Beuger, deinen Ausführungen muss man aber auch widersprechen, denn Machulla hat durchaus auf dem System von Vranjes aufgebaut. Dies merkt man an den Auftakthandlungen (Kreuzen mit dem Kreisläufer, Auftakt Halb mit Außen zB). Das Kreisläuferspiel, welches bei Vranjes mehr auf Sperren für die Rückraumspieler und das Wegziehen für die Durchbruchsituation beruhte, ist, hat er in der Tat verbessert. Hier wurden mE auch Zachariassen und Toft Hansen nicht gut genug eingesetzt.
Vranjes Problem war mE die fehlende Flexibilität, was zu der Bezeichnung "Systemtrainer" passt. Hier passt auch die fehlende Integration von Spielern, die auch Stärken im Werfen aus dem Rückraum haben. Konnte Kaufmann noch einigermaßen integriert werden, scheiterte beispielsweise die Stärkung von Djordjic (wobei hier Fehler des Spielers einzubeziehen sind). Das machte das Flensburger Spiel nachher auch etwas ausrechenbar. Dies ist mE auch ein Grund für die verpassten Titel 2016 und 2017. Hier ist Machulla mit mehr Mut und Varianten an die Sache gegangen (5:1 Deckung, mehr Torgefahr über den Kreis). Auch lässt er seinen Spielern mehr Freiraum, Entscheidungen zu treffen, was zB Gottfridsson und Lauge sehr zu nutzen wussten. Daher glaube ich auch, dass ein Semper nach seiner Verletzung noch stärker wird. Ein Magnus Röd brauchte auch ein Jahr, bis er in der Liga Akzente setzen konnte.
In diesem Zusammenhang greife ich etwas aus dem Flensburger Fanforum auf, nämlich die zukünftige Besetzung des Rückraums. Aktuell ist man mit Gottfridsson (2025), Möller (2023), Sögard (2023) und Mensah (2022) sehr gut aufgestellt. Glaubt man den Spekulationen um eine Rückholaktion von Mensah nach Aalborg, ist eine Verpflichtung eines Sebastian Heymann durchaus etwas, was man ins Auge fassen sollte. Dessen Vertrag läuft auch bis 2022 und besitzt mehr spielerische Qualität, als ihm hier zugetraut wird. Hier ist ja auch die Frage, wie er eingesetzt wird, und da halte ich Machulla für wesentlich weiter als Mayerhoffer. Außerdem hat er den Vorteil, sehr gut in der Abwehr spielen zu können. Das bietet mehr Varianten, das schnelle Spiel über die 2. und 3. Welle aufzuziehen, da Flensburgs Aufbauspieler alle Abwehr spielen können.
Was aber ebenso wichtig ist, Gottfridsson muss mehr entlastet werden. Hier müssen mehr Alternativen geschaffen werden, was nur über Praxis geht. Holpert scheint man die Rolle nicht zuzutrauen. Allgemein darf man sich gerne fragen, was Flensburg mit einer Jugendakademie will, wenn man doch keine Spieler in der ersten Liga bei Flensburg auflaufen. Entweder sind die Trainingsmethoden falsch oder die Spieler erhalten einfach nicht früh genug Verantwortung und Praxis. Das wird tatsächlich in den skandinavischen Ländern besser gemacht.