"Trainer haben durch das Pfeifen im Training so viel Routine, dass die Schiedsrichter das nicht aufholen können." Dem Satz kann ich nur widersprechen! Das Training sind in der Regel einzelne, in sich abgeschlossene und zeitlich begrenzte Übungen in denen Mannschaftskameraden "gegeneinander" spielen. Das ist doch nicht ansatzweise zu vergleichen mit 2x 30 Minuten durchgehender Konzentration auf das Spielgeschehen zweier Mannschaften, die in einem echten Wettkampf gegeneinander antreten - mit allen den kleinen versteckten Aktionen und Nickligkeiten. Ich würde behaupten, dass ich Dir spontan locker 20 bis 30 User in der Handballecke nennen könnte, die als Schiedsrichter-Laien 90% der Entscheidungen auf dem Feld richtig treffen würden - und auch Michael Roth oder Martin Schwalb könnten das sicherlich. Aber die übrigen 10%, die eine genaue Regelkenntnis und eine aufgabenspezifische Wahrnehmung erfordern, sind es, die erfahrene Schiedsrichter dem vorgenannten Personenkreis voraushaben.
Bei (Nachwuchs-)Spielern wird stets darauf hingewiesen, dass Wettkampfpraxis niemals durch Training wettgemacht werden kann, aber zwei ehemalige Bundesligatrainer denken, dass ihr Herumgespringe an der Seitenlinie und ein paar Pfiffe im Training, die Wettkampfpraxis von langjährigen Schiedsrichtern übertreffen - zumal viele Schiedsrichter selbst langjährige Erfahrungen als aktive Handballer haben. Da überschätzt Michael Roth meiner Meinung nach seine Fähigkeiten.
Die meisten Bundesliga Clubs spielen pro Training während der Saison wirklich viel auf zwei Tore. Phasenweise mit Unterbrechungen bis zu einer Stunde. Unter Druck, richtige Entscheidungen zu treffen, stehen sie als Coaches auch. Das geht sich schon aus.