Beiträge von Beuger

    Hannings Mannschaften haben schon immer in kurzer Zeit eine rasante Entwicklung gezeigt. Egal wo er gearbeitet hat. Genau das ist es, was eine Nationalmannschaft braucht.

    Für Olympia kommt es aber vielleicht etwas früh bzw ist zu riskant.

    Für den nächsten Olympia Zyklus inklusive Heim WM wäre es glaube ich eine sehr gute Lösung.

    Alfred Gislason ist ein Glücksfall für den DHB, die meisten der Vereine und Länder würden ihn sofort einstellen wenn er frei wäre und bereit dazu. Man möchte selbst das beste Turnier seit 2016 kleinreden, aber Ja mit den U 21 Spielern wäre man natürlich Europameister geworden. Kaum Bundesligaerfahrung und praktisch keine auf hohen internationalen Niveau, überwiegend nicht mal bei den besten Mannschaften in der Bundesliga aber die EM hätten sie natürlich gerockt.

    Es ist nicht das beste Turnier seit 2016. 2019 war unterm Strich besser. Diesmal haben wir vier Mal verloren und ein Unentschieden. 9:9 Punkte wenn man so will.

    2015 wurde Deutschland gegen Katar schlicht und einfach rausgepfiffen.

    2017 hat Deutschland die beste Vorrunde aller Mannschaften gespielt, auch im Achtelfinale nicht schlecht, aber das Spiel war unter keinem guten Stern.

    Die Spielkultur war in allen drei Turnieren eine völlig andere als jetzt.

    Wenn man nur aufs Ergebnis schaut, sieht man das natürlich auch.

    Die Franzosen in Paris vor eigenem Publikum zu schlagen wird eine Herkules-Aufgabe. Frankreich hat die Heim-Weltmeisterschaften 2001 und jeweils 2017 gewonnen. Und mit diesem Finalsieg gegen die Dänen im Rücken werden die Franzosen noch mehr Selbstvertrauen haben. Es wäre schon ein Statement gewesen wenn Dänemark zwei Finals in Folge gegen Frankreich gewonnen hätte. Das hätten die Franzosen dann auch im Hinterkopf gehabt. Das ist Dänemark aber nicht gelungen. Ich kann mir sowieso nicht erklären wieso Dänemark keine EM mehr gewinnen kann.

    Frankreich war deutlich stärker als vor einem Jahr, während bei Dänemark nicht wirklich eine Weiterentwicklung zu sehen war.

    Mit viel Glück und mehr als durchwachsenen, unkonstanten Leistungen 4. Platz. Das ist das nüchterne Ergebnis.

    Man kann sich das schön reden, man muss es aber nicht.

    Positiv ist für mich, dass die Mannschaft insbesondere in der Abwehr phasenweise Leistungen gezeigt hat, die ich ihr nicht zugetraut hab. Dazu zählen Phasen gegen Frankreich, die zweite Halbzeit gegen Ungarn, die erste Halbzeit gegen Dänemark und Phasen gegen Schweden.

    Positiv ist außerdem, dass Köster eine starke Entwicklung gezeigt hat. Zu guter Letzt ist positiv, dass Gislason Kohlbachers Stärke in der Abwehr zum Ende des Turniers erkannt und zielgerichtet eingesetzt hat.

    Negativ ist, dass die Mannschaft wahnsinnig unkonstant gespielt hat, dass ich im Angriff keine moderne Spielidee gesehen habe, dass man es nicht geschafft hat, auf widrige Umstände oder Umstellungen der Gegner zu reagieren und dass Gislasons Ideen oft aus der Not herausgeboren waren anstatt planmäßig und zielgerichtet eingebaut.

    Alles in allem wäre meine Entscheidung als Verband, bis einschließlich Olympia mit Gislason weiterzumachen, für den Angriff aber entweder Wuttke wesentlich mehr Verantwortung zu geben oder aber einen anderen Co Trainer mit diesem Aufgabenbereich zu installieren.

    Wie gesagt, das ist die Sichtweise nach Ende der Spiele. So gesehen kann man sagen: alles richtig gemacht.

    Aber Teil der Wahrheit ist halt auch, dass beide Spiele durchaus hätten anders enden können. Es gab keine Garantie, dass die Spiele in die Verlängerung gehen.

    Das stimmt, aber Torhüter der Qualität Nielsen Landin Palicka kann sich Frankreich eben im Moment nicht backen.

    Das haben sie aber über bessere Feldspieler Qualität als Dänemark und Schweden ausgeglichen.

    Bellahcene hat in den beiden Spielen nicht schlecht gehalten, aber eben auch nicht sehr gut.

    Die Fußballer haben bei so einer Meisterschaft aber bestenfalls alle 4 Tage ein Spiel. Somit sind zwischen Reisetag und Spieltag immer mindestens 2 volle Tage übrig. Beim Handball in der Regel genau 0...

    Ich finde, eine Strecke wie Köln Frankfurt müsste trotzdem zumutbar sein.

    Ich fand Frankreich im Feld gestern die relativ deutlich bessere Mannschaft. Dänemark hatte die viel besseren Torhüter. Das ist zwar ein Teil des Spiels, aber wenn wir über die Leistung der Feldspieler reden, was wir ja tun, dann muss ich sagen, dass ich Frankreich zwischen fünf und zehn Toren besser fand und das ist für ein Finale dann schon reichlich deutlich.

    Medial magst du vielleicht recht haben. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die 2007er WM nahbarer war. Mehr Standorte, Merchandising, Events drumherum wie zB öffentliches Training.

    Von daher hat mich 2007 emotional deutlich mehr gefesselt.

    Das ist ein gutes Argument. Mehr Standorte würde ich mir für 2027 auch wünschen. Ich sehe zum Beispiel nicht, warum eine ganze Hauptrundentgruppe in einer Stadt stattfinden muss. Das waren schon extrem viele Spiele.

    Die Fußballer fahren bei so einer Meisterschaft auch immer für ein Spiel durchs Land.

    P.S. Was mach ich jetzt abends?

    Das geht mir auch so. Mich hat diese Euro mitgenommen wie noch nie eine Meisterschaft zuvor. Der Handballsport entwickelt sich in eine sehr attraktive Richtung. Dazu war das Turnier bombig organisiert. Danke an alle, die das ermöglicht haben.

    Mir persönlich wird der Begriff "Belastungssteuerung" etwas zu oft verwendet. Bei eigentlich zu erwartender Regelanwendung hätten sie im Halbfinale gegen Schweden den Platz als Verlierer verlassen. Der Begriff "Steuern" impliziert für mich jedoch eine Kontrolle über das Geschehen, ohne Gefahr zu laufen, das Ziel nicht zu erreichen.

    Auch das gestrige Spiel war alles andere als ein Selbstläufer. Die Sicherheit des Sieges kam erst mit der Verlängerung.

    Nüchtern betrachtet hätten sowohl Halbfinale als auch Finale mit einer Niederlage enden können. Ich bin mir nicht sicher, ob man dann immer noch die Belastungssteuerung hervorgehoben hätte.

    Du musst aber bedenken, dass Frankreich in beiden Spielen einen relativ deutlichen Torhüter Nachteil hatte. Das spricht umso mehr für die Leistung der Feldspieler.

    Zudem haben sie beide Verlängerungen gewonnen, auch das ist ein Zeichen für gute Belastungssteuerung.

    Wenn man nur das Finale betrachtet waren die Franzosen klar besser. Besser in der Abwehr. Vorne besser zusammengespielt. Besser die Außen oder den Kreis eingesetzt. Die Einzigsten die Dänemark am Leben gehalten haben waren die Torhüter und die sind nunmal mitentscheidend. Die Dänen mit vielen Einzelaktionen und irgendwann haben sie ihr Pulver verschossen. Die Franzosen waren viel spielstärker, viel mehr gute Spielzüge.

    Hundert Prozent. Mit getauschten Keepern werden es mindestens zehn Tore

    Das hat mich an die Zeiten von Dinart und Co. erinnert wo die Franzosen hinten heraus aufgrund ihrer physischen Stärke einfach noch den Tick mehr zuzusetzen hatten. Diese Physis ist einfach brutal. Prandi ist auch so eine Maschine, aber auch spielerisch sehr stark. Sie gewinnen sogar das Finale obwohl Mem lange überhaupt kein Faktor war. Das muss man sich mal vorstellen. Gidsel und Pytlik wirkten dann auch ziemlich platt auf mich. Viel Sprit war da nicht mehr im Tank um sich gegen diese Wand immer wieder durchzukämpfen.

    Ja. Wie von vielen hier vermutet, hat sich Frankreichs Belastungssteuerung über das ganze Turnier bemerkbar gemacht. Sie haben auch mit etwas mehr Freude und Leuchten in den Augen gespielt als die Dänen. Das macht sich auf diesem Niveau noch einen Unterschied.