Oder auch der total gefloppte Versuch von Minden, als GWD Minden/Hannover in der TUI-Arena Fuß zu fassen, dito Pfullingen in Stuttgart.
Solche Beispiele zeigen, dass es eben nicht so einfach funktioniert, in eine Großstadt umzuziehen, wenn dort die Fanabse und Identifiaktion fehlt.
Also, jetzt gehen aber einige Sachen durcheinander.
1. Es handelt sich um eine vielleicht einmalige, vielleicht mehrmalige, jedenfalls limitierte Aktion.
2. Das völlig durchgeknallte Beispiel GWD in Hannover taugt überhaupt nichts. Hier wurde ja versucht, den ganzen Verein, der ja schon von Dankersen zu einem (Gesamt-) Mindener gemacht wurde, über Landesgrenzen hinweg dauerhaft als Nutzer der TUI-Aren in Hannover zu machen. Das konnte nun wirklich nicht gut gehen, zumal die TI-Arena auch noch über 10000 Zuschauer fasst. Parallele? Allenfalls zum jetzigen Vorgehen mit Coburg, auch da wird über Landesgrenzen hinweg in ein anderes Bundesland gegangen. Mit einer Spielverlegung nach Erfurt ist dieser Größenwahn überhaupt nicht zu vergleichen.
3. Wenn überhaupt sollte man sich den Umzug von Burgdorf von Hannover und von Melsungen nach Kassel ansehen. Beide sind noch nicht richtig in der jeweiligen Stadt angekommen, bekommen bei einigen Spielen aber solide 4000 Zuschauer hin. Das ist nicht schlecht, und mit ein wenig langem Atem werden sie sich weiter etablieren, trotz sportlicher Konkurrenz in beiden Städten. Natürlich trifft Kirchturm auf Großstadt mit allen Problemen, aber als gescheitert würde ich es nicht ansehen. Mit einer besseren Halle sehe ich in Hannover (die Swiss-Life-Hall ist schon ziemlich fürchterlich) durchaus noch Potential, die TUI-Arena ist sicherlich auf Dauer noch zu groß und bliebt vor allem ein finanzielles Risiko. Für Kassel kann ich es weniger einschätzen.
Beides, Kassel und Hannover, sind wohlgemerkt dauerhafte Umzüge. Trotzdem macht man sie ja nicht rückgängig und hat seine Gründe dafür.
4. Wo um alles in der Welt ist in Coburg die Fanbase und die Identifikation für Eisenach? Dort, in Franken, sollen die Voraussetzungen dafür vielversprechender sein als in der thüringischen Landeshauptstadt? Ich kann es mir nicht vorstellen.
Dennoch sehe ich, vor allem nach den Beschreibungen von Rick, natürich die missliche Lage. Eigentlich hat jede Entscheidung mehr Nachteile als Vorteile. Es ist schon ein sportpolitischer Skandal, dass es in einem ganzen Bundesland keine bundelsligataugliche Halle für Ballsportarten gibt. Wo ist das schon noch der Fall? (in Brandenburg wahrscheinlich..). Wollen wir hoffen, dass sich eine Lösung ergibt, falls Eisenach die Klasse hält (was mich im Übrigen sehr freuen würde, denn ich wünsche mir auch unbedingt mehr Bundesligahandball im Osten - aber ich fang jetzt nicht damit an was ich unter diesem Gesichtspunkt von Coburg halte). Und die Lösung wird wohl eine Mutige sein müssen.