Beiträge von exilberliner

    Rick
    Du magst ja in vielem Recht haben. Es geht mir ganz sicher nicht darum, kleinere Vereine aus der HBL zu kegeln - ganz im Gegenteil, ich bin öfter in den Hallen in Lemgo, Minden oder Lübbecke anzutreffen und verfolge diese Kleinstadt- und Dorfmannschaften mit großem Wohlwollen - sie sind eine Bereicherung für die Liga und halten eine große Tradition aufrecht. Meine Lust auf Halle/Westfalen für ein Lemgo-Spiel ist sehr begrenzt und Handball im Fußballstadion halte ich für kompletten Schwachsinn. Ich bin für Leben in der traditionellen und einmaligen Handballprovinz - aber gegen Kirchturmdenken und Wagenburgmentalität.
    Die optimale Lösung für Euch ist ja auch sicherlich, das sagst du auch, in Eisenach zu bleiben, und, falls alles richtig gut läuft und man es sich leisten kann, eine neue Halle zu bauen. Jetzt geht es darum, ein oder einige Spiele als Zwischenlösung woanders auszutragen.
    Nur:
    Die Lösung gegen den HSV lautet: Coburg. 125 km entfernt, anderes Bundesland, Halle kaum größer.
    Und meine Frage lautet: Was vergibt man sich dabei, in der eigenen Landeshauptstadt, nur knapp die Hälfte der Strecke entfernt, für den eigenen Verein zunächst einmalig, und bei evtl. Erfolg mehrmalig, für den Handball zu werben? "Da kommt nur Eventpublikum, das die Regeln nicht versteht" ist keine Begründung. Was verspricht man sich denn vom Coburger Publikum? Exakte Regelkunde und Sachverstand mag ja vorhanden sein, nur werden DAS nun wirklich keine Thüringer Handballfans. Und dass das ganze dann nicht im Fernsehen übertragen wird: Nenne mir eine Begründung, warum man ein Handballspiel aus Coburg bundesweit übertragen soll, bei dem vermutlich eine Mannschaft (Eisenach) für die sich schon 50 km weiter in Erfurt nach deinen Worten niemand interessiert (woran man auch nichts ändern will) vom amtieren Champions-League-Sieger kräftig vermöbelt wird.  ?( Nein, da beißt sich die Katze in den Schwanz.
    .

    Laut dieser Seite hier: Messehalle 1 (Mehrzweckhalle) f黵 Messen, Kongresse, Konzerte und Events - Messe Erfurt GmbH scheint die Halle ja sehr variabel zu sein. Vielleicht ist sie für Handballspiele auch gar nicht gut geeignet etc. Ich kenne die Verhältnisse nicht und mag es nicht beurteilen. Kann sein, dass selbst für eine einmalige Aktion das Geld fehlt, dann geht es eben nicht. Ich finde nur deine Argumentation, Rick, in Erfurt würde man "nur Event-Publikum" erreichen, dass man nicht wolle weil es nichts vom Handball verstünde und den Schluss, dass man stattdessen lieber nach Coburg geht, für hasenherzig. Ich bin der Meinung, dass die jetzt gefundene Lösung weder für den Handball in Thüringen noch für Bundesligahandball in Deutschland insgesamt etwas bringt, sondern vielmehr den Eindruck von Provinzialität verfestigt. Ich würde mir hier mehr Mut wünschen, und die Bereitschaft, Notlösungen nicht als Erfolg zu verkaufen. Der Handball wird sonst den Aufmerksamkeits-Wettbewerb gegen Mitbewerbersportarten wie Basketball und Eishockey sehr schnell verloren haben.

    aber nach den letzten Leistungen ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Kleinigkeiten entscheiden können

    Das glaube ich nicht. Flensburg hat immer noch deutlich andere Möglichkeiten und Voraussetzungen als Lemgo. Sie haben sich zuletzt zu Hause ein Unentschieden von den Füchsen abtrotzen lassen - ok: aber das bedeutet jetzt nicht dass Lemgo nur Kleinigkeiten von Flensburg entfernt ist. Es braucht schon eine grottenschlechte Leistung der Flensburger bei gleichzeitiger Euphoriewelle der Lemgoer in der heimischen Halle- wie bei den letzten beiden Heimspielen der Lemgoer gegen Flensburg. Und das Vertrauen auf das Gesetz der Serie. Also keine Kleinigkeiten sondern eine Großwetterlage mit massivem Sturmtief über Flensburg.

    Einzig beim Ausweichort Erfurt habe ich eine gefestigte Meinung. Und die sieht so aus, dass bei einer 7.000 Mann fassenden Messehalle leider viele Eventfans kommen würden, die nicht den Unterschied zwischen Rot nach 3 Zeitstrafen und einer Disqualifikation mit Bericht kennen würden. Ergo verliert man den Heimvorteil. Und das liegt daran, dass Erfurt meiner Meinung nach einfach keine Handballhochburg ist, obwohl paadoxerweise der amtierende Champion der Frauen dort seinen Vereinssitz hat.

    Tut mir leid, aber ich verstehe diese Verzagtheit nicht. Natürlich kenne ich mich mit den konkreten Thüringer Gegebenheiten nicht aus. Aber: Erfurt ist Landeshauptstadt, nicht so weit von Eisenach entfernt und hat zwei Handball-Spitzenvereine. Eine Halle mit 7000 Plätzen ist natürlich vor allem im Moment etwas groß, aber mittelfristig das, wo man hin sollte gemessen an der Tatsache, dass 2000 Zuschauer nicht der Anspruch sein sollte. Stattdessen geht man in eine weitere Kleinstadt, anderes Bundesland, hunderte Kilometer entfernt und wartet auf den Kuscheleffekt. Am Ende beklagt man sich über fehlende TV-Präsenz, an der die bösen Sender Schuld sind. Ja wieso eigentlich, wenn schon in ERFURT keiner mehr die Eisenacher sehen will? Wenn Erfurt keine Handballhochburg ist, dann gibt es eine Mission: Erfurt zum Handballstandort zu machen. Es kommt nur Event-Publikum? Event-Publikum ist besser als kein Publikum, und irgendwann wird daraus ein sich auskennendes Publikum. Für den Heimvorteil ist es egal, wenn es bei der roten Karte in Wallung kommt, ob es sich um 3x 2min oder um eine Karte mit Bericht handelt. Und wenn das Publikum die erste Zeit kommt um den Gegner zu sehen: Das ist nunmal so, wenn man eine Standort etablieren will. Irgendwann kommen sie, um die eigene Mannschaft zu sehen, man muss da eben erst mal durch.
    Natürlich kann man das nicht übers Knie brechen. Aber man muss anfangen. Warum nicht ein Spiel in Erfurt. Thüringer Jugendmannschaften bekommen massenhaft Freikarten (die kennen sich auch mit den Regeln aus). Ganz Erfurt wird mit Plakaten zugeknallt, Sport1 kommt und überträgt (vielleicht). Am Ende gibt es eine Klatsche gegen Hamburg aber was solls? Im besten Falle wäre Aufmerksamkeit erzeugt und man kann darüber nachdenken, ob man es wiederholt. Vielleicht wird ja was draus, vielleicht nicht. Was hingegen wären jetzt die konkreten Perspektiven, die ein Spiel in Coburg eröffnet? Wir diskutieren in einem anderen Thread, was die Bundesliga attraktiver machen könnte. Eine Klatsche für Eisenach gegen Hamburg in Coburg, von der niemand Notiz nimmt? Ich glaube nicht.

    Naja, ich glaube nicht dass die CL-Plätze schon jetzt vergeben werden

    Ich glaube schon, dass die CL-Plätze genau in diesen Spielen vergeben werden! Wo sonst? Denn es sind genau diese Punkte die hinterher entscheiden werden, ob man auf Platz 3, 4 oder 5 stehen wird, und beide Mannschaften sind für diese Plätze gut. Wer hier gewinnt, macht richtige Bigpoints, die der jeweils andere erst mal wieder aufholen muss.

    Für mich eindeutig ein Punktgewinn für Trainer Sigurdsson. Obwohl ein Großteil seiner Spieler eher mittelmäßig drauf war, fand er die richtigen Antworten mit unterschiedlichen Deckungs- und Angriffsformationen. Wenn man dann sieht, wie ausgeglichen die Torschützenliste der Füchse aussieht dann sieht man, wo ihre Stärke diese Saison liegt. Mir hat das, obwohl es ja eigentlich ein sehr krampfiges Spiel war, sehr gut gefallen.
    Auf der anderen Seite: Was ist mit Trainerfuchs Vranjes los? Er hat das Duell der Trainer auf jeden Fall verloren. Lässt seine Formation ewig durchspielen und findet eben keine Lösungen. So ist das Spiel von der Klasse der Spieler Andersson - Glandorf - Eggert abhängig. Die ist aber immer noch gut genug für einen Punkt gegen die Berliner.

    Ein Wettrüsten kann ich darin allerdings noch nicht sehen. Schließlich muss man ja auch bedenken, dass Weinhold für Zeitz kommt. Ober er stärker ist als Zeitz muss er erst noch zeigen... Auch Gensheimer käme für einen der besten Außen, den wir in der Liga haben. Und Duvnjak ist der Ersatz für Narcisse (in dieser Saison eher eine Leerstelle), vom (natürlich hohen) Niveau her ein Update und kein Aufrüsten. Was die Sache für viele so schwer verdaulich macht, ist, dass diese Spieler von direkten Konkurrenten aus der Bundesliga geholt werden. Würden sie aus dem Ausland kommen, würde sie wahrscheinlich nicht so heiß gegessen werden. Und der Zeitpunkt der Diskussion macht auch einiges aus: Schließlich treiben viele andere Vereine gerade nicht systematisch Personlapolitik. Da werden schon einige Konkurrenten sehr bald nachziehen - mal sehen, was Figuren wie Kevin Schmidt bei wem in den nächsten Tagen für eine Rolle spielen.

    Das war so ziemlich das Schlechteste, was ich in jüngster Vergangenheit in einem Heimspiel gesehen habe. Im Prinzip war das Spiel nach 95 Sekunden zu Gunsten der Löwen entschieden.

    Dazu kam noch ein extrem nerviger Vertreter des Hallensprechers mit einem übermotivierten Kollegen an der Musik.

    Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Das war eine Katastrophe, sowohl was den Rahmen als auch was das Burgdorfer Spiel betraf.
    Äußern möchte ich mich nur zum Spiel. Burgdorf hat viele Baustellen. Das Schlimmste: Die Einstellung und der Kampfeswillen stimmt überhaupt nicht. Als Zuschauer hat man schon nach drei Minuten an der Körpersprache gesehen, dass das heute nichts wird. Man hätte gehen und den Eintritt zurück verlangen können.
    Mit Spielern wie Buschmann, Szücs, Mocsai und Sevaljevic hat man einen Rückraum, der überhaupt keine Torgefahr ausstrahlt. Teilweise wurde die Bälle auf Seiten der Löwen noch nicht mal vom Torwart, sondern schon im Block gefangen. Leider wird die Misere auch nicht durch Spielwitz und Übersicht ausgeglichen. Obwohl die Neuverpflichtungen hoch gelobt wurden zeigt sich doch, das es niemanden gibt, er das Spiel gestaltet. Hinzu kommt das schon beschriebene Problem am Kreis. Patrail kam erst später und stand neben sich. Der andere Shooter, Mackovsek, ist zwar - beispielsweise gegenüber seinem grandiosen CL-Auftritt gegen Flensburg im letzten Jahr, ein Schatten seiner selbst, bringt aber immerhin etwas Torgefahr. Er kam aber erst nach 45 Minuten bei ca. 12 Toren Rückstand. Keine Ahnung, ob er nicht fit war. Ich hatte das Gefühl, Burgdorf hat das Spiel mit dem zweiten Aufzug begonnen und ist schnell in Rückstand geraten, kann das sein? Ich habe die Aufstellung der Mannschaft überhaupt nicht verstanden. Bei vergebenen Chancen war dann das Rückzugsverhalten ganz schlecht. Der eigene Gegenstoß sowieso nicht vorhanden (was auch am Ausfall von Johannsen liegen mag). Stark einzig Martin Ziemer, der aber auch nicht in der Startformation steht (???).
    Für die Löwen, die ihren Stiefel gut runtergespielt haben, war das keine Standortbestimmung. Sie hätten sogar noch höher gewinnen können, wenn beispielsweise die beiden Guardiola-Brüder vor der 10-Tore führe nicht zuverlässig fast jeden Wurf versemmeln würden. Burgdorf hätte dieses Spiel gegen jeden Bundesligisten, und wahrscheinlich auch die Hälfte der Zweitligisten verloren. Ich war schon ziemlich entsetzt, das habe ich nicht erwartet. Aber auch, wenn sich vieles verbessert glaube ich von der Anlage und Systematik der Probleme, dass Hannover in dieser Saison keinen Blumentopf gewinnen wird.

    Ich habe noch keine solche Diskussion erlebt, wenn ein Spieler den entscheidenden Ball im Tempogegenstoß oder Siebenmeter über oder neben das Tor geworfen hat. Da wird, wie ich schrieb, eher verziehen.

    Es wird ihm zumindest keine Absicht unterstellt. Was bei diesen Diskussionen immer unter den Tisch fällt: Auch Schiedsrichter haben sportlichen Ehrgeiz auf hohem Niveau. Und der Ehrgeiz besteht wie bei allen Beteiligten, ihre Sache gut zu machen, also ihrer Rolle als Schiedsrichter gerecht zu werden. Was bitte wäre denn ihre Motivation, absichtlich falsch zu entscheiden? Sind das alles Masochisten, die gerne den Zorn auf sich ziehen, aus dem Elite- oder sonstigen Kader gestrichen zu werden, in dem sie stehen? Bei einigen Mannschaften und ihren Anhängern Augenrollen zu verursachen, wenn die die Ansetzung sehen? Den geballten Zorn des Magdeburger Heimpublikums auf sich zu ziehen und Hohn und Spot in Internetforen und Tagespresse über sich ergehen zu lassen? Also, ich glaube das nicht.
    Sie machen Fehler wie die Spieler und Trainer auch. Mal fällt das nicht auf, mal ist es ärgerlich. Vielleicht sind sie auch manchmal (immer öfter?) überfordert, aber das ist etwas anderes, als ihnen Vorsatz zu unterstellen.
    Zu der Szene selbst: Ich glaube, dass es eine Fehlentscheidung war, finde es aber auf Grundlage des Bild- und Tonmaterials geradezu unmöglich, es zu beweisen. Ich finde es schade für Magdeburg, denen ich beide Punkte gegönnt hätte und kann den Ärger verstehen. Aber es ist nun mal so. Punkt.

    Ich glaube nicht, dass es grundsätzliche Änderungen im Regelwerk wären die die Bundesliga attraktiver machen würden. Handball hat einen gewachsenen Charakter, und der ist auch gut so.
    Ich glaube, der Bundesliga fehlt es an etwas anderem, was man natürlich nicht erzwingen kann: Vereine aus größere n Städten bzw. Orten, mit denen sich ganze Regionen identifizieren können und bei denen sich andere Städte/Regionen schon am Namen abarbeiten. Ich weiß natürlich auch um die dörflichen Wurzeln des Sports, und das ist im Prinzip auch ganz ok. Aber machmal geht die Kirchtumidentifikation etwas zu weit. Burgdorf hat immer noch Schwierigkeiten, in Hanover anzukommen (zugegeben, die Eishockey-Scorpions aus der Wedemark hatten das auch). Mit Melsungen ist es ähnlich. Bleibt abzuwarten, wie es sich dort weiter entwickelt.
    Was der Liga aber meiner Meinung nach gut täte, wäre, wenn mehr Metropolen vertreten wären. Leipzig wäre für mich so ein Kandidat, im Nordosten vielleicht auch Rostock. Ein (allerdings stärkerer) Tusem wäre sicherlich wünschenswert. Wir hatten in jüngerer und weiterer Verganganheit ja auch mal Bundesligastandorte in Düsseldorf und München. Ich finde es bewundernswert, welche Arbeit Vereine wie Balingen, Neuhausen, Bietigheim leisten, aber natürlich würde von einem Handball-Standort Stuttgart in den Nordender Republik eine andere Signalwirkung ausgehen. Ich glaube, eine gute landesweite Liga, die ach fürs Fernsehen und die nationalen Medien attraktiv ist, lebt nicht nur von der lokalen Identifikation mit den jeweiligen Vereinen. Und wir haben nichts im Ruhrgebiet, nichts in Sachsen, nichts in Bayern und vielen anderen Ländern und Regionen Mannschaften, von denen man 50 km weiter schon gar nicht mehr weiß, dass sie in der Nähe sind und man keine Stunde in die Halle bräuchte. Natürlich will ich auch weiterhin die Handballdörfer - das ist ja auch eine schöne Tradition, aber nicht nur, da muss sich mehr Gleichgewicht einstellen. Gerade für die Außendarstellung, das Gewinnen von neuem Publikum und das Überwinden der allgemeinen Aufmerksamkeitsgrenze macht sich eine Partie Magdeburg - Hamburg eben besser als Balingen - Emsdetten. Wohl gemerkt: Ich wünsche mir beides, aber in einem ausgewogeneren Verhältnis.

    Wobei fast alle Tore meiner Meinung nach einem Lemgoer Treffer in eigentlicher Unterzahl gefallen sind, weshalb ich das nicht unebdingt als Ursache für den Rückstand betrachten würde, sondern eher als ( sicher Unmt generierendes ) Nullsummenspiel betrachten würde.

    Mind. 2 Tore ins leere Tor, wenn nicht drei, waren nicht aus einer eigentlichen Unterzahlsituation, Lemgo hat mit 7 Feldspielern und 2 Kreisläufern gespielt. Bzw., auch das habe ich nicht verstanden, sie haben keinen zweiten Kreisläufer eingesetzt sondern Schneider an den Kreis gestellt. Der hat zwar einigermaßen den Körper dafür, kann aber als Rückraumspieler dort keine Akzente setzen, daher habe ich auch das nicht verstanden. Herth kam zu spät zum Wechsel mit Dresrüsse. Wenn man es schon macht, kann man auch den Außen, der nahe zur Bank spielt, gegen den Torwart wechseln.

    Schwer zu sagen, was man von diesem Spiel halten soll.
    Vom Verlauf her war es absolut mitreißend und hatte alles, was Handball ausmacht. In der ersten Halbzeit schien Göppingen schon enteilt zu sein, dann kommt Lemgo zurück, führt sogar mit 2 Toren und gibt das Spiel doch noch ab...
    Trotzdem war es letztlich ein verdientes Ergebnis:
    Göppingen hat zwar gespielt wie die anderen Spiele auch: Mit vielen technischen Fehlern, einem schwachen Kraus, wenig Impulsen auf RR, ohne Bindung zum Kreis aber immerhin einem effektiven Rnic. Pevnov kommt nur in der Abwehr und zum Gegenstoß, fängt sich mit dummen Aktionen 3x 2min. meckert dann noch vor Frust - noch mal 2 min. drauf. Ich glaube, die wissen nach wie vor nicht, was sie mit ihm anfangen sollen und sind sich gar nicht bewusst, was sie eigentlich für einen tollen Spieler haben, wenn sie ihn nur richtig einsetzen würden. Trotzdem reicht das aber alles gegen Lemgo, denn die kämpfen wie die Löwen, was dem Spiel natürlich gut tut, und zu diesem spannenden Verlauf führt. Aber eigentlich, nüchtern betrachtet, machen sie alles falsch, was sie in diesem Spiel falsch machen können. Generell wird viel zu schnell abschlossen. Lemke mit einer Fahrkarte nach der anderen, auch Schneider unkonzentriert. Pfannenschmidt setzt, Guru Brack hörig, schon früh in der 1. Halbzeit den 7. Feldspieler ein. Dabei wird aber schon nach wenigen Sekunden katastrophal aufs Tor gedonnert, und der Wechsel des TWs klappt überhaupt nicht. Folge: 3(!) Tore in das leere Lemgoer Tor im Gegenstoß. Taktische Meisterleistung. Dazu Pekeler 2x mit Abschluss im Kreis - mit einfachen Toren im Gegenstoß. 5 Tore dem Gegner geschenkt, genau die 5 , die Göppingen zur Pause vorne liegt. Pekeler danach nicht mehr unspielbar, hinten nur mit giftigen Aktionen, es erfolgt aber kein Wechsel am Kreis, wie auch der Wechsel Lemke-Lönn viel zu spät erfolgt. Nach der HZ die Benjamin-Herth-Festspiele. Mit mehreren Ggenstößen und auch aus der Position erledigt er die Aufholjagd fast allein. Danach viel Hektik, beiden Trainern gelingt es nicht, das Spiel in geordneten Bahnen zu lenken. Am Schluss wirft Lemgo das Spiel einfach weg - wieder mit überhasteten Aktionen. Die 4-min Strafe gegen Pevnov wird kaum genutzt. Schade.
    Bei Lemgo haben viele jungen Spieler wie Lemke, Pekeler, Zieker, Lönn, schon viel Verantwortung. Alle sind talentiert, und es ist toll, das sie spielen. Ich würde ihnen einen Trainer wünschen, der auch taktisch die richtigen Entscheidungen trifft und ihnen so mehr Sicherheit gibt. Daran hat es meine Meinung nach heute gefehlt, und dann reicht es nicht. Schade.

    Bin heute mal im Fuchsbau. Weit Weg von zu Hause ;). Bin schon echt gespannt. War noch nie in der max schmehling halle.


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    Na dann viel Spaß! Wäre schön, wenn du dann deine Eindrücke hier schildern könntest. Ist immer interessant, wenn nicht explizite Fans einer der beteiligten Mannschaften schilder, wie es live so war. Ich für meinen Teil bin heute aus exiltechnischen Gründen nicht in Berlin dabei, aber in Lemgo, und freue mich schon drauf und werde dann im dortigen Thread schreiben..

    Vielleicht sollten sich manche Spieler einfach mal selbst einwechseln, nach den Auszeiten machen sie ja meistens auch was sie wollen und nicht das was Gudmundsson angibt. Er mag bestimmt ein guter Trainer sein, aber manche Aktionen sind für mich fragwürdig. Vor allem das Nichtberücksichtigen von bestimmten Spielern kann ich nicht nachvollziehen.
    Verständlich dass er Roggisch nach den frühen 2 x 2 Minutenstrafen erstmal draussen lässt, aber ihn in den letzten Minuten nicht mehr zu bringen war für mich ein taktischer Fehler.

    Ich war von der letzten Auszeit sehr befremdet. 4 Sekunden vor Schluss ruft der Trainer seine Mannschaft zusammen, weiß aber erst gar nicht, was er sagen soll. Nach der knappen Hälfte der Auszeit fällt es ihm ein. Die Mannschaft aber sagt: "och nö, wir spielen lieber etwas anderes" und sagt auch etwas anderes an. Wie gesagt: 4 Sekunden vor Schluss, Spielstand unentschieden. Sie machen dann: nichts. Die Situation verpufft einfach. Insofern kann ich unterstreichen was du sagst, bis auf: "Er mag ein guter Trainer sein". Einem guten Trainer darf das nicht passieren. Er muss immer mehre fürre Ideen eine solche Situation haben und sofort eine auswählen. Und er muss natürlich die Autorität haben, es auch durchzusetzen. Hier hat er sich vor laufender Kamera selbst demontiert.
    Natürlich war auch unverständlich, warum Roggisch nicht mehr kam. Ich habe mich aber auch gewundert, warum Karason nicht mehr gespielt hat, schließlich kann man statt Guardiola auch einen Pfosten im Angriff einsetzen. Und dass beide Außen immer durchspielen ist meiner Meinung nach auch wenig sinnvoll. Gensheimer ist zwar wieder stark, aber gestern hatte er auch die eine oder andere Fahrkarte. Und Sigurmansson ist ja nun wirklich kein Spieler, den man nicht mal für 10 min. bringen könnte (oder ist er verletzt?). Obwohl der Kader breiter ist, wird irgendwie weiter auf Verschleiß gefahren, und frische Ideen kommen auch nicht ins Spiel.
    Letztlich haben die Göppinger super gekämpft, auch wenn die Fehlerquote zumindest gefühlt noch höher war als in Berlin. Daher geht der Punkt sehr in Ordnung und ich bin mir ziemlich sicher, dass Göppingen trotz aller Probleme im Kader bald in anderen Tabellenregionen auftauchen werden.

    Derby? In dem Wort "Derby" "schwingt" auch das Wort "Tradition" mit. Aber dieses Spiel hat keinerlei Tradition. Als Magdeburg schon Champions-League-Sieger war, war der Verein "Reinickendorfer Füchse" ein ganz normaler Berliner Sportverein, einer unter vielen. Das Wort Deby ist auch wegen der Entfernungen unangebracht, ganz davon abgesehen, dass die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Berlin nicht einmal aneinander grenzen.

    Nun, mit der Tradition ist es in der Tat etwas schwierig, das ist ja nun mal ein Problem der Deutschen Teilung, für die wohl niemand von uns etwas kann. Denn vor den Magdeburger CL-Zeiten, als die Füchse keine Rolle spielten, spielte Magdeburg bekanntlich nun mal in der DDR-Oberliga und die Füchse in der westdeutschen Bundesliga - schlechte Voraussetzungen für Traditionsaufbau.
    Ein ganz normaler Sportverein, einer unter vielen, sind die Füchse übrigens immer noch, und das ist auch gut so. ;) Als Derby würde ich es aber auch nicht bezeichnen, von Berlin aus kommt allerdings vor Magdeburg handballtechnisch nicht viel, und in den anderen Himmelsrichtungen sieht es auch nicht anders aus. Da sind dann die Medien mit dem "Ost-Derby" schnell bei der Hand.
    Wie dem auch sei - ich erwarte ein offenes Spiel, auf das ich mich sehr freue. Die Magdeburger haben sich gut und sinnvoll verstärkt und spielen einen schönen und attraktiven Handball. Ich wünsche dieses Mannschaft in dieser Saison viel Erfolg, gerade weil sie mit einem langen Atem aufgebaut wurde und jetzt gerne berechtigterweise die Ernte einholen will. DIESE beiden Punkte müssen aber müssen nach Berlin...