Es wurden ja schon einige Einschätzungen zur Szene im Spieltagstread und auch in den sozialen Medien abgegeben. Die Ergebnisse der Einschätzungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Manche sind der Meinung die Aktion vorher war kein Foul, weil Kiesler steht und sich sogar mit der Hüfte noch wegbewegt während der Erlanger Angreifer mit seinem linken Bein einfädelt und den Kontakt sucht. Manche sind der Meinung eine rote Karte ist hier gerechtfertigt, aber mehr auch nicht. Manche sagen die Schiedsrichter haben hier richtig entschieden und die blauen Karte sei völlig gerechtfertigt.
Eine einheitliche Meinung wird es bei dieser Szene also - wie eigentlich immer - nicht geben. Aus meiner Sicht ist es weiterhin nicht nachvollziehbar, wie man trotz Sichtung der Bilder zu dem Ergebnis kommen kann, dass hier ein Kopfstoß von Kiesler und damit eine Tätlichkeit vorliegt.
Aber selbst wenn man diese Ansicht irgendwie vertreten könnte, stößt mir weiterhin vor allem sauer auf, dass hier die Provokation und die Schauspielerei seitens des Erlanger Spielers - wie so oft in solchen Szenen - lediglich einseitig zugunsten des Provokateurs entschieden wird.
Wie hier bereits schon jemand geschrieben hat, hat das "Opfer" mit der Aktion nichts zutun gehabt. Dennoch sprintet er aus der eigenen Hälfte in das Geschehen, aber nicht, um seinen augenscheinlich verletzten Mitspieler zu helfen, sondern er sprintet gezielt auf Kiesler zu und sucht dort den Konflikt. Was dort gesagt wurde, lässt sich wahrscheinlich nicht aufklären. Wer Kiesler jedoch kennt, der weiß, dass er zwar ein unbequemer Abwehrspieler ist, aber eigentlich nie in Rudelbildungen oder Nicklichkeiten involviert ist. Beide gehen mit den Köpfen aneinander und der Erlanger fällt theatralisch zu Boden. Geahndet wird die Aktion mit einer blauen Karte gegen Kiesler, während der Provokateur ohne eine progressive Bestrafung weiterspielen darf.
Ich möchte hier keinesfalls den Fußball generell als gutes Beispiel nennen, aber bei solchen Aktionen wird dort wenigstens auch der Provokateur mit einer persönlichen Strafe belegt (gelbe Karte).
In diesem Fall gab es aber nichts. So fördert man weiterhin das auch im Handball zunehmende provozieren und schinden zum eigenen Vorteil.