Der Fehler beginnt bei der Führung. Letztes Jahr sangen sie Loblieder auf die vielen EM-Medaillen. Realistische Einschätzung wäre gewesen: 1. Nach-Olympiajahr, in dem viele Top-Leute locker machen, 2. WM-Jahr. Somit WM Ziel Nr.1 bei den Top-Leuten. 3. CommonwealthGames-Jahr. Was die Briten der EM vorzogen. Nur bei den Deutschen war die EM Ziel Nr.1. Das damalige WM-Desaater wurde immer mit Aufbau für die EM begründet.
Lückenkemper lobte man bspw. für Doppel-Gold und in der Weltrangliste war sie irgendwo um Platz 30. Anstatt die Leistung "11 sec ist international nix wert" realistisch einzuordnen, erweckte man falsche Hoffnungen für die WM. Ohne 3 Starter/Nation wäre sie nichtmal in einem WM-Halbfinale.
International nichts wert ist aber auch so eine Sache. Es war bei der EM auch jetzt nicht so, dass die gesamte europäische Spitze abwesend war, einige Titel wie der von Klosterhalfen waren objektiv stark.
Nur ist es vor allem in Disziplinen wie den kurzen Sprintsachen meistens so, dass der Europameister hier häufig nicht viel anzumelden hat. Lückenkempers EM-Titel in eine Erwartungshaltung für WM umzumünzen zeugt für meine Begriffe eher von Unkenntnis als allem anderem. Das sie eines der Gesichter der deutschen Leichtathletik ist, ist klar, aber bis auf die Staffel sind bei einer WM keine Sprintmedaillen zu erwarten und auch hatten wir bei den Damen keine Bestbesetzung am Start von wegen Verletzungen.