Beiträge von Beuger

    Ich würde bei AG nicht so weit gehen, dass er den Medien nach dem Mund nominiert. Lassen wir doch mal Revue passieren:

    * Dagur Sigurdsson waren Medien und Meinung egal - damals hat keiner etwas erwartet, er hat sein Ding durchgezogen, er hat unkonventionell nominiert, er wurde Europameister

    * Christian Prokop stand von Beginn an unter Druck mit der ganzen Geschichte seiner Verpflichtung und mit den Erfolgen seines Vorgängers - er wusste auch, was er wollte, hat entsprechend nominiert, hatte keinen Erfolg und war damit der große Verlierer

    * Alfred Gislason profitiert von einem Ruhm/Ruf wie keiner seiner Vorgänger, wann hatte GER zuletzt einen Bundestrainer mit so einer Vorgeschichte bei Amtsantritt? - er hat die gleichen Einschränkungen bei der Auswahl zur Nominierung, trifft eine Entscheidung - nur jetzt heißt der allgemeine Tenor "was soll er machen, sind halt keine besseren da"

    Ganz ehrlich - ich tue mich insgesamt sehr schwer mir eine Meinung zu bilden. Aber ich habe durchaus den Eindruck, dass hin und wieder Äpfel mit Birnen verglichen werden, was die Ausgangssituation, die Erwartungen und die "credits" angeht.


    Du hast recht, dass die Ausgangslagen unterschiedlich sind. Dennoch habe ich bei Gislason das Gefühl, dass er jungen Spielern sehr wenig vertraut. Er setzt unabhängig von der Form einfach immer auf die gleichen Pferde, auf die gut bezahlten Arrivierten. Auch sein Coaching finde ich schwach, seine Auszeiten sind beinahe schon grotesk nichtssagend. "wir müssen mehr äh äh... Abwehr Jungs, das kann nicht sein", oder so ähnlich :lol: insgesamt spielen die deutschen einen soliden Stiefel, aber ohne Überraschungsmomente und leicht auszurechnen. Gislason lässt die gleichen taktischen Systeme spielen wie in Kiel, was sehr schwierig ist, weil er ein völlig anderes Spielermaterial hat. Er lebt bislang nur von seiner Aura, nicht von konkreten Errungenschaften als Bundestrainer. Und die Medien springen auf diesen Zug auf und liefern die Message "Gislason hat alles gewonnen, der kann kein schlechter Trainer sein". Was ja bis zu einem gewissen Punkt auch stimmt, aber dennoch überzeugt er mich bisher als Bundestrainer nicht wirklich. Die WM war katastrophal, die Olympia Quali passabel, aber auch der absurden Schwäche von Vranjes' Slowenien geschuldet. Mal sehen, wo die Reise hingeht.

    Aber alles keine Spieler die sich auf diesem Niveau aufdrängen würden. Man sollte jetzt nicht so tun als wenn Gislason aus einem Meer an Rückraumklasse die Pfeiffen rausgesucht hätte. Deutschland ist da einfach in Spitze und Breite nicht so gut aufgestellt, vor allem durch die Verletzungsprobleme halbrechts und Mitte nochmal verstärkt.


    Er hat überspielte, satte Spieler ausgewählt, die eine sehr schlechte Saison hinter sich haben. Das finde ich durchaus riskant. Meines Erachtens nach nominiert Gislason seit er im Amt ist ein wenig den Medien nach dem Mund.

    Beuger

    Stimmt. Mahe glüht manchmal durch. AG hätte das aber im Griff;)

    Es wäre halt schön eine Alternative zu haben. Mir tun Weinhold, Weber und Drux leid. Ich glaube die Drei sehnen sich nach Unterstützung von ihren Berufskollegen ;)


    Ernst, Michalczik, aber auch Wagner wären interessante Alternativen gewesen, mit denen man für einen Überraschungsmoment hätte sorgen können.

    Andreas Palicka liefert bei dem Turnier mal wieder einige Argumente für den Status als zweitbester Torwart der Welt. Streitet sich wohl mit Perez de Vargas um diesen Platz. Aber auch der ägyptische Torwart Hendawy gefällt mir das ganze Turnier über schon gut. Dass er nur bei Pelister spielt, ist für mich verwunderlich.

    Kentin Mahe als B-Jugendspieler zum besten Spieler des A-Jugend FF in Rheinhausen gewählt, war dem deutschen Sichtungswesen (KDP) zu klein. Das war im Mittelrhein ein heiß diskutiertes Thema. Danach ging es nach Frankreich und dann macht er vorgestern die entscheidenden Hütten gegen uns. Das tut immer noch weh.

    Dormagen: Mahe, Ernst, Suton, Stutzke, Maldonado


    Mehr RM kann ein einzelner Stützpunkt nicht entwickeln. Dazu im Umkreis Witzke, Drux, Kühn

    Stutzke wäre auch eine Möglichkeit ...


    Lieber Nuvolo, ich schätze deinen Handballsachverstand wirklich sehr, würde dich als einen der kompetentesten Schreiber hier im Forum einordnen und kann auch einen eventuellen Lokalpatriotismus gegenüber Dormagen verstehen. Aber nicht nachvollziehbar finde ich deine Einschätzung gegenüber Mahe. Seine Preller, seine unberechenbaren Laufwege (häufig auch für Mitspieler) verändern den Spielstil seiner Teams häufig zum Negativen. Sein Ziel: durch schick aussehende individuelle Aktionen glänzen. Dem ordnet er alles unter, oft nicht zum Wohl seines Teams. Machulla wusste, warum er ihn aussortiert hat.

    Deine Kritik am deutschen Sichtungswesen teile ich dennoch zu 100%.

    Die Schiedsrichter finde ich sehr gut. Vorgestern auch schon. Schmeißen nicht mit unnötigen zwei Minuten um sich und lassen mal was laufen, ohne dass das Spiel dadurch zu brutal wird. Bin ich aus der Champions League von den beiden eigentlich gegenteilig gewohnt.


    Genauso ist es, und deswegen stimmt das "da muss man nicht diskutieren" von Capitano in der Tat, allerdings gegensätzlich zu seiner Wahrnehmung.

    Mal grundsätzlich, mich kotzt das Rumgeheule von deutschen Experten gegenüber Schiedsrichterentscheidungen so unendlich an. Gerade ein Pascal Hens, der bereits das ein oder andere Mal durch harte Regelunkenntnis aufgefallen ist, kommt ständig mit einem mimimi um die Ecke, wenn er seine geliebten deutschen Teams benachteiligt sieht. Objektive Einordnung von Situationen kann man leider nicht erwarten und das ist dann leider das Narrativ, was in den Medien verbreitet wird.

    Rheiner: Angeblich bist Du regelkundig. Die Linie gehört zum Kreis, das Basiswissen solltest Du drauf haben. Er verkürzt dadurch den Laufweg, ergo ist die Entscheidung Stürmerfoul falsch. Da kann man auch nicht drüber diskutieren.


    Ich muss Rheiner recht geben. Die Regelauslegung ist eindeutig so, dass ein Berühren der Linie NICHT als Abwehr im Kreis zählt. Das wird mittlerweile auch überall so geschult. So etwas halte ich für Fachwissen, das engagierte Handballfans haben sollten.

    Ich fand die Schiedsrichterentscheidungen zum Schluss völlig nachvollziehbar. Clever verteidigt. Der einzige Pfiff, mit dem ich nicht konform gehe, ist der 7m für Spanien wegen Abwehr durch den Kreis, aber das entscheidet das Spiel nicht.

    Unterm Strich war für mich Weinhold der beste Deutsche, tolle Dynamik und Entscheidungen, viel Verantwortung, intelligente Abwehraktionen.

    Defensiv Spanien über jeden Zweifel erhaben, ihre antizipative Abwehr sucht ihresgleichen.

    Solche Sätze aus dem Munde eines SGFH Fans zu hören, ist bei deren Etat von >5 Mio (stimmt doch, oder?) wohl nur als Realsatire anzusehen. Zumal in Flensburg das Argument "Tolle Stadt" ja auch noch weg fällt - warum geht man eigentlich dort hin?


    Da kann ich dir ein paar tolle Argumente aufzählen.
    1. Spitzentrainer
    2. Beachtliche Entwicklung zahlreicher Spieler in den letzten fünf Jahren
    3. Chance auf Titel trotz deutlich geringerem Etat als Kiel
    4. Familiäre Atmosphäre in der Halle sowie im Verein
    5. Heimatnahe Anlaufstelle für skandinavische Spieler

    Denke, das sollten Gründe genug sein, auch unabhängig von der lebenswerten Stadt Flensburg :)

    Also zum einen: Mir gefällt die Dienstbekleidung in der Firma in der ich nächsten Monat anfange in einem Details nicht. Nur: Lohnt es sich dagegen vorzugehen? Ich denke nicht. Weder als neuling noch als jemand der 40 Jahre dabei ist. Mag sein, dass der Vergleich nicht 1:1 übertragbar ist, aber ich betrachte Trikots schon als Dienstbekleidung für Handballerinnen


    Bloß dass der "Arbeitgeber" dieser Sportlerinnen nicht die EHF oder IHF ist, sondern der norwegische Verband.
    Mal wieder peinlich, wie sich Handball Verbände in den Medien präsentieren. Man könnte die sicherlich alten Herren ja mal bitten, mit einem kurzen Badehöschen ein Fernsehinterview zu geben.