Das Gejammere aus Hüttenberg erinnert an einen baggerseeerprobten Hobbysegler, der mit seinem Boot aufs offene Meer hinaus fahren will und dann "plötzlich" feststellt, dass weder er noch sein Boot hochseetauglich sind! Der TVH stand zu 3/4 der Saison auf einem Aufstiegsplatz und das zum Teil mit 7 Punkten Vorsprung, so dass nicht der Aufstieg das "unerwartete Ereignis" war sondern letztlich der Nichtaufstieg die Überraschung gewesen wäre. In der Weihnachtspause haben die Verantwortlichen Zuschauern und Spielern noch vollmundig versprochen, einen sportlichen Aufstieg auch wirtschaftlich stemmen zu können. Dies beinhaltet dann auch ein machbares Hallenkonzept. Die hier nötigen Bedingungen sind allen Beteiligten seit Jahren bekannt.
Wenn man nun plötzlich einen "auf armen, nicht gewollten Dorfverein" macht, hat man hier nicht nur nicht mit offenen Karten gespielt sondern beweist neben den bekannten Defiziten noch weiter Schwachpunkte im System TVH!
Zur Erstligaqualifikation gehört neben der sportlichen nun mal auch die wirtschaftliche Seite und damit eine Erfüllung der allseits bekannten Hallenvoraussetzungen. Hier sollte man sich ein Beispiel am heimischen Fußballverein SC Waldgirmes nehmen, der vor einigen Jahren auch den Aufstieg in die höchste deutsche Amateurliga erreicht hatte, sowohl seinen Akteuren als auch Zuschauern aber von Anfang an klar machte, dass man sich einen Aufstieg aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten kann.
Man darf durchaus die Frage stellen, warum man sich auf Hüttenberger Seite einen exzellenten und sicher auch nicht billigen Trainer mit mindestens 2 Vollprofis geholt hat und einem Riesentalent wie Dominic Mappes mit dem Versprechen einen möglichen Aufstieg zu realisieren einen Vertrag bis 2019 abringt, wenn man dann die hierzu notwendigen Bedingungen bewusst gar nicht erfüllen kann!
Ebenso unverständlich ist die Kritik an den Umständen der RITTAL-Arena und der HSG Wetzlar. Man ist hier im Profisport und hat damit auch die Aufgabe die Wirtschaftlichkeit solcher Unternehmens sicher zu stellen. Die Halle gehört zwar der Stadt Wetzlar, diese hat aber die Arena genau aus solchen wirtschaftlichen Überlegungen heraus an eine Betreibergesellschaft, die Fa. Gegenbauer, verpachtet. Die Betreibergesellschaft hat die Pflicht, die Halle gewinnbringend so zu vermarkten, dass der Stadt die nicht unerheblichen Pachteinahmen zugeführt und damit das zunächst aus Steuermitteln finanzierte Projekt rückfinanziert werden können.
Wie das die Fa. Gegenbauer bewerkstelligt bleibt allein in ihrer Vertragshoheit und es gibt durchaus Argumente, einen Ankermieter, wie hier schon von einem Vorschreiber sehr gut dargestellt, so zu schützen damit nicht am Ende der durch 2 zu teilende Kuchen für jeden einzelnen zu klein werden könnte.
Der HBL sei geraten, dem Antrag des TVH auf Sondergenehmigung genau so wenig zu entsprechen wie seinerzeit beim ThSV Eisenach. Es wäre ansonsten durchaus möglich, dass von dieser Seite im Nachhinein noch Regressansprüche wegen Nichtgleichbehandlung zweier völlig identischer Sachlagen an die HBL heran getragen werden könnten!