Beiträge von Beuger

    Seit dem tragischen Tod ihres Torhüters ist Porto längst nicht mehr so souverän Meister geworden und hat auch in der Champions League die Erwartungen nicht mehr erfüllen können. Im Verein in Porto war man deswegen schon seit Längerem etwas unzufrieden und es gab auch menschlich nicht nur einfache Zeiten.

    Klar gerne.

    Eine kurze Methodik und Korrekturhinweise.

    Kurzer Theorieteil. Regelbezug, Regel 8:2. "Es ist nicht erlaubt, in den Gegenspieler hineinzurennen oder -springen". Ich benutze dafür gerne die "Tür-Metapher". Ist die Tür offen, ist es kein Stürmerfoul. Ist die Tür zu, ist es eines. Oder anders gesagt: "Willst du durch den Gegenspieler durch oder an ihm vorbei? Wenn du durch ihn durch willst, ist es Stürmerfoul".

    Denkt man eine Ecke weiter, ist das Herausholen eines Stürmerfouls die sauberste Form des Verteidigens. Schließt man diese "Tür", hat man antizipiert, wo der Gegenspieler hingeht. Man hat vor ihm den Raum besetzt und meistens war es kein Zufall oder 50/50-Hoffnung, sondern bereits am Anfang der Verteidigungsaktion durch geschicktes Stellungsspiel in die Wege geleitet. Für das Herausholen eines Stürmerfouls muss sowohl der Abstand zum Gegenspieler als auch das seitliche Verhältnis stimmen. Stimmt eines von beiden nicht, ist es kein Stürmerfoul mehr.

    Dazu kommt, dass Abwehrspieler, wenn sie das Ziel haben, ein Stürmerfoul herauszuholen, in aller Regel ihre Abwehraktion in letzter Sekunde ändern können, sollten sie merken, dass ihr Plan nicht aufgeht - denn ihre Stellung ist ja, wie oben beschrieben, die sauberst mögliche, oder dann immer noch ziemlich nahe dran. Sie können also bis zum Ende ihre Hände benutzen, wenn es nötig wird, weil sich die Situation etwas anders entwickelt hat als vermutet. Oft beginnt es mit einem Plan, ein Stürmerfoul zu schinden, endet aber in einem Schrittfehler vom Angreifer, weil er unter regelwidriger Benutzung eines vierten Schritts der Stürmerfoulgefahr aus dem Weg gehen will.

    Jetzt zur Methodik.

    Wir fangen an mit einem Parteiball-Spiel. Das Ziel ist der Mittelkreis. Die angreifende Mannschaft versucht, den Ball im Mittelkreis abzulegen. Bei Ballbesitzwechsel müssen drei vollständige Pässe egal wo auf dem Feld gespielt werden, dann darf man den Ball ablegen. So hat man auch noch ein wenig Umschaltspiel mit drin. Es eignet sich am besten im fünf gegen fünf, aber auch 4-4 oder 6-6 geht gut. Ball im Mittelkreis ablegen gibt wie gesagt einen Punkt, aber ein Stürmerfoul rausholen auch. Hinweise an die Spieler: Ziel ist es, dass kein Gegenspieler an euch vorbeikommt. Bleibt immer zwischen Mittelkreis und Gegenspieler. Tretet einen Schritt auf ihn heraus, deine beiden Nachbarn stellen sich schräg hinter dich. Nebeneffekt: Erlernen von Dreiecken (ist aber auch ohnehin wichtig für das Stürmerfoul).

    Zweitens. Wir gehen ins eins gegen eins ohne Prellen auf engem Raum. Zusatzregel: Der Angreifer MUSS den Ball in hohem Speed fangen und DARF KEINE Körpertäuschung machen, sprich er muss an der Seite am Abwehrspieler vorbei, in die seine erste Bewegungsintention geht. Hinweise an den Abwehrspieler: Zwing ihn unterbewusst zu einer Seite und mache dann aktiv in einer Diagonalbewegung diesem Raum zu.

    Funktioniert das gut, wird zuerst die zweite und dann die erste Zusatzregel gestrichen.

    Danach: Drei gegen drei mit Außen, Halb und Mitte auf engem Raum mit Zeitbegrenzung.

    Abschlussspiel: Stürmerfoul rausholen gibt einen Bonusangriff nach dem folgenden Ballbesitz.

    Und zum Abschluss noch mein Lieblingshinweis für alle Abwehrspieler, die ein Stürmerfoul rausholen wollen: Zwei Sachen muss man ganz speziell beachten.

    1. Den Anlaufspeed vom Angreifer. Je schneller man ist, desto schwerer kann man die Richtung wechseln, desto anfälliger ist man also für ein Stürmerfoul. Es lohnt sich normalerweise nur dann, auf Stürmerfoul zu gehen, wenn der Angrifer schnell zum Tor rennt. Dafür lohnt es sich dann aber richtig. Ausnahmen bestätigen die Regel.

    2. Schau in die Augen vom Angreifer kurz bevor er den Ball fängt. Schauen die Augen zur Seite, nimmt er dich nicht wahr. Solange das der Fall ist, geh ihm immer weiter entgegen, Wenn er nach vorne läuft, aber zur Seite schaut, wird er ein Stürmerfoul machen. Sobald er dich sieht, täusche noch einmal kurz an, richtig draufzugehen, und lass dich dann zwei Schritte fallen. Dein Gegenspieler wird rückwärts laufen oder stehenbleiben. Stellungsvorteil geht an dich.

    Viel Spaß!

    Eine Frage an Fachkundige. Ich bin in der kommenden Saison einige Zeit im europäischen Ausland unterwegs. Wo finde ich die Regelungen der Übertragung der Bundesliga dorthin? Gibt es einen anderen Anbieter, über den man in dem Fall alle Spiele sehen kann? Wohin wird DYN ausgestrahlt geogeblockt?

    Ich persönlich glaube, dass sich Appelgren zurücknehmen wird. Er war viel verletzt, hat noch einen langen Vertrag (höher bezahlt werden wird er in seiner Karriere wohl nicht mehr) und wird nach diesem Vertrag nicht einen höheren Schritt auf der Karriereleiter gehen können. Er wird als "elder statesman" fungieren und vielleicht noch das ein oder andere Mal in der entscheidenden Phase sein Können unter Beweis stellen. So meine Prognose.

    Eine andere Möglichkeit für Kolstad wäre aber natürlich, den Spielern das Geld weiter zu bezahlen, aber dafür ein bis zwei Akteure per sofort abzugeben. Natürlich versuchen sie es erstmal über die andere Variante, aber es würde mich nicht überraschen, wenn es so kommt. Magdeburg zum Beispiel sucht sich noch einen Rückraumspieler, Berlin vielleicht auch.

    Die meisten Forumsteilnehmer hier werden normalerweise nicht in der Nationalmannschaft spielen. Sie können in diesen Turnieren also nicht "selber gar nichts reißen". Das ist wirklich von dir eine unglaublich weit hergeholte Nationalargumentation

    Was hat denn die eigene Nationalität damit zu tun? Ich als deutscher bin bei den Turnieren grundsätzlich weder für noch gegen die deutsche Mannschaft. Ich bin meistens für den, der schöneren Handball spielt.

    Quatsch! Sander ist doch aus rein sportlichen und ideellen Gründen gewechselt.:irony:. Ihm war doch wichtig, dass er in Kolstadt was großes Bewegen kann, so dass er die einmalige Chance nutzen musste…

    Ich glaube tatsächlich, dass ideele Gründe einen Teil seiner Entscheidung ausgemacht haben. In seiner Heimatstadt Champions League zu spielen war bestimmt reizvoller für ihn als für Ronaldo in Arabien

    @Obotrit:

    Nuvolo hatte auf Basis seiner persönlichen Erlebnisse die Frage in den Raum gestellt, wie Gisli Kristjanssons Performance im Finale möglich war. Entscheidende dafür sind aus meiner Sicht Schmerzmittel. In manchen Sportarten wäre das in dieser Form nicht zulässig, aber im Handball ist es erlaubt und somit regeltechnisch in Ordnung. Insofern war meine Aussage wertungsfrei - auch wenn Du es anders interpretierst.

    Ich gehe davon aus, dass der Spieler, der Trainer und die medizinische Abteilung ihn nicht leichtfertig aufs Spielfeld gelassen haben, sondern die Chancen und Risiken abgewogen haben. Ich könnte sogar verstehen, dass er bereit gewesen wäre für den möglichen Triumph ein erhöhtes Risiko für seine langfristige Gesundheit in Kauf zu nehmen.

    Magdeburg Fans interpretieren hier leider zu oft eine Missgunst gegenüber ihrem Verein in einen Beitrag hinein und fühlen sich davon dann persönlich angegriffen. Musste ich auch schon oft genug erleben.

    Natürlich hat er von Pytlick extrem profitiert, da er als quasi reiner Scorer die Lücken einfach gut genutzt hat. Aber das wird auch seine Aufgabe in Kiel sein. Das kann er. Und da hat er ja auch Mitspieler, die Handball spielen können.