Entgegen der im Sommer angekündigten Veränderungen und der Vorbereitung mit einem kompletten Kader hat sich wenig bis nichts geändert. Das Spielsystem ist nicht variabel genug, Spieler werden nicht richtig oder gar nicht eingesetzt. Irgendwie ist der Biss und die Überzeugung der Spieler verloren gegangen, mit denen man in den letzten Jahren Spiele gedreht hat. Das kann doch nicht nur damit zu tun haben, dass sich für den nächsten Sommer ein Umbruch angekündigt hat.
Größte Baustelle ist mE nach die Mitte. Es wurde bereits angesprochen, Mensah spielt sie nicht nicht schlecht, aber zu sehr darauf bedacht, ein Ballverteiler zu sein, dass seine Stärke in der Dynamik und seinem Wurf nicht mehr zur Geltung kommt. Man hat es insbesondere gestern im Spiel gegen Ystad gesehen, dass unsere wurfstarken Halben aus der Dynamik heraus bessere Wurfchancen erhielten (und in Mensings Fall auch verwerteten). Das lässt sich alles mit dem schnellen Flensburger Handball der Vergangenheit verknüpfen, welchen wir
gerne weiter sehen wollen. Aber es muss mehr Variabilität in die Spielsysteme kommen.
Weiterhin darf der Einsatz des Personals kritisch gesehen werden. Warum spielt Röd gefühlt jedes Spiel den Hauptteil? Einarsson hat sich zuletzt gesteigert, ist aber seit der Rückkehr des Norwegers nur noch Lückenfüller. Semper kann man gar nicht beurteilen, was da vielleicht ist. Lindskog ist auch nur Zaungast, schlechter hätte er es gestern auch nicht machen können.
Dass Jakobsen zusätzlich noch ein Formtief von Außen hat und damit sichere Tore fehlen, passt ins Bild.
Die Frage ist, wie weitermachen? Ein ständiges "Weiter so" mit den schon oft gehörten Durchhalteparolen kann doch nicht der dauerhafte Plan sein. Es herrscht eine Verunsicherung, wie man sie lange nicht mehr in Flensburg spürte.