Beiträge von Beuger

    Wer wäre denn der große Wurf? Die Frage ist doch auch immer wer verfügbar ist. Wen hat denn Berlin nicht in den letzten Jahren schon alles im Rückraum probiert. Es ist ohnehin erstaunlich, dass man einerseits immer auf klamme Kasse macht und sich andererseits (vorübergehend) einen Kristopans leisten kann, der dann nach Berlin geht oder einen Lasse Andersson aus Barcelona loseit. Mit der deutschen Elite der Rückraumspieler hat man auch nicht gerade ein glückliches Händchen bewiesen. Simon Ernst ist dauerverletzt und ob Michalczyk den nächsten Schritt machen kann, wird man sehen. So gesehen ist Philip Weber der verlässlichste deutsche RL/RM, den du (noch dazu ablösefrei) vom Markt bekommen kannst. Das Versprechen in die Zukunft ist Juri Knorr.

    Die erste ausländische Garde in ihrer Blütezeit geht nicht zwingend in die HBL (mit Ausnahme von Sagosen in Kiel). Vielmehr entwickeln sie sich in der Liga (z.B. Röd und Sjögard) oder kehren zurück, wenn es woanders nicht klappt (Lagarde, Andersson).

    Von daher ist es für jeden HBL-Verein eine Wundertüte, wen es in 1-2 Jahren vom Markt akquirieren kann.


    Naja, mit wem vergleichst du Weber? Der Mann wird 29, somit in seinen besten Handballerjahren. Du vergleichst ihn mit wesentlich jüngeren Spielern, die somit deutlich mehr für die Zukunft zu bieten haben. Weber bietet kaum noch Luft nach oben gegneüber seinen aktuellen Leistungen.

    Darum läuft ja alles darauf hinaus wie das Team 2022/23 aussieht. Bezjak, Damgaard, O`S. kriegen wir nie und nimmer adäquat ersetzt, einen Bezjak 1:1 auch nicht, also werden wir sehen was das dann wird. So lange alle 3 noch da sind und Damgaard, so Gott oder Träner will (aber bei uns ist das eh dasselbe) auch mal wieder mitspielen darf, sollten wir wenigstens 1 Jahr lang nicht schlechter werden, evtl. auch etwas besser.
    Weber ist ein Baustein, nicht das ganze Fundament.

    Das will ich für euch hoffen, dass er nicht das ganze Fundament ist. Einen Teil der drei Vertragsausläufer sollte man schon halten, wenn möglich zwei. Euer Trainer sagt doch immer, dass er tolle Beziehungen nach Dänemark hat. In jedem dänischen Club der oberen Tabellenhälfte gibt es sicherlich Spieler, die mit einem alternden Bezjak zumindest nach einer Eingewöhnungsphase mithalten können. Berlin hat es mit Holm ja vorgemacht.

    Na ja, klar gucken wir immer nach Berlin, aber ob die mit Holm, Andersson, Michalczik und Wiede nun per se besser sind weiß ich nicht oder habe ich jemanden vergessen?


    Die sind nicht unbedingt stärker als die Rückraumspieler des SCM aktuell, aber wenn die drei Top Leute in Magdeburg gehen, wird es eine Aufgabe, die so zu ersetzen, dass das dann an Berlin rankommt. Weber... Ist okay, aber nicht der große Wurf, wenn es für die Zukunft sein soll.


    Wie gesagt. Alle 3 laufen 2022 aus und Weber war jetzt vakant. Also musste man zuschlagen. Interessant wird es 2022.


    Jo, aber dann braucht es auch bessere Spieler als Weber, um das Niveau zu halten. Da sind zum Beispiel die Berliner für die Zukunft besser aufgestellt, wenn man davon ausgeht, dass eure drei stärksten Spieler gehen.


    Du siehst das ja teilweise noch kritischer als ein kritischer SCMer. Respekt! Wir sind von Externis eher gewohnt zu hören, dass wir doch bitte mal mit dem zufrieden sein sollen was wir haben. :lol:


    Weiß ich nicht, ob ich das kritischer sehe. Weber finde ich schon einen guten Spieler, so sollte sich das nicht anhören. Aber mit Damgaard, Bezjak und O'Sullivan braucht ihr euch definitiv nicht zu verstecken, was die Leistungsspitze angeht. Die drei sind für mich Top 15 bis zumindest Top 20 Bundesliga Rückraumspieler, und das kann ich von Weber einfach noch nicht behaupten. Damgaard muss, sofern er fit ist, auf jeden Fall mal wieder eine größere Rolle bekommen.

    Dann ist der Wechsel von Weber nach MD völlig unverständlich. In Leipzig Stammspieler und in der Nationalsieben meistens auch. Und jetzt in MD Ergänzung?Dann hat er seine Erwartungen aber arg runtergeschraubt.


    Ich weiß natürlich nicht, was seine Erwartungen sind. Das war meine Einschätzung zu seiner Leistungsfähigkeit. Damgaard, Bezjak, O'Sullivan (wegen der Deckung) sind insgesamt meiner Meinung nach auf jeden Fall vor Weber. Kristjansson ungefähr gleichauf, aber er konnte in Magdeburg schon überzeugen, Weber muss das erstmal. Es wird auf jeden Fall hart für ihn, wenn alle fit sind, auf viel Spielzeit zu kommen.


    Ein Spieler wie er muss als Nr. 1 irgendwo spielen spielen spielen. Ich denke dann wird er in Stuttgart auch zünden. Jedenfalls so dass es für Stuttgart reicht.

    Ritchie11: Ich sehe die genannten Spieler alle nicht, euren Ansprüchen ensprechend, den SCM weiter bringen. In der Form vor dem Wechsel zu euch wohlgemerkt. Weder Steinert, noch Hornke, noch Preuss.


    Das stimmt, der Kader war etwas zu unausgeglichen besetzt. Ob sich das mit den Neuverpflichtungen ändert, ist abzuwarten. Saugstrup sehe ich in etwa gleichauf mit Musa (bisher stärkster Kreisläufer), aber der hat ja nicht mehr gespielt. Saugstrup muss einfach Minuten bekommen. Weber ist in meinen Augen von der Qualität her, wenn keiner mehr geht, ein Ergänzungsspieler, wird also auch keinen großen Sprung bringen. Smits sehe ich genau wie Steinert hinter Magnusson. Bei den Torhütern keinen Unterschied. Alles in allem eine kleine Verstärkung, wenn die Spieler richtig eingesetzt werden. Wenn nicht, kein Unterschied.

    Die EHF hat doch ihre Pläne bekannt gegeben. Die wird sie durchziehen, sofern möglich. Was bringt es ständig zu erwähnen was "eigentlich" besser wäre?


    Dann bin ich mal gespannt, wie sich die Mutationen entwickeln. Jeder muss seinen Teil dazu beitragen. Du redest sehr obrigkeitshörig, nur leider sehr fragwürdigen Obrigkeiten hörig. "was Funktionär xy sagt, sollte nicht hinterfragt werden".

    Genau dadurch, dass das Spiel insgesamt athletischer geworden ist, kommen für mich als Schlussfolgerung beinahe zwangsläufig die etwas jüngeren Spieler mehr in den Fokus, da sie somit ihre Stärken (Athletik) besser verwenden und ihre Schwächen (Abgebrühtheit) unter Umständen etwas besser kaschieren können.
    Natürlich rede ich hier aber nicht über drastische Verschiebungen, sondern eher über Nuancen.

    Der Kollege Meiser hat ja z. B. auch die Effizienz-Statistiken aus den amerikanischen Profiligen angeführt. Sowas (ähnlich NBA) würde evtl. auch im Handball einiges anschaulicher machen. Aufhänger waren damals einige Damgaard-Quoten von 9/18 und ähnlich. Das dann noch mit einigen techn. Fehlern oder Ballverlusten garniert, lassen dann die 9 Tore für mich nicht mehr ganz so strahlen.


    Statistiken im Handball haben leider noch eine viel zu schwache Erhebungsgrundlage. Der von der HBL viel gepushte Player Index hievt manchmal Spieler in die Mannschaft des Spieltages, die bei einer Nominierung nach Augenmaß niemals einen Platz gehabt hätten. Das liegt denke ich an zwei Punkten:
    1. Die schlechte Datenerhebung. Handball ist längst noch nicht mit einer ähnlichen Anzahl an Statistikkameras ausgestattet wie zum Beispiel der Basketball. Viele Dinge lassen sich nach aktuellen Methoden einfach gar nicht messen, wie zum Beispiel das Schaffen einer Überzahl. Außerdem gibt es große definitorische Unterschiede, was ein Assist ist (als Beispiel) oder ähnliches. Für den einen ist ein Assist nur das direkte Freispielen eines Mitspielers, für den anderen auch, wenn der Torschütze noch einen Zweikampf gewonnen hat. Hier unterscheidet sich die Erhebung auch noch von Halle zu Halle, was das Ganze ein bisschen problematisch macht. Einzig bei relativ simplen Statistiken, wie zum Beispiel der Wurfquote von Außen, lassen sich daher Werte wirklich verlässlich vergleichen. Aber auch hier spielen häufig Kleinigkeiten eine Rolle, wie ob ein Abwehrspieler auf den Schützen zurennt, um den Winkel zu verkürzen, oder nicht. Da wir des also noch dauern bis zu validen Ergebnissen.
    2. Handball ist eine Sportart, in der viele kleine Dinge entscheiden. Oben habe ich schon das Herausspielen einer Überzahl erwähnt. Häufig ist es der vorletzte oder gar drittletzte Pass, der die entscheidende Überzahl geschaffen hat. Auch das Timing von wurfvorbereitenden Pässen spielt eine große Rolle, ob der Anlauf vermutlich zum Tor führen kann oder nicht. Genauso wichtig ist es, wie viel Platz Raumeröffnungen tatsächlich schaffen oder auch unzählige Bewegungen in der Abwehr. Hier ist der Basketball, was das Messen angeht, schon relativ weit, aber auch noch nicht perfekt. Der Handball hat noch viel zu tun,


    Das ist für mich erst einmal eine steile These und würde, aus dem Bauch heraus, erst einmal nicht zustimmen.

    Woran machst du das fest? Oder hast du gar keine Statistik die das belegt?


    Ich kann es empirisch natürlich nicht mit vollständigen Datenbanken belegen, aber ich kann es versuchem, rational zu begründen: heutzutage sind die Spieler in jungen Jahren besser athletisch ausgebildet, eine wichtige Voraussetzug für eine gute Leistung im Profibereich. Auch spielen schon viele mit 17 bereits Männer in der dritten Liga, um fit gemacht u werden für die Herren. Daraus resultiert eine etwas frühere Anbindung an die erste Liga, und auch ein insgesamt längerer "Peak" der Karriere, da die medizinische Betreuung besser ist. Ist aber wie gesagt nicht wissenschaftlich mit einer breiten sample size belegt, sondern nur eine Beobachtung aus verschiedenen Sportarten, unter anderem auch aus dem Handball. Im Fußbal ist es noch extremer.

    Ich bin gespannt, wie sich die Mutationen und daraus resultierenden Reisebeschränkungen auf die Champions League auswirken. Eigentlich müsste man die Wettbewerbe aussetzen, jedes Eintragen einer Mutation ist hochriskant. Da hilft auch das Standardargument, dass die Teams ihrer Arbeit nachgehen, nicht.

    Könnte natürlich daran liegen, dass es schwieriger ist, in der Bundesliga der Männer ein Spiel zu steuern, als bei der Jugend. Und dann braucht es natürlich eine gehörige Entwicklung, die er leider nicht in der benötigten Gänze durchlaufen hat.

    Dänemark war heute für mich das leicht bessere Team, es hat sich über die gesamte zweite Hälfte abgezeichnet, dass sie das Ding am Ende holen würden. Sie waren heute von mehr Positionen gefährlich, gerade auch mit dem Rechtshänder auf halb rechts. Ein schöner Trend ist meiner Meinung nach, dass bewegliche Kreisläufer den großen Pflöcken mehr und mehr überlegen sind. Zachariassen weine ich als Flensburg-Fan noch die ein oder andere Träne nach. Saugstrup schlägt in die selbe Kerbe. Appelgren als zweiter Mann hätte den Schweden heute auch mehr als gut getan und so ein Ekberg auf rechts außen hätte ihnen auch nicht geschadet.