftschiffhafen zwar etwas klein, aber wahrscheinlich auch bundesligatauglich. Was für ein Verrat an meine märkische Heimat zu später Stunde... :/:

    Es ist aus finaziellen Gründen einfach nicht machbar. Es rechnet sich nicht. Ich kenne die Hallenmieten und Preise für Dienstleistungen der Erfurter Messe AG. Bei Messen wird doch doppelt abkassiert, einmal vom Aussteller und einmal vom Besucher, das muss man jetzt mal gedanklich auf die Handballveranstaltung "umlegen". In Coburg geht man mit einer "schwarzen Null" aus dem Abenteuer "Heim-Auswärts-Spiel" , in Erfurt mit "tief roten" Zahlen. Wenn die Halle in Coburg ausverkauft ist (könnte mitlerweile schon sein), ist alles für Eisenach gut.

    Das ist ja auch das Argument, was ich gelten lasse und gut verstehe, wenn es so ist. Wenn es finanziell nicht machbar ist, dann sollte man auch die Finger davon lassen, und dann machen es die Eisenacher auch richtig. Mir ging es ausgangs unserer kleinen Diskussion hier ja um das Argument "nur Event-Publikum", das ein Handballspiel in Erfurt unmöglich mache. Das halte ich für doof und dabei bleibe ich auch.

    Oder auch der total gefloppte Versuch von Minden, als GWD Minden/Hannover in der TUI-Arena Fuß zu fassen, dito Pfullingen in Stuttgart.
    Solche Beispiele zeigen, dass es eben nicht so einfach funktioniert, in eine Großstadt umzuziehen, wenn dort die Fanabse und Identifiaktion fehlt.

    Also, jetzt gehen aber einige Sachen durcheinander.
    1. Es handelt sich um eine vielleicht einmalige, vielleicht mehrmalige, jedenfalls limitierte Aktion.
    2. Das völlig durchgeknallte Beispiel GWD in Hannover taugt überhaupt nichts. Hier wurde ja versucht, den ganzen Verein, der ja schon von Dankersen zu einem (Gesamt-) Mindener gemacht wurde, über Landesgrenzen hinweg dauerhaft als Nutzer der TUI-Aren in Hannover zu machen. Das konnte nun wirklich nicht gut gehen, zumal die TI-Arena auch noch über 10000 Zuschauer fasst. Parallele? Allenfalls zum jetzigen Vorgehen mit Coburg, auch da wird über Landesgrenzen hinweg in ein anderes Bundesland gegangen. Mit einer Spielverlegung nach Erfurt ist dieser Größenwahn überhaupt nicht zu vergleichen.
    3. Wenn überhaupt sollte man sich den Umzug von Burgdorf von Hannover und von Melsungen nach Kassel ansehen. Beide sind noch nicht richtig in der jeweiligen Stadt angekommen, bekommen bei einigen Spielen aber solide 4000 Zuschauer hin. Das ist nicht schlecht, und mit ein wenig langem Atem werden sie sich weiter etablieren, trotz sportlicher Konkurrenz in beiden Städten. Natürlich trifft Kirchturm auf Großstadt mit allen Problemen, aber als gescheitert würde ich es nicht ansehen. Mit einer besseren Halle sehe ich in Hannover (die Swiss-Life-Hall ist schon ziemlich fürchterlich) durchaus noch Potential, die TUI-Arena ist sicherlich auf Dauer noch zu groß und bliebt vor allem ein finanzielles Risiko. Für Kassel kann ich es weniger einschätzen.
    Beides, Kassel und Hannover, sind wohlgemerkt dauerhafte Umzüge. Trotzdem macht man sie ja nicht rückgängig und hat seine Gründe dafür.
    4. Wo um alles in der Welt ist in Coburg die Fanbase und die Identifikation für Eisenach? Dort, in Franken, sollen die Voraussetzungen dafür vielversprechender sein als in der thüringischen Landeshauptstadt? Ich kann es mir nicht vorstellen.

    Dennoch sehe ich, vor allem nach den Beschreibungen von Rick, natürich die missliche Lage. Eigentlich hat jede Entscheidung mehr Nachteile als Vorteile. Es ist schon ein sportpolitischer Skandal, dass es in einem ganzen Bundesland keine bundelsligataugliche Halle für Ballsportarten gibt. Wo ist das schon noch der Fall? (in Brandenburg wahrscheinlich..). Wollen wir hoffen, dass sich eine Lösung ergibt, falls Eisenach die Klasse hält (was mich im Übrigen sehr freuen würde, denn ich wünsche mir auch unbedingt mehr Bundesligahandball im Osten - aber ich fang jetzt nicht damit an was ich unter diesem Gesichtspunkt von Coburg halte). Und die Lösung wird wohl eine Mutige sein müssen.

    Rick
    Du magst ja in vielem Recht haben. Es geht mir ganz sicher nicht darum, kleinere Vereine aus der HBL zu kegeln - ganz im Gegenteil, ich bin öfter in den Hallen in Lemgo, Minden oder Lübbecke anzutreffen und verfolge diese Kleinstadt- und Dorfmannschaften mit großem Wohlwollen - sie sind eine Bereicherung für die Liga und halten eine große Tradition aufrecht. Meine Lust auf Halle/Westfalen für ein Lemgo-Spiel ist sehr begrenzt und Handball im Fußballstadion halte ich für kompletten Schwachsinn. Ich bin für Leben in der traditionellen und einmaligen Handballprovinz - aber gegen Kirchturmdenken und Wagenburgmentalität.
    Die optimale Lösung für Euch ist ja auch sicherlich, das sagst du auch, in Eisenach zu bleiben, und, falls alles richtig gut läuft und man es sich leisten kann, eine neue Halle zu bauen. Jetzt geht es darum, ein oder einige Spiele als Zwischenlösung woanders auszutragen.
    Nur:
    Die Lösung gegen den HSV lautet: Coburg. 125 km entfernt, anderes Bundesland, Halle kaum größer.
    Und meine Frage lautet: Was vergibt man sich dabei, in der eigenen Landeshauptstadt, nur knapp die Hälfte der Strecke entfernt, für den eigenen Verein zunächst einmalig, und bei evtl. Erfolg mehrmalig, für den Handball zu werben? "Da kommt nur Eventpublikum, das die Regeln nicht versteht" ist keine Begründung. Was verspricht man sich denn vom Coburger Publikum? Exakte Regelkunde und Sachverstand mag ja vorhanden sein, nur werden DAS nun wirklich keine Thüringer Handballfans. Und dass das ganze dann nicht im Fernsehen übertragen wird: Nenne mir eine Begründung, warum man ein Handballspiel aus Coburg bundesweit übertragen soll, bei dem vermutlich eine Mannschaft (Eisenach) für die sich schon 50 km weiter in Erfurt nach deinen Worten niemand interessiert (woran man auch nichts ändern will) vom amtieren Champions-League-Sieger kräftig vermöbelt wird.  ?( Nein, da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    .

    Laut dieser Seite hier: Messehalle 1 (Mehrzweckhalle) f黵 Messen, Kongresse, Konzerte und Events - Messe Erfurt GmbH scheint die Halle ja sehr variabel zu sein. Vielleicht ist sie für Handballspiele auch gar nicht gut geeignet etc. Ich kenne die Verhältnisse nicht und mag es nicht beurteilen. Kann sein, dass selbst für eine einmalige Aktion das Geld fehlt, dann geht es eben nicht. Ich finde nur deine Argumentation, Rick, in Erfurt würde man "nur Event-Publikum" erreichen, dass man nicht wolle weil es nichts vom Handball verstünde und den Schluss, dass man stattdessen lieber nach Coburg geht, für hasenherzig. Ich bin der Meinung, dass die jetzt gefundene Lösung weder für den Handball in Thüringen noch für Bundesligahandball in Deutschland insgesamt etwas bringt, sondern vielmehr den Eindruck von Provinzialität verfestigt. Ich würde mir hier mehr Mut wünschen, und die Bereitschaft, Notlösungen nicht als Erfolg zu verkaufen. Der Handball wird sonst den Aufmerksamkeits-Wettbewerb gegen Mitbewerbersportarten wie Basketball und Eishockey sehr schnell verloren haben.

    aber nach den letzten Leistungen ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten entscheiden können

    Das glaube ich nicht. Flensburg hat immer noch deutlich andere Möglichkeiten und Voraussetzungen als Lemgo. Sie haben sich zuletzt zu Hause ein Unentschieden von den Füchsen abtrotzen lassen - ok: aber das bedeutet jetzt nicht dass Lemgo nur Kleinigkeiten von Flensburg entfernt ist. Es braucht schon eine grottenschlechte Leistung der Flensburger bei gleichzeitiger Euphoriewelle der Lemgoer in der heimischen Halle- wie bei den letzten beiden Heimspielen der Lemgoer gegen Flensburg. Und das Vertrauen auf das Gesetz der Serie. Also keine Kleinigkeiten sondern eine Großwetterlage mit massivem Sturmtief über Flensburg.

    Einzig beim Ausweichort Erfurt habe ich eine gefestigte Meinung. Und die sieht so aus, dass bei einer 7.000 Mann fassenden Messehalle leider viele Eventfans kommen würden, die nicht den Unterschied zwischen Rot nach 3 Zeitstrafen und einer Disqualifikation mit Bericht kennen würden. Ergo verliert man den Heimvorteil. Und das liegt daran, dass Erfurt meiner Meinung nach einfach keine Handballhochburg ist, obwohl paadoxerweise der amtierende Champion der Frauen dort seinen Vereinssitz hat.

    Tut mir leid, aber ich verstehe diese Verzagtheit nicht. Natürlich kenne ich mich mit den konkreten Thüringer Gegebenheiten nicht aus. Aber: Erfurt ist Landeshauptstadt, nicht so weit von Eisenach entfernt und hat zwei Handball-Spitzenvereine. Eine Halle mit 7000 Plätzen ist natürlich vor allem im Moment etwas groß, aber mittelfristig das, wo man hin sollte gemessen an der Tatsache, dass 2000 Zuschauer nicht der Anspruch sein sollte. Stattdessen geht man in eine weitere Kleinstadt, anderes Bundesland, hunderte Kilometer entfernt und wartet auf den Kuscheleffekt. Am Ende beklagt man sich über fehlende TV-Präsenz, an der die bösen Sender Schuld sind. Ja wieso eigentlich, wenn schon in ERFURT keiner mehr die Eisenacher sehen will? Wenn Erfurt keine Handballhochburg ist, dann gibt es eine Mission: Erfurt zum Handballstandort zu machen. Es kommt nur Event-Publikum? Event-Publikum ist besser als kein Publikum, und irgendwann wird daraus ein sich auskennendes Publikum. Für den Heimvorteil ist es egal, wenn es bei der roten Karte in Wallung kommt, ob es sich um 3x 2min oder um eine Karte mit Bericht handelt. Und wenn das Publikum die erste Zeit kommt um den Gegner zu sehen: Das ist nunmal so, wenn man eine Standort etablieren will. Irgendwann kommen sie, um die eigene Mannschaft zu sehen, man muss da eben erst mal durch.
    Natürlich kann man das nicht übers Knie brechen. Aber man muss anfangen. Warum nicht ein Spiel in Erfurt. Thüringer Jugendmannschaften bekommen massenhaft Freikarten (die kennen sich auch mit den Regeln aus). Ganz Erfurt wird mit Plakaten zugeknallt, Sport1 kommt und überträgt (vielleicht). Am Ende gibt es eine Klatsche gegen Hamburg aber was solls? Im besten Falle wäre Aufmerksamkeit erzeugt und man kann darüber nachdenken, ob man es wiederholt. Vielleicht wird ja was draus, vielleicht nicht. Was hingegen wären jetzt die konkreten Perspektiven, die ein Spiel in Coburg eröffnet? Wir diskutieren in einem anderen Thread, was die Bundesliga attraktiver machen könnte. Eine Klatsche für Eisenach gegen Hamburg in Coburg, von der niemand Notiz nimmt? Ich glaube nicht.

    Naja, ich glaube nicht dass die CL-Plätze schon jetzt vergeben werden

    Ich glaube schon, dass die CL-Plätze genau in diesen Spielen vergeben werden! Wo sonst? Denn es sind genau diese Punkte die hinterher entscheiden werden, ob man auf Platz 3, 4 oder 5 stehen wird, und beide Mannschaften sind für diese Plätze gut. Wer hier gewinnt, macht richtige Bigpoints, die der jeweils andere erst mal wieder aufholen muss.

    Für mich eindeutig ein Punktgewinn für Trainer Sigurdsson. Obwohl ein Großteil seiner Spieler eher mittelmäßig drauf war, fand er die richtigen Antworten mit unterschiedlichen Deckungs- und Angriffsformationen. Wenn man dann sieht, wie ausgeglichen die Torschützenliste der Füchse aussieht dann sieht man, wo ihre Stärke diese Saison liegt. Mir hat das, obwohl es ja eigentlich ein sehr krampfiges Spiel war, sehr gut gefallen.
    Auf der anderen Seite: Was ist mit Trainerfuchs Vranjes los? Er hat das Duell der Trainer auf jeden Fall verloren. Lässt seine Formation ewig durchspielen und findet eben keine Lösungen. So ist das Spiel von der Klasse der Spieler Andersson - Glandorf - Eggert abhängig. Die ist aber immer noch gut genug für einen Punkt gegen die Berliner.

    Ein Wettrüsten kann ich darin allerdings noch nicht sehen. Schließlich muss man ja auch bedenken, dass Weinhold für Zeitz kommt. Ober er stärker ist als Zeitz muss er erst noch zeigen... Auch Gensheimer käme für einen der besten Außen, den wir in der Liga haben. Und Duvnjak ist der Ersatz für Narcisse (in dieser Saison eher eine Leerstelle), vom (natürlich hohen) Niveau her ein Update und kein Aufrüsten. Was die Sache für viele so schwer verdaulich macht, ist, dass diese Spieler von direkten Konkurrenten aus der Bundesliga geholt werden. Würden sie aus dem Ausland kommen, würde sie wahrscheinlich nicht so heiß gegessen werden. Und der Zeitpunkt der Diskussion macht auch einiges aus: Schließlich treiben viele andere Vereine gerade nicht systematisch Personlapolitik. Da werden schon einige Konkurrenten sehr bald nachziehen - mal sehen, was Figuren wie Kevin Schmidt bei wem in den nächsten Tagen für eine Rolle spielen.

    Das war so ziemlich das Schlechteste, was ich in jüngster Vergangenheit in einem Heimspiel gesehen habe. Im Prinzip war das Spiel nach 95 Sekunden zu Gunsten der Löwen entschieden.

    Dazu kam noch ein extrem nerviger Vertreter des Hallensprechers mit einem übermotivierten Kollegen an der Musik.

    Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Das war eine Katastrophe, sowohl was den Rahmen als auch was das Burgdorfer Spiel betraf.
    Äußern möchte ich mich nur zum Spiel. Burgdorf hat viele Baustellen. Das Schlimmste: Die Einstellung und der Kampfeswillen stimmt überhaupt nicht. Als Zuschauer hat man schon nach drei Minuten an der Körpersprache gesehen, dass das heute nichts wird. Man hätte gehen und den Eintritt zurück verlangen können.
    Mit Spielern wie Buschmann, Szücs, Mocsai und Sevaljevic hat man einen Rückraum, der überhaupt keine Torgefahr ausstrahlt. Teilweise wurde die Bälle auf Seiten der Löwen noch nicht mal vom Torwart, sondern schon im Block gefangen. Leider wird die Misere auch nicht durch Spielwitz und Übersicht ausgeglichen. Obwohl die Neuverpflichtungen hoch gelobt wurden zeigt sich doch, das es niemanden gibt, er das Spiel gestaltet. Hinzu kommt das schon beschriebene Problem am Kreis. Patrail kam erst später und stand neben sich. Der andere Shooter, Mackovsek, ist zwar - beispielsweise gegenüber seinem grandiosen CL-Auftritt gegen Flensburg im letzten Jahr, ein Schatten seiner selbst, bringt aber immerhin etwas Torgefahr. Er kam aber erst nach 45 Minuten bei ca. 12 Toren Rückstand. Keine Ahnung, ob er nicht fit war. Ich hatte das Gefühl, Burgdorf hat das Spiel mit dem zweiten Aufzug begonnen und ist schnell in Rückstand geraten, kann das sein? Ich habe die Aufstellung der Mannschaft überhaupt nicht verstanden. Bei vergebenen Chancen war dann das Rückzugsverhalten ganz schlecht. Der eigene Gegenstoß sowieso nicht vorhanden (was auch am Ausfall von Johannsen liegen mag). Stark einzig Martin Ziemer, der aber auch nicht in der Startformation steht (???).
    Für die Löwen, die ihren Stiefel gut runtergespielt haben, war das keine Standortbestimmung. Sie hätten sogar noch höher gewinnen können, wenn beispielsweise die beiden Guardiola-Brüder vor der 10-Tore führe nicht zuverlässig fast jeden Wurf versemmeln würden. Burgdorf hätte dieses Spiel gegen jeden Bundesligisten, und wahrscheinlich auch die Hälfte der Zweitligisten verloren. Ich war schon ziemlich entsetzt, das habe ich nicht erwartet. Aber auch, wenn sich vieles verbessert glaube ich von der Anlage und Systematik der Probleme, dass Hannover in dieser Saison keinen Blumentopf gewinnen wird.

    Ich habe noch keine solche Diskussion erlebt, wenn ein Spieler den entscheidenden Ball im Tempogegenstoß oder Siebenmeter über oder neben das Tor geworfen hat. Da wird, wie ich schrieb, eher verziehen.

    Es wird ihm zumindest keine Absicht unterstellt. Was bei diesen Diskussionen immer unter den Tisch fällt: Auch Schiedsrichter haben sportlichen Ehrgeiz auf hohem Niveau. Und der Ehrgeiz besteht wie bei allen Beteiligten, ihre Sache gut zu machen, also ihrer Rolle als Schiedsrichter gerecht zu werden. Was bitte wäre denn ihre Motivation, absichtlich falsch zu entscheiden? Sind das alles Masochisten, die gerne den Zorn auf sich ziehen, aus dem Elite- oder sonstigen Kader gestrichen zu werden, in dem sie stehen? Bei einigen Mannschaften und ihren Anhängern Augenrollen zu verursachen, wenn die die Ansetzung sehen? Den geballten Zorn des Magdeburger Heimpublikums auf sich zu ziehen und Hohn und Spot in Internetforen und Tagespresse über sich ergehen zu lassen? Also, ich glaube das nicht.
    Sie machen Fehler wie die Spieler und Trainer auch. Mal fällt das nicht auf, mal ist es ärgerlich. Vielleicht sind sie auch manchmal (immer öfter?) überfordert, aber das ist etwas anderes, als ihnen Vorsatz zu unterstellen.
    Zu der Szene selbst: Ich glaube, dass es eine Fehlentscheidung war, finde es aber auf Grundlage des Bild- und Tonmaterials geradezu unmöglich, es zu beweisen. Ich finde es schade für Magdeburg, denen ich beide Punkte gegönnt hätte und kann den Ärger verstehen. Aber es ist nun mal so. Punkt.

    Ich glaube nicht, dass es grundsätzliche Änderungen im Regelwerk wären die die Bundesliga attraktiver machen würden. Handball hat einen gewachsenen Charakter, und der ist auch gut so.
    Ich glaube, der Bundesliga fehlt es an etwas anderem, was man natürlich nicht erzwingen kann: Vereine aus größere n Städten bzw. Orten, mit denen sich ganze Regionen identifizieren können und bei denen sich andere Städte/Regionen schon am Namen abarbeiten. Ich weiß natürlich auch um die dörflichen Wurzeln des Sports, und das ist im Prinzip auch ganz ok. Aber machmal geht die Kirchtumidentifikation etwas zu weit. Burgdorf hat immer noch Schwierigkeiten, in Hanover anzukommen (zugegeben, die Eishockey-Scorpions aus der Wedemark hatten das auch). Mit Melsungen ist es ähnlich. Bleibt abzuwarten, wie es sich dort weiter entwickelt.
    Was der Liga aber meiner Meinung nach gut täte, wäre, wenn mehr Metropolen vertreten wären. Leipzig wäre für mich so ein Kandidat, im Nordosten vielleicht auch Rostock. Ein (allerdings stärkerer) Tusem wäre sicherlich wünschenswert. Wir hatten in jüngerer und weiterer Verganganheit ja auch mal Bundesligastandorte in Düsseldorf und München. Ich finde es bewundernswert, welche Arbeit Vereine wie Balingen, Neuhausen, Bietigheim leisten, aber natürlich würde von einem Handball-Standort Stuttgart in den Nordender Republik eine andere Signalwirkung ausgehen. Ich glaube, eine gute landesweite Liga, die ach fürs Fernsehen und die nationalen Medien attraktiv ist, lebt nicht nur von der lokalen Identifikation mit den jeweiligen Vereinen. Und wir haben nichts im Ruhrgebiet, nichts in Sachsen, nichts in Bayern und vielen anderen Ländern und Regionen Mannschaften, von denen man 50 km weiter schon gar nicht mehr weiß, dass sie in der Nähe sind und man keine Stunde in die Halle bräuchte. Natürlich will ich auch weiterhin die Handballdörfer - das ist ja auch eine schöne Tradition, aber nicht nur, da muss sich mehr Gleichgewicht einstellen. Gerade für die Außendarstellung, das Gewinnen von neuem Publikum und das Überwinden der allgemeinen Aufmerksamkeitsgrenze macht sich eine Partie Magdeburg - Hamburg eben besser als Balingen - Emsdetten. Wohl gemerkt: Ich wünsche mir beides, aber in einem ausgewogeneren Verhältnis.