Ich als Vereinsmeyer muss aber auch dazu sagen, dass viele Vereine mehr jammern als tun. Man muss eben irgendwo anfangen. Wenn man nicht im Kinderhandball Kinder ranholt, hat man 15 Jahre später auch keine ehrenamtlichen. Damit steht und fällt alles. Heutzutage kommen die Kinder nicht von selbst, man muss stattdessen zu den Kindern hingehen und Qualität liefern. Und dann fängt die Mundpropaganda an zu laufen.
Punkt 2: warum investieren enorm viele Vereine im Bereich Oberliga oder Regionalliga ihre Gelder in teure satte Möchtegern Profis und nicht in Trainer? Jeder Spieler der 500 im Monat bekommt ist ein guter Trainer den man nicht zahlen kann. Jeder Verein selbst verantwortlich!
Punkt 3: der leichteste Multiplikator sind FSJler. Kosten kaum was, haben den ganzen Tag Zeit und wenn man Glück mit der Person hat sprechen sie die Sprache der Kinder mit Charisma. Traut euch da ran.
Machen, nicht jammern!
Das Finanzielle ist in Vereinen gesetzlich klar und sinnvoll geregelt. Eine Zweckentfremdung der Beiträge für Spielergehälter würde ich niemandem empfehlen!!
Die Spielergehälter im Seniorenbereich kommen größtenteils aus Zuschauereinnahmen und Sponsorengeldern.
Ich habe mit einem Freund einen Verein gegründet nur für Jugendliche mit den Sparten Badminton, Handball, Judo und Segeln. Wir haben für alle nur den Minimalbeitrag nach DSB-Vorgaben genommen. In jeder Sparte wurden für die Trainer entsprechend der Qualifikation der Trainer und Trainerinnen Sonderbeiträge veranschlagt. Eine A-lizensierte Bundesliga-Badmintonspielerin kostete die 50 Jugendlichen damals 36 Euro Grundbeitrag zuzüglich 60 Euro Sonderbeitrag. Im Prinzip sensationell, wenn man überlegt, was alleine ein Court in einem Studio kostet.
Ich selber habe für den DEF-Bereich mit einigen Eltern nichts genommen.
Mein Kumpel aus SH stammend berechnete fürs Segeln inklusive Segelschein sagenhafte 60 Euro!
Aber find doch heutzutage mal Bekloppte, die sowas machen!
Hier wimmelte es jahrzehntelang von dutzenden Traditionsvereinen in der 3. - 5. Liga mit durchgehend höherklassig spielenden Jugendmannschaften in allen Altersstufen. Mittlerweile haben die kaum noch Mannschaften.
Ich kann deinen Optimismus nicht teilen, wenngleich ich dein Engagement schätze.
Leute in deinem Alter stehen heutzutage vor immensen Zukunftsherausforderungen (Klima, Rente, Krieg, Asyl, Wohnraum,...)
Für mich ist vollkommen klar:
Ohne eine tatsächliche Entlohnung geht da kaum mehr was.
Unterstützungsmodelle um verringerte Lebenschancen zu kompensieren, sind da dringend erforderlich.
Vielleicht müssen die Vereine tatsächlich über Sonderbeiträge für qualifizierte Trainer im Jugendbereich nachdenken. Vielleicht kann der Opa (beispielsweise ich selbst) den Sonderbeitrag fürs Enkelkind übernehmen.
Für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen oder Migrationshintergrund können solche Gelder meines Wissens sogar jetzt schon veranschlagt werden. Hier gab es in unserem Verein immer genug Solidarität aus der Kuchenkasse!!