Beiträge von Paul Jonas

    Früher gab es Comics namens Bertis Buben und Rudis Racker. Der verzweifelte Rudi versucht seine Nichtskönner zu motivieren und zwar mit den Worten: Ihr seid zwar die schlechteste Mannschaft aller Zeiten, aber ihr seid was wert und führt sie zu Geldhaufen die dem Marktwert entsprechen.

    Was ich damit sagen will: Dieses Millionärsargument gab es schon vor über 20 Jahren von wegen satte Spieler. Jeder WM-Teilnehmer aus den großen Nationen ist bereits mehrfacher Millionär, manchmal zwei- bis dreistellig. Derzeit dürfte diesbezüglich außer Neuer und Kimmich in unserem Kader sogar im Vergleich weniger Kohle zusammenkommen als bei vielen anderen. Das Argument ist also nicht wirklich gut.

    @DFB-Ultimatum

    Also bei allem rumgehacke auf Nagelsmann, finde ich das ganz schön feige. Wenn er selbst zurücktritt wird er vermutlich keinen Anspruch auf seine Restkohle haben oder zumindest weniger. Feuert ihn und steht dazu. Ist eben teuer wenn man verlängert hat.

    Das war aber auch die Zeit, wo man verzweifelt nach den Talenten gesucht hat. Ära Deisler. Man darf nicht vergessen das Ballack lange Zeit als unser einziger Weltklassespieler galt. Da waren junge Spieler die 10 Bundesliga-Tore schossen wirklich was besonderes. Da steht die jetzige Generation auf dem Papier eigentlich sehr viel besser da.

    Nö, er schließt nicht von der Nationalmannschaft auf unsere Gesellschaft, sondern genau andersrum.

    Das, was Bobs "dummes Stammstischgelaber" im Kern sagt, begegnet mir in unserer Gesellschaft viel zu häufig. Na ja und die Mehrheit der Menschen versteht auch eher "Stammtischsprech". Einfach muss nicht schlecht sein. Man kann sich natürlich auch als überlegen, was besseres fühlen, hinstellen und sagen, die anderen sind zu dumm, sie verstehen mich nicht. Ist nicht auf dich bezogen, höre ich aber auch viel zu häufig.

    Tut mir leid, ich sage nicht das wir keine Probleme haben und man über Mentalität reden kann, aber wenn ich sowas lese:

    Zitat

    Wo ist nur unsere „Ärmel-Hoch-Mentalität“ geblieben? Stattdessen schaffen wir am anderen Ende der Welt teure Wohlfühl-Oasen. Viel ist von Vertrauen und Teamspirit die Rede. Gesehen habe ich davon nichts. Fest steht: In der Komfortzone, das haben wir in den vergangenen Tagen leidvoll mitansehen müssen, gewinnt man keine großen Spiele, geschweige denn Titel. Harte Arbeit, Fokussierung und, ja, auch Entbehrung gehören zu den Opfern, die man bringen muss, wenn Außergewöhnliches entstehen soll.

    Wann soll diese Gesellschaft von der da die Rede ist denn existiert haben? Für mich ist das nur ne unreflektierte Überhöhung von irgendeiner imaginierten Vergangenheit wo alles besser war. Vergleichbar mit 50er-Jahre Werbungen oder sowas. Ich muss das auch nicht Stammtischgelaber nennen, ich halte es einfach für dummen Unfug. Zumal ich mich dann frage ob das für unsere europäischen Nachbarstaaten dann nicht gilt? Alles paletti in UK? Ärmel hoch in Frankreich? Als ob. Unsere Nationalmannschaft ist meinetwegen nicht gut genug. Spieler, Trainer, Taktik, Mentalität meinetwegen auch alles. Aber das hat nichts mit einem großen ganzen zu tun, zumindest nicht außerhalb der Fußballwelt. Da gefällt sich Hanning einfach in seiner vermeintlichen oder tatsächlichen Geilheit, die er anderen abspricht. Wir haben viele Probleme in unserer Gesellschaft, aber das auf ne Einstellungs/Mentalitätsfrage zu schieben ist für mich viel eher Kopf in den Sand vor stecken und die Realität schön reden als alles andere.

    Das stand aber glaube ich eh nie ernsthaft zur Diskussion. Selbst bei Berlin hat es ja Jahre gedauert, bis nach Drux und Wiede, wieder jemand kam und da sind wir halt nicht in Flensburg. Von uns haben sich in den letzten Jahren viele zu soliden bis manchmal sogar sehr guten Bundesligaspielern entwickelt. Durchbruch direkt in die erste müsste ein absoluter Überspieler sein.

    Im Kern hat er recht und daran ändert auch nichts, wenn seine Aussagen für dich Stammtischparolen sind.

    Von der Fußballnationalmannschaft auf unsere Gesellschaft schließen kann doch nur dummes Stammtischgelaber sein. Was soll denn dieser Zusammenhang überhaupt bedeuten? Unsere 3000m-Hindernisläufer sind gerade übrigens in der Weltspitze angekommen. Echte Macher Erfolgstypen. Wie unsere Gesellschaft halt?

    Paul Jonas

    Falls Francisco und Martim Costa vorzeitig verpflichtet werden, dann fehlt das Geld an anderer Stelle. Es kann sein, dass beide sofort einschlagen, das Offensivspiel der SG auf ein neues Level heben, die SG nächste Saison in die Champions-League führen und sich der Deal durch die daraus resultierenden Mehreinnahmen schnell rentiert. Aber wie groß sind die Chancen, dass es so kommt und wie groß ist das Risiko? Das ist die entscheidenden Abwägung. Welche Abstriche sind beim Kader dafür notwendig (Torhüter, Abwehrzentrum, wahrscheinlich Simon Pytlick) und könnte die SG nicht auch ohne diese Maßnahme die im Übergangsjahr befindlichen Füchse Berlin von Platz 2 verdrängen?

    Glaubst du das diese Überlegungen bei Ljubo oder Holger nicht stattfinden? Ich verstehe deinen Post irgendwie nicht bzw. auch hier unterstellt es eine Art Inkompetenz die ich seltsam finde.

    Noch ist England im Turnier.

    Die WM ist für England ohnehin eher ein Zwischenschritt. Die entscheidende Frage für den englischen Verband ist, wer die Three Lions 2028 ins EM-Finale im Wembley-Stadion führen kann.

    Also Kane ist jetzt Prime. Zwei Jahre sind Ü30 eine lange Zeit und nicht jeder ist Lewandowski oder Messi. Diese Waffe wird man nicht durch eine Weiterentwicklung des Teams kompensieren können, daher sollte man die jetzige Situation nutzen so gut es geht....auch wenn man sich nur schwer vorstellen kann, wer Frankreich aufhalten soll.

    Ich fände eine Verpflichtung zur Saison 2026/27 schwierig. Natürlich würde ich Francisco und Martim Costa gerne in der HBL spielen sehen und ich gehe davon aus, dass es im Umfeld der SG Flensburg-Handewitt Geldgeber gibt, die diesen Transfer realisieren können. Aber darin steckt das Problem. Das ist ein "All-in"-Move, der die Mannschaft für Jahre prägen wird ... zum Guten oder zum Schlechten.

    Vieles erinnert an Alen Muratovic. Nach der Deutschen Meisterschaft 2004 und zwei Champions-League-Finalteilnahmen 2004 und 2007 war die Sehnsucht groß nach einem weiteren Titelgewinn in der HBL oder gar dem Gewinn der Champions-League. Aber der Rückstand auf den THW Kiel wuchs von Jahr zu Jahr an und der Aufstieg des HSV Handball bedrohte die SG. Das entscheidende Puzzlestück sollte der 21jährige Alen Muratovic sein, für den die SG Flensburg-Handewitt damals unvorstellbare 700.000€ Ablöse zahlte. Aber die automatisch aus der hohen Ablöse resultierenden Erwartungen konnte der Spieler nie erfüllen und weil durch die horrende Ablöse die finanziellen Möglichkeiten des Vereins eingeschränkt waren, dauerte es Jahre bis sich die SG Flensburg-Handewitt von diesem Fehlgriff erholen konnte.

    Sollte die SG Flensburg-Handewitt wirklich für einen (oder zwei) Nachwuchsspieler ohne HBL-Erfahrung "all-in" gehen?

    Nicht das ich den Muratovic-Wechsel schönreden will, aber das war ja nur die Spitze des Eisberges. Er wurde ja geholt, weil man ja bereits nicht mehr finanziell mithalten konnte und uns Hamburg den Rückraum weggekauft hat. Das war schon lange passiert. Warum Flensburg fast weg vom Fenster war, hat eher mit der Finanzkrise zu tun. Es gibt nicht ohne Grund keine Flensburger Sparkasse mehr und in Dänemark ist da auch so einiges passiert. Mit Rückgriffen auf vergangene Ereignisse sollte man daher vorsichtig sein. Ich stimme trotz allem zu das dieser Wechsel natürlich fatal war und die Krönung von Fynn Holperts Performance.

    Wenn man aber für die Costas diesen Bezug herstellen will, kann man das nicht als viel anderes verstehen, als wenn da ein bisschen Hoffnung auf scheitern drin ist...sorry...ich mag deine Posts, aber das ist eher ins böswillige.

    Vielleicht eher so: Paris will Parrondo so sehr, dass sie sein Nein zum vorzeitigen Wechsel akzeptieren. Das Lame-Duck Risiko sehe ich tatsächlich eher in Paris als in Melsungen.

    Wie gesagt, in der Vergangenheit hätten sie den Mario Adorf gemacht und das hätte Melsungen sicher gerne genommen, mit dem Nachfolger in der Hinterhand. Finde ich auch nur interesant. Per se ist es mir eigentlich egal.

    Habt ihr eigentlich die Reaktion des Bundeskanzlers auf das Ausscheiden und zum Spiel mitbekommen?

    "Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: was für ein Spiel, DFB-Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch"

    Quelle t-online

    Vom Fußball versteh er also auch nix. :wall::wall::wall::wall::wall::wall::wall::wall::wall::wall:

    Das liest sich wie einer dieser vorgefertigten Nachrufe, die manchmal ausversehen veröffentlicht werden und funktioniert auch so.

    Also ich verfolge die Kickerrangliste nicht mal so wie früher, aber ich habe in Erinnerung das Weltklasse superselten vergeben wurde und wenn das zu diesem Zeitpunkt 5 Spieler aus einer Nationalmannschaft bekommen haben, bedeutet das, dass diese Mannschaft absolut Weltklasse war.

    Für den BVB hat er in vielen ganz entscheidenden Spielen den Unterschied gemacht, wenn es drauf ankam.

    Er hat auch bei der EM 1996 gut gespielt und auch da musste man den entscheidenden Elfer mal machen. Wie gesagt....man sollte sich wirklich nicht vom Mythos blenden lassen, dass Deutschland immer ein starkes Kollektiv hatte und das die Stärke wäre. Im Gegenteil haben gute Spieler Titel geholt/gute Turniere gespielt, wenn die Mannschaft intakt war und nicht, wenn das nicht so war (siehe 94 oder 78 zum Beispiel).

    Deutschland hätte den Sieg von der Statistik her verdient gehabt:

    Ballbesitz: 74% gg. 26%
    Torversuche: 15:4 (davon 6:3 auf das Tor)
    Ecken: 15:6

    Deutschland hat zum ersten Mal bei einer WM ein Elfmeterschießen verloren, oder habe ich das falsch mitbekommen?

    Ne, ist richtig. War aber auch das erste in 20 Jahren.

    Deine Statistik finde ich insofern irreführend, weil die Dominanz zwar klar ist, aber was das für Torversuche waren, ist daraus halt nicht zu sehen. Das war schon sehr sehr mau. Für mich ist das halt der Unterschied. Rein optisch spielt man immer noch wie 2014. Ballbesitz, super hoch stehende Verteidiger usw....aber auch wenn ich bei unserer 10 noch ein bisschen Verletzungs/fitness sehe, sind alle anderen auf dem Feld halt nicht auf dem Niveau diesen Spielstil dominant in Chancen umzusetzen. Das war ja nicht das erste Turnier mit diesem rumgeschiebe vor dem Strafraum ohne Durchbrüche zu schaffen.

    Offensichtlich muss man der jetzigen Generation einen anderen Stil pflegen. Welcher das sein könnte ist nicht meine Sache, aber es ist offensichtlich das Deutschland besser könnte also so.

    Der wird den Markt schon evaluieren und die Diskussion werden wir noch erleben.

    Er hat das ja schon versucht. Da haben sich die Südamerikaner und die Europäer quer gestellt. Aber dazwischen war Katar, Vereins WM und jetzt USA. Eventuell wird er sich denken, dass es mit oder ohne die großen Player geht, aber spätestens dann erwarte ich eine Spaltung im Fußball. Nicht aus idealistischen Gründen, sondern weil die kontinentalen "Produkte" halt geschützt werden.

    Ich würde Gruppensieger direkt für das Achtelfinale setzen und die Zweiten und Dritten der Gruppe jeweils in einer Playoff-Runde einen weiteren Platz im Achtelfinale ausspielen lassen. So erhöht sich der Wert eines Gruppensieges und vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase sollte, rein theoretisch, jedes Team noch weiterkommen können.

    Halte ich gar nichts von. Momentan haben alle Mannschaften gleichviele Spiele, dann wäre das ja wie ein noch größeres Handicap von schwächeren Teams, wenn die ein Spiel mehr hätten. Kann man in der Fußball-CL machen, wo Wochen dazwischen stehen, aber nicht bei einem Turnier wie diesem.

    Wird aber eh auf 64 hinauslaufen, wenn Infantino dabei bleibt. Man muss ja froh sein, wenn es weiterhin vier Jahre sind.

    Ist aber in diesem Fall schon so gemeint wie hier impliziert. Von den zuletzt gezeigten Leistungen her, ist es eher eine Verpflichtung mit "Potential". Aber das hat in der Vergangenheit ja bei uns durchaus sehr gut funktioniert und ist mir nach den Hype-Verpflichtungen der letzten Jahre fast lieber.