Alles anzeigenGebe ich dir mal meine Antwort drauf. Der deskriptive empirische Befund deiner spontanen immanenten Kreuztabelle ist keineswegs unmittelbar kausal interpretierbar. Ich könnte dir da reichhaltige Dinge mitteilen, die zu diesem Ergebnis führen. Weiterhin nur die triviale Falsifikationsthese: Vielleicht wären ohne die Regeländerung die deutschen Spieler sogar noch zweikampfschwächer insbesondere in der Abwehr. Wenn du als Jugendtrainer die unsäglichen Hackenamkreistrainer erlebt hättest, wüsstest du wie unflexibel Generationen deutscher Talente waren. Ein Regelkonzept formt sicher alleine keine guten Weltklassespieler. Das größte Hindernis in der deutschen Ausbildung ist bei der zur Verfügung stehenden Masse, die zu geringe Durchlässigkeit des Systems.
So hat beispielsweise Erik Wudtke nie in irgendeiner Jugendauswahl gespielt, weil er erst mit 14 vom Fußball zum Handball kam und schon nach einem Jahr Ausbildung in Aachen im Mittelrhein der Beste seines Jahrgangs war.
Meines Erachtens leidet das Förderungssystem in Deutschland unter unkreativen verfrühten Selektionsmechanismen.
Die Färöer sind das beste Beispiel. Lass die Hallen rund um die Uhr offen, setze die richtigen Impulse und es entwickeln sich Instinkthsndballer.
Deutschland leidet unter dem Überangebot an Jugendlichen, deren Potenzial nicht so richtig entwickelt wird.
Meine Alternativthese: Ohne Regeländerung wäre der Abstand noch größer.
Verstehe viele Punkte und unterschreibe die allermeisten auch.
Lediglich deine Konklusio kann ich nicht mitgehen.
Das Problem ist die Trainerqualität, ja. Ich kann dir aber sagen, dass im Breitensport Bereich auch in Skandinavien längst nicht nur Gold rumhüpft auf den Trainerbänken. Und da funktioniert es auch mit der defensiven Abwehrregel (oder sogar noch besser). Ich glaube, dass sich deutsche Trainer schon weiterentwickelt haben in den letzten Jahrzehnten und würde ihnen daher zutrauen und es wagen, wieder mehr Defensivität im Jugendhandball zu erlauben.